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Botschafter von Sierra Leone besucht Würzburger Studierende

29.05.2004 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Ereignisreiche Wochen liegen hinter 16 Studierenden der Uni Würzburg: Nirgendwo anders als in New York City, am Hauptsitz der Vereinten Nationen (UN), mussten sie sich Anfang April als Diplomaten beweisen. Dort vertraten sie bei einer Simulation von UN-Verhandlungen das westafrikanische Land Sierra Leone. Doch zum Ausruhen bleibt den jungen Leuten wenig Zeit: Auf ihre Einladung hin kommt jetzt der Botschafter Sierra Leones nach Würzburg.


Diese Studierenden der Uni Würzburg haben am Wettbewerb "National Model United Nations" (NMUN) in New York teilgenommen. Foto: NMUN Würzburg Umaru Bundu Wurie, so heißt der Mann, der den afrikanischen Staat in Deutschland vertritt. Die Würzburger Studierenden lernten ihn Anfang des Jahres bei ihren Vorbereitungen auf das Simulationsspiel kennen. Nun richten sie für ihn einen Empfang aus, und zwar am Freitag abend, 4. Juni, ab 18.00 Uhr im Toscanasaal der Residenz. Bei dieser Gelegenheit wird der Botschafter einen Vortrag über sein Land halten. Auch Generalmajor a.D. Manfred Eisele, der 2000 und 2002 eine UN-Kommission leitete, welche die Lage in Sierra Leone zu bewerten hatte, wird über seine Erfahrungen berichten. Im Anschluss besteht Gelegenheit zur Diskussion. Die Veranstaltung ist öffentlich, Gäste sind willkommen.

Die Studierenden, die in New York an der Simulation "National Model United Nations" (NMUN) teilgenommen haben, werden sich an diesem Abend ebenfalls präsentieren. Schließlich haben sie vor, die NMUN-Delegation fest in der Würzburger Universitätskultur zu verankern, wie Mitglied Robert Czech sagt. Um das Projekt bekannt zu machen, ist unter anderem ein Auftritt auf der Würzburger Uni-Messe JUMAX geplant.

Die Professorin Gisela Müller-Brandeck-Bocquet und Corina Schukraft, beide vom Würzburger Institut für Politische Wissenschaft, bescheinigen den Studierenden, eine schwere Aufgabe hinter sich gebracht zu haben. "Ein völlig anderes politisches, soziales und kulturelles Umfeld zu simulieren, erfordert sowohl Arbeit als auch Einfühlungsvermögen", sagen die Politikwissenschaftlerinnen.

Für die Studierenden, die aus so unterschiedlichen Fachbereichen wie Politik, Recht, Englisch, Geographie, Archäologie oder Wirtschaftswissenschaften stammen, bedeutete das über ein halbes Jahr intensive Vorbereitung: Wöchentliche Sitzungen, Expertengespräche mit Diplomaten und Fachleuten aller Art und schließlich die Generalprobe bei der Marburger UN-Simulation "LahnMun" im Februar. Die Würzburger erlernten Arbeit und Strukturen der UN und sammelten Informationen über Sierra Leone und aktuelle weltpolitische Themen.

Bevor es dann in New York richtig losging, konnten die Nachwuchsdiplomaten zahlreiche Eindrücke sammeln: Bei einem speziell für sie zusammengestellten Programm standen drei Tage lang Diskussionen mit echten UN-Diplomaten an. "Ein Höhepunkt", so Michael Wölfelschneider, Begründer der Delegation, "denn wann hat man als Student schon mal die Gelegenheit, mit internationalen Experten über Themen wie Terrorismus, Menschenrechte oder Entwicklungszusammenarbeit zu diskutieren?"

Für alle 3.000 studentischen Delegierten aus 23 Län-dern hieß es dann in den folgenden Tagen: Resolutionsentwürfe verfassen, mit den Delegationen der Partnerländer verhandeln und nach tragfähigen Kompromissen suchen. Den Abschluss dieser diplomatischen Bemühungen bildete die Lobby-Arbeit, also die Anstrengung, sein Papier in informellen Verhandlungsrunden sowie in Reden vor dem Plenum vorzustellen und Unterstützer zu gewinnen. Nach einigen Tagen wurden die ersten Resolutionsentwürfe eingereicht - und es begann der zermürbende Prozess des Abstimmens.

Für das Simulationsspiel 2005 rekrutiert die Würzburger NMUN-Delegation schon jetzt neue Nachwuchs-Diplomaten. Erfolgreich war die Gruppe auch dabei, Sponsoren zu gewinnen, ohne die das Projekt nicht zu finanzieren gewesen wäre. Dies waren: Modehaus Wöhrl, Unibund, Haniel-Stiftung (Duisburg), Robert-Bosch-Stiftung (Stuttgart), DAAD, Markt Elsenfeld (Landkreis Miltenberg), Gemeinde Sailauf, Mercedes Benz Würzburg, Sparkasse Mainfranken, Raiffeisenbank Bütthard-Gaukönigshofen, Raiffeisen-Stiftung, Siemens, Verwaltungsgemeinschaft Hörnergruppe (Oberallgäu), Lions-Club Kempten-Cambodunum, Auswärtiges Amt (Berlin).

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