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Gerechtigkeit in der neueren Literatur und im Film

19.05.2004 - (idw) Universität Bielefeld

Im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld findet vom 27. bis 29. Mai eine Konferenz statt, in der untersucht werden soll, in welcher Weise Gerechtigkeit in der neueren Literatur und im Film dargestellt wird.

Im politischen Tagesgeschehen ist zu beobachten, wie Gerechtigkeit einerseits das immer angestrebte Ziel ist, bis hin zu der Forderung nach infinite justice, wie andererseits aber die Vorstellungen darüber, was gerecht ist, bis in die Extreme auseinander gehen. Es ist in solchen Fällen hilfreich, die Philosophen zu befragen, weil sie mit ihren begrifflichen Unterscheidungen für mehr Klarheit und für Kriterien der Beurteilung sorgen. Sie zeigen oft, ohne Antwort zu geben, wie man die Fragen richtig stellt. Die Dichter gehen einen anderen Weg und hinsichtlich der Antworten einen Schritt weiter. Sie entwerfen individuelle Geschichten, Konfliktszenarien, Lösungswege und Figuren, die wie Hamlet zu habituellen, kulturstiftenden Metaphern werden können. Das Thema Gerechtigkeit ist in der Literatur von den Anfängen bis zur Gegenwart zu finden, weil es ein so integraler Bestandteil menschlichen Zusammenlebens ist.

Ziel der von Susanne Kaul und Rüdiger Bittner (beide Bielefeld) geleiteten Konferenz "Fiktionen der Gerechtigkeit" ist aber nicht, eine Mentalitätsgeschichte der Gerechtigkeit nachzuzeichnen, sondern, ausgehend von der aktuellen Bedeutsamkeit, also angesichts des Widerstreits, der Explosivität und Ratlosigkeit, die der Debatte um Gerechtigkeit innewohnen, die Dichter zu befragen. Dabei stehen die Gegenwartsliteratur und der Film sowie die gegenwärtigen theoretischen Debatten im Vordergrund.
Die einzelnen Beiträge kommen von Vertretern aus der Literaturwissenschaft, Philosophie, Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft und Kulturwissenschaft aus Deutschland, Italien und den USA. Wie die Konferenzleiter darauf hinweisen, problematisieren die Beiträge "Gerechtigkeit im Hinblick auf die Grenzen gesetzlicher Maßnahmen, Gerechtigkeitsempfinden als Korrektiv des positiven Rechts, Gnade als Ausgang aus einer zu strengen und zu allgemeinen Gerechtigkeit, Rache und Vergeltung, Gerechtigkeit zwischen Recht und Moral. Die Interdisziplinarität liegt nicht nur darin, dass die Literaturwissenschaft nicht weiterkommt, ohne die Philosophie und die Rechtswissenschaft nach Abstraktionsprinzipien und begrifflichen Unterscheidungen zu fragen, sondern es wird auch umgekehrt zu zeigen sein, dass Literatur Gerechtigkeit in einer Weise zur Sprache bringt, wie es in anderen Diskursen nicht möglich ist. Dass sie sowohl skeptischer als auch sinnstiftender sprechen kann, macht sie für die anderen Wissenschaften unverzichtbar."

Weitere Informationen unter: www.uni-bielefeld.de/ZIF/AG/2004/05-27-Kaul.html.

Bei inhaltlichen Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die Veranstaltungsleitung: Prof. Dr. Rüdiger Bittner, Telefon 0521/ 106 4584; rbittner@philosophie.uni-bielefeld.de, Dr. Susanne Kaul, Telefon 0521/106 3477, susanne.kaul@uni-bielefeld.de; Tagungsbüro des ZiF: Telefon 0521/106 2769.

Pressemitteilung Nr.87/2004
Universität Bielefeld
Informations- und Pressestelle
Dr. Gerhard Trott
Telefon: 0521/106-4145/4146
Fax: 0521/106-2964
E-Mail: gerhard.trott@uni-bielefeld.de
Internet: www.uni-bielefeld.de
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