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Zentrum für Palliativmedizin eröffnet

28.04.2004 - (idw) Deutsche Krebshilfe e. V.

45/2004 (B)

Deutsche Krebshilfe finanziert Mildred Scheel Haus in München

München (ct) - Heute, am 27. April 2004, wurde das Interdisziplinäre Zentrum für Palliativmedizin am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München - Standort Großhadern - eröffnet. Das Gebäude beherbergt zehn Betten für die palliative Versorgung schwerkranker Menschen sowie eine Akademie für Palliativmedizin, Palliativpflege und Hospizarbeit. "Im Rahmen der "Woche für das Leben", die vom 24. April bis zum 2. Mai 2004 begangen wird, ist die heutige Veranstaltung ein wichtiges Highlight", sagte Dr. Hans-Joachim Möhle, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, bei der feierlichen Eröffnung. Die Deutsche Krebshilfe unterstützte den Bau mit rund fünf Millionen Euro.

Das Palliativzentrum in München wird den Bedarf an stationärer palliativmedizinischer Versorgung in der Region München decken und die Palliativmedizin erheblich weiterbringen. Diese Therapieform kann selbst stärkste Schmerzen in den meisten Fällen erfolgreich behandeln und ein Sterben in Würde ermöglichen. "Und das ist dringend notwendig. Denn eine exzellente Palliativmedizin ist eine wirkliche Alternative zur aktiven Sterbehilfe", so Dr. Möhle. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krebshilfe reagierte damit auf eine fraktionsübergreifende Abgeordneten-Initiative, die Ende April einen Antrag für ein Sterbehilfe-Gesetz vorlegen will. Die Abgeordneten wollen erreichen, dass Töten auf Verlangen nicht mehr strafbar ist. "Sterbehilfe ist ein Angriff auf die Menschenwürde", konstatierte Dr.Möhle. Er forderte stattdessen, das Thema Sterben und Tod endlich zu enttabuisieren und als Bestandteil des Lebens zu akzeptieren. Das neue Palliativzentrum in München sei dafür ein wichtiger Schritt.

"Der Deutschen Krebshilfe danken wir für die großzügige Förderung unseres neuen Zentrums", sagte Professor Dr. Klaus Peter, Dekan der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München. "Wir freuen uns, dass fast zeitgleich hier an der Ludwig-Maximilians-Universität München zum ersten Mal in Deutschland die Palliativmedizin als Pflichtfach in das Medizinstudium integriert wurde", so Professor Peter. Dies trage erheblich zur Etablierung der Palliativmedizin bei.

Das Interdisziplinäre Zentrum für Palliativmedizin (IZP) ist eine Initiative der Klinik für Anaesthesiologie, der Medizinischen Klinik III und der Neurologischen Klinik sowie des Christophorus Hospiz Vereins e.V., München. Es vereinigt zwei seit 1999 bestehende Einrichtungen: die Interdisziplinäre Palliativmedizinische Einrichtung am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München und die Akademie für Palliativmedizin, Palliativpflege und Hospizarbeit des Christophorus Hospiz Vereins. Diese beiden Einrichtungen bilden gemeinsam das IZP im Dr. Mildred Scheel Haus. Zu den Aufgaben des IZP gehören die klinische Versorgung, Forschung, Lehre, Fort- und Weiterbildung. Auf der Palliativstation werden Patienten und Angehörige betreut, deren medizinische und psycho-soziale Situation eine intensive Begleitung erfordern. Der palliativmedizinische Konsiliardienst betreut Patienten auf allen Stationen des Klinikums. Die derzeitigen Forschungsaktivitäten umfassen die Bereiche Lebensqualität, Spiritualität, neurologische Erkrankungen, Versorgung und Lehre. Die Christophorus Akademie bietet Qualifizierungskurse für Fachkräfte aus Medizin, Pflege, Sozialarbeit und Seelsorge an. Damit will sie ihnen Spezialwissen und die Fähigkeit zur berufsgruppenübergreifenden Zusammenarbeit vermitteln.

"Die Christophorus Akademie in München wird eng mit unserer Dr. Mildred Scheel Akademie in Köln, dem Zentrum für Palliativmedizin am Malteser Krankenhaus in Bonn sowie der Akademie am St. Joseph Stift in Dresden zusammenarbeiten mit dem Ziel, die palliativmedizinische Fort- und Weiterbildung in Deutschland auf eine breitere Basis zu stellen", so Dr. Möhle. Alle müssten gemeinsam daran arbeiten, dass jeder schwerstkranke und sterbende Mensch eine umfassende Versorgung und liebevolle Betreuung bekommt.

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Info-Kasten: Palliativmedizin

Ziel der Palliativmedizin ist es, die Lebensqualität unheilbar kranker Menschen bis zuletzt zu erhalten. Dazu gehört die Bekämpfung von Schmerzen und anderer Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Atemnot oder Verwirrtheit. Auch psychische, soziale und spirituelle Anliegen rücken verstärkt in den Vordergrund. Die Bezeichnung "Palliativmedizin" leitet sich vom lateinischen Wort "pallium" (Mantel oder Umhang) ab und steht für Linderung, Schutz und Wärme. Die Deutsche Krebshilfe ist Wegbereiterin der Palliativmedizin in Deutschland und hat in deren Weiterentwicklung bislang mehr als 38 Millionen Euro investiert.

Projekt-Nummer: 70-2851
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