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Universität Kassel verleiht Ehrendoktorwürde an Wolfgang Klafki und Hartmut von Hentig

03.05.2004 - (idw) Universität Kassel

Zwei der bedeutendsten deutschen Erziehungswissenschaftler der Gegenwart werden vom Fachbereich "Erziehungswissenschaft, Humanwissenschaften" der Universität Kassel am 5. Mai mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet.

Kassel. Zwei der bedeutendsten deutschen Erziehungswissenschaftler der Gegenwart werden vom Fachbereich "Erziehungswissenschaft, Humanwissenschaften" der Universität Kassel am 5. Mai mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet.

Prof. Dr. Hartmut von Hentig und Prof. Dr. Wolfgang Klafki sind für den Kasseler Fachbereich die beiden Wissenschaftler, die mit ihren Arbeiten die Entwicklung der Erziehungswissenschaft in Kassel am nachhaltigsten beeinflusst haben. Klafki gilt als der Wissenschaftler, der die entscheidenden Beiträge zum heutigen Wissenschaftsstandard der Didaktik, zur Schulforschung, Schulentwicklung und Schulpolitik geleistet hat; von Hentig hat wie kein zweiter Erziehungswissenschaftler den Schwerpunkt seiner Tätigkeit und seiner Lehre in die Schule hinein verlegt und damit entscheidend zur Neukonstitution einer zeitgemäßen, zukunftsträchtigen Schule beigetragen. In das seit Beginn der Kasseler Lehrerausbildung Anfang der 70er Jahre verfolgte Reformkonzept der Stufenlehrerausbildung sind zentrale Ideen von Klafki aufgenommen und weiterentwickelt worden, während von Hentigs streitbare wissenschaftlichen und praktischen Beiträge zu einer Schule als erfahrungsvermittelnder sozial-kultureller Lebensort und Lernraum die Kasseler Pädagogik durchgängig geprägt haben.

Wolfgang Klafki wurde 1927 in Angerburg/Ostpreußen geboren, war nach einem Studium in Hannover als Volksschullehrer tätig, studierte dann Pädagogik, Philosophie und Germanistik in Bonn und Göttingen, war wissenschaftlicher Assistent in Hannover und Münster und wurde dann als Professor für Erziehungswissenschaft an die Universität Marburg berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung 1992 tätig war; er hat maßgeblich die Bildungsreform der 70er Jahre mitgestaltet, war Vorstandsmitglied und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft, Leiter des Autorenteams für das Funk-Kolleg Erziehungswissenschaft und hat mehr als 400 Veröffentlichungen, die über 60 Übersetzungen in rund ein Dutzend Sprachen erfahren haben.

Hartmut von Hentig wurde 1925 als Sohn eines Diplomaten in Posen geboren. Durch den Beruf des Vaters verbrachte er seine Kindheit in verschiedenen Ländern, seinen ersten Schultag erlebte er in San Francisco. Er studierte in Göttingen, Chicago und Tübingen Philologie, Philosophie und Pädagogik. Zehn Jahre arbeitete er als Lehrer, bevor er 1963 Professor für Pädagogik in Göttingen wurde. 1968 kam er an die neu gegründete Universität Bielefeld. Hier erhielt er die Gelegenheit, die vom ihm entworfenen Konzepte für die Laborschule und das Oberstufenkolleg praktisch zu verwirklichen. Seit 1988 ist er im Ruhestand. Praktisch schreibt er in jedem Jahr mindestens ein viel beachtetes Buch und nimmt in der öffentlichen Diskussion Stellung: zuletzt zum Problem der Gewalt an Schulen und zur PISA-Studie, die die Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme von 32 Ländern miteinander verglichen hat.
jb
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Hinweis für die Redaktionen:
Zur Feier der Ehrenpromotion sind Sie zur Berichterstattung herzlich eingeladen am Mittwoch,
5. Mai 2004, 16 Uhr, Universität Kassel, Aula, Wilhelmshöher Allee 73.


Infos
Universität Kassel
Prof. Dr. Frauke Stübig
Fachbereich 1
tel (0561) 804 3615/3622/3626
e-mail stuebig@uni-kassel.de
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