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Kommunikation zwischen Ärzten verbessert

08.05.2004 - (idw) GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit

Im Raum Augsburg wird derzeit eine Pilotstudie durchgeführt, die ein wichtiger Schritt zu der im Rahmen des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes geplanten Einführung der Gesundheitskarte darstellt. Zum Einsatz kommen eine Patientenkarte für Diabetiker, die DIABCARD und der elektronische Arztausweis. Getestet wird die sichere Übertragung von Patientendaten über das Internet und der DIABCARD. Der behandelnde Arzt kann unter Verwendung seines elektronischen Arztausweises, der "Arztkarte aktuelle Behandlungsdaten des Patienten mitbetreuender Kollegen abrufen. Voraussetzung ist die Zustimmung des Patienten. Die elektronische Kommunikation wird die Versorgungsqualität chronisch Kranker deutlich verbessern.
An der Studie nehmen das Diabeteszentrum Augsburg, Standort Haunstetten und Standort Zentralklinikum Augsburg, und zurzeit fünf niedergelassene Ärzte teil.
Die Entwicklungsarbeiten wurden unter der Leitung des GSF - Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit, Institut für Medizinische Informatik durchgeführt und im Rahmen von Forschungsprogrammen der Europäischen Gemeinschaft und des Freistaates Bayern gefördert. Während die Patientenkarte in der GSF entwickelt wurde, entstand das "HCP-Protokoll" (Health Care Professionals Protocol) - das den sicheren Austausch von Patientendaten über das Netz ermöglicht - in einem von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns und der Landesärztekammer Bayern gemeinschaftlich durchgeführten Projekt.
Die für 2006 geplante bundesweite Einführung der Gesundheitskarte bietet eine gute Plattform für einen flächendeckenden Einsatz von DIABCARD und HCPP.

Projektbeschreibung
Personen mit chronischen Krankheiten werden meist von Ärzten in der Allgemeinpraxis, in der Schwerpunktpraxis und im Krankenhaus betreut. Der Informationsaustausch zwischen den einzelnen Einrichtungen ist jedoch oft unzulänglich. Eine ungenügende Versorgung und vermeidbare Kosten z.B. durch mehrfach durchgeführte Untersuchungen sind die Folge. Mit Hilfe einer Patientenkarte soll die Kommunikation zwischen den behandelnden Einrichtungen und somit die Qualität der medizinischen Versorgung von Diabetikern verbessert werden. Die Dokumentation medizinischer Daten mit modernen spezifischen Dokumentationssystemen wiederum ist eine wichtige Voraussetzung für die Kommunikation von Daten.
Im Rahmen des Projektes werden Diabetiker vom niedergelassenen Arzt in das Diabeteszentrum Augsburg stationär eingewiesen und nach erfolgter Behandlung in die Betreuung des niedergelassenen Arztes entlassen. Beim Wechsel zwischen den Versorgungsbereichen werden administrativ und medizinisch relevante Inhalte zwischen den behandelnden Ärzten ausgetauscht. Im Projekt sind dies in dieser Stufe der Entlassbrief und der Arztbrief. Zum Einsatz kommen neben der Arzt- und der Patientenkarte ein zusammen mit der GMD Berlin erstellter, auf "eHealth-Solutions" basierender Klinikarbeitsplatz für Diabetes ("Diabetesarbeitsplatz") und eine von der GSF entwickelte Systemkomponente für die Arztpraxis ("DIABCARD.com"). Diese Kommunikationsinfrastruktur ermöglicht einerseits den Datenaustausch über eine Patientenkarte, andererseits den Abruf von Dokumenten über das Internet. Dabei wird im Klinikum Augsburg ein Dokumentenserver eingesetzt. Zur erhöhten Sicherheit ist dieser nicht mit dem Kliniknetz verbunden.
Die Briefe werden am Diabetesarbeitsplatz aus der verfügbaren Dokumentation erstellt und durch die DIABCARD bzw. das Internet vertraulich, zuverlässig und zeitnah übermittelt. Die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen werden mittels des elektronischen Arztausweises und des HCP-Protokolls realisiert. Der Entlassbrief wird dem Patienten sofort nach Ende der Behandlung vom Klinikarzt auf der DIABCARD mitgegeben. Dieser übergibt seine Karte dem niedergelassenen Arzt (Hausarzt oder Spezialist), der den Entlassbrief nach erfolgter Authentifizierung durch seine Arztkarte und PIN-Eingabe seitens des Patienten von der Karte liest. Der ausführliche Arztbrief wird auf dem Dokumentenserver zur Verfügung gestellt. Er wird unter Verwendung der auf der Patientenkarte gespeicherten Daten (Pointer), die Informationen über die Art und die Lokalisation bereitgestellter Daten beinhalten, abgerufen. Der Patient übermittelt so selbst den Pointer, mit dem der Arzt den Arztbrief über den HCPP-Client (ein Email-Programm zur sicheren Übertragung von Daten im Internet) anfordert. Für die Betreuung wichtige Informationen sind so, unabhängig von Ort und Zeit, verfügbar.

Neuherberg, Mai 2004

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