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"Wenn wir in die Tiefe gewachsen sind"

30.04.2004 - (idw) Technische Universität Berlin

Kolloquium am 30. April und 1. Mai 2004 über Philosophie und Religion bei Heidegger / Einladung

Das Leben des Philosophen Martin Heidegger (1889 - 1976) verlief wie in einem Bogen. Das Kolloquium "Wenn wir in die Tiefe gewachsen sind. Philosophie und Religion bei Heidegger", das Prof. Dr. Hans Dieter Zimmermann vom Institut für Literaturwissenschaft der TU Berlin veranstaltet, zeichnet wichtigen Stationen dieses Bogens nach: Begegnungen mit der Religionsphilosophie Romano Guardinis, mit Martin Luther und der evangelischen Theologie, mit dem Zen-Buddhismus und schließlich mit der Frömmigkeit der Benediktiner, deren Kloster in Beuron Heidegger gerne besuchte.

Hermann Heidegger, der Sohn des Philosophen, wird zudem über den Stand der umfangreichen Ausgabe der Werke Martin Heideggers berichten, was der Tagung ihr besonderes Gewicht gibt. Referenten sind Prof. Dr. Hanna-Barabara Gerl-Falkovitz, TU Dresden, Prof. Dr. Otto Pöggeler, Universität Bochum, Dr. Hans-Peter Hempel, TU Berlin und Pater Johannes Schaber, Abtei Ottobeuren.

Zeit: am Freitag, dem 30. April, und am Samstag, dem 1. Mai 2004
Ort: Guardini-Stiftung am Askanischen Platz 4, 10963 Berlin

"... dass meiste nemlich
Vermag die Geburt
Und der Lichtstral, der
Dem Neugebornen begegnet."

Diese Stelle aus Hölderlins großer Hymne "Der Rhein" zitierte Martin Heidegger in seiner Tischrede bei der Primizfeier seines Neffen Heinrich Heidegger am Pfingstsonntag des Jahres 1954, also vor 50 Jahren. Das meiste vermag die Geburt: Martin Heidegger entstammt einer katholischen Familie, er studierte katholische Theologie in Freiburg und wandte sich dann erst der Philosophie zu. Die enge katholische Theologie seiner Zeit empfand er als eine Bedrängnis, aus der er sich lösen musste, um zu seiner eigenen Philosophie zu finden. Die evangelische Theologie war ihm dabei behilflich. Er lernte sie in Marburg, wo er seine erste Professur erhielt, in Gestalt seines Freundes Rudolf Bultmann kennen lernte.

Die viel kritisierte Sympathie im kurzen Jahr von Heideggers Rektorat in Freiburg von 1933 auf 1934 zum Nationalsozialismus, in dem er etwas sah, was er nicht war, ist eine Station auf dem Weg zu seinem Eigenen zu finden. Der Weg - um mit Hölderlin zu sprechen - verlief wie in einem Bogen. Denn in seinen späten Jahren fand Heidegger zum heimischen Milieu von Meßkirch wieder zurück - freilich als ein verwandelter, der auch das Erbe, das er ergriff, verwandelte und erneuerte. So lassen sich nicht nur in seinen späten Texten, etwa denen ü-ber die "Gelassenheit", die Spuren des mittelalterlichen Mystikers Meister Eckhard bemerken. Spuren, die wiederum japanische Philosophen an den Zen-Buddhismus erinnerten.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Hans Dieter Zimmermann, Tel.: 030/314-22231/26583, Fax: -23107.

Diese Medieninformation ist im WWW unter: http://www.tu-berlin.de/presse/pi/2004/pi114.htm
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