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Dermatologe der ersten Stunde: Siegfried Borelli wird 80 Jahre alt

25.05.2004 - (idw) Technische Universität München

Akademisches Symposium: "Allergien und Noxen in Umwelt und Beruf"

Am 2. Juni 2004 wird Prof. Siegfried Borelli, emeritierter Ordinarius für Dermatologie und Allergologie der TU München, 80 Jahre alt. Borelli wurde 1967 als Ordinarius für Dermatologie und Venerologie an die Medizinische Fakultät der TU München berufen und mit dem Aufbau einer Dermatologischen Klinik und Poliklinik in den Räumlichkeiten des Städtisch Internistischen Krankenhauses "Am Biederstein" beauftragt. Durch sein Verdienst entstand quasi aus dem Nichts eine voll funktionsfähige Universitätsklinik, der er bis zu seiner Emeritierung als Direktor vorstand. Zu Ehren des Jubilars findet am 2. Juni 2004 in der Klinik für Dermatologie und Allergologie der TU München ein Akademisches Symposium statt zum Thema "Allergien und Noxen in Umwelt und Beruf".

In Berlin-Wilmersdorf geboren, studierte Borelli zunächst in Berlin, dann in Prag und Hamburg. Unterbrochen von Militärdienst konnte er sein Studium 1948 abschließen, 1950 folgte die Promotion in Medizin sowie Psychologie und Geschichte. Seine Facharztausbildung absolvierte Borelli in Hamburg und München bei Alfred Marchionini, der seine weitere wissenschaftliche Laufbahn maßgeblich beeinflusste. Nach seiner Habilitation über die Entwicklung von Kontaktekzemen im Friseurberuf bildete sich Borelli 1965 zum Arzt für Arbeitsmedizin weiter.

Nachdem sich der Mediziner zehn Jahre lang intensiv mit dem Einfluss des Klimas auf den Verlauf von Hauterkrankungen befasst hatte, eröffnete er in der Schweiz eine Abteilung für Hautkrankheiten in der Höhenklinik Valbella Davos. 1961 folgte die Gründung der Deutschen Klinik für Dermatologie und Allergie, die "Alexanderhausklinik". 1967 wurde Borelli an die TUM berufen, wo er bis zur Emeritierung im Jahre 1992 wirkte. Sein Nachfolger wurde Prof. Johannes Ring.

Die Schwerpunkte der breit gefächerten wissenschaftlichen Aktivitäten von Borelli lagen auf dem Gebiet der Andrologie, Sexualmedizin, Psychodermatologie sowie auf dem Gebiet der Atopieforschung, insbesondere Neurodermitis. Gekrönt wird sein wissenschaftliches Werk, das weit mehr als 500 Publikationen, Buch- und Handbucheinträge umfasst, durch das laufend ergänzte, siebenbändige Nachschlagewerk "Krankheiten der Haut und Schleimhaut durch Kontakte in Beruf und Umwelt, Dermatologischer Noxenkatalog".

Borelli wirkte in einer Großzahl wissenschaftlicher Gesellschaften, unter anderem als Vorsitzender des Kuratoriums der Bayerischen Akademie für Arbeit-, Sozial- und Umweltmedizin sowie im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Unfallheilkunde. Sein engagiertes wissenschaftliches und standespolitisches Lebenswerk wurde mehrfach durch Berufung in ausländische dermatologische Gesellschaften gewürdigt, zudem erhielt er zahllose Ehrungen: Bergmann-Plakette (1987), Franz-Kölsch-Preis (1991), Goldene Ehrennadel der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (1993), Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1976), Bayerischer Verdienstorden (1980), Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der BRD (1986), großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der BRD (1991), Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse, Litteris et Artibus der Republik Österreich (1994).

Hinweis: Das Symposium beginnt am Mittwoch, den 2. Juni 2004, um 14.00 Uhr, im Hörsaal Gebäude 608 am Biederstein, Biedersteinerstraße 29, 80802 München.
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