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Universität Heidelberg schließt Tierfarm Kirchheimer Mühle

30.04.2004 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Prorektor Prof. Dr. Jochen Tröger: "Nach zahlreichen gescheiterten Erhaltungsversuchen muss die Tierfarm abgewickelt werden" - Sozialverträgliche Lösungen für die Mitarbeiter werden gesucht - Diskrepanz zwischen hohen Kosten und Gewinn

Das Rektorat der Universität Heidelberg hat in seiner Sitzung am 7. April 2004 beschlossen, den Betrieb der Tierfarm Kirchheimer Mühle einzustellen. "Nach zahlreichen gescheiterten Erhaltungsversuchen muss die Tierfarm abgewickelt werden", sagte der zuständige Prorektor der Universität, Prof. Dr. Jochen Tröger, heute in Heidelberg. "Wir suchen mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften nach sozialverträglichen Lösungen für die Mitarbeiter", so Tröger. Die Diskrepanz zwischen den hohen Kosten der Tierfarm und dem Gewinn für die Universität - vor dem Hintergrund einer immer geringer werdenden Zahl von Großtierversuchen - habe die Schließung unausweichlich gemacht.

Der Betrieb soll noch im Jahr 2004 eingestellt werden, um weitere bauliche Investitionen zu vermeiden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tierfarm wurden in einer Betriebsversammlung am 28. April über die Schließung informiert.

Gründe für die Schließung

Bisher hat ausschließlich die Universität Heidelberg die Bewirtschaftungskosten für die Kirchheimer Mühle getragen. Hauptnutzer der Großtierhaltung in der Kirchheimer Mühle ist die Medizin. Die beiden Klinika bzw. die beiden Medizinischen Fakultäten sind jedoch nicht in der Lage, die Finanzierung zu übernehmen. Die Bewirtschaftungskosten belaufen sich pro Jahr auf über 550.000 Euro; 4/5 davon sind Personalkosten.

Prorektor Tröger: "Es hat sich gezeigt, dass die voraussichtliche Nachfrage von Dritten nach gezüchteten Hunden so gering ist, dass die Betriebskosten nicht erwirtschaftet werden können." Da eine Finanzierung der laufenden Kosten durch die Medizinischen Fakultäten und Klinika unter den gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen nicht realistisch sei, "ist die Aufgabe des Betriebes der Kirchheimer Mühle unabwendbar gewesen".

Die Einstellung des Betriebes soll so rasch wie möglich erfolgen, um notwendige bauliche Investitionen von mindestens 360.000 Euro in 2004/2005 zu vermeiden.

Von der Stilllegung der Tierfarm sind 12 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen, meist Tierpflegerinnen und Tierpfleger. Personalchefin Senni Hundt versichert: "Die Universität wird sich bemühen, die von der Betriebsstilllegung betroffenen Beschäftigten anderweitig einzusetzen, gegebenenfalls nach notwendiger Qualifizierung oder Fortbildung."

Zurzeit befinden sich in der Kirchheimer Mühle etwa 180 Hunde, die nun unter strikter Berücksichtigung von Tierschutzaspekten verkauft bzw. weitergegeben werden sollen.

Rückfragen bitte an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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