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Kinder(t)räume

29.05.2004 - (idw) Universität Siegen

Projektwoche in der Domsingschule Köln vom 1.-5. Juni 2004

Ingenieurwissenschaften und Architektur teilen im Hinblich auf die Schule ein gemeinsames Schicksal: sie finden dort als Fächer nicht statt. In Österreich, genauer in Salzburg, entstand in der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten die Idee, über einen Arbeitskreis 'Kultur & Schule' Wege und Mittel zu suchen, um Kindern die Architektur näher zu bringen und ihr Bewusstsein für das architektonische Umfeld zu sensibilisieren und zu schulen.
Am Fachbereich Architektur und Städtebau der Universität Siegen wurde aus dieser Grundidee ein Studienprojekt in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften der Domsingschule Köln entwickelt, mit dem Ziel, im Rahmen einer schulischen Projektwoche Wahrnehmungsprozesse im Bezug auf die gebaute Umwelt zu initiieren und Kritikfähigkeit und Qualitätsbewusstsein zu fördern.
Zur theoretischen Annäherung an kindliche Denkstrukturen und Wahrnehmungen wurden von den Studierenden Rollenspiele als 'Experten - Laien Sitzung' durchgeführt und Kurzfilme gedreht. Jede Studentengruppe drehte mit Unterstützung des Medienzentrums der Uni Siegen einen Film, der die Sicht des Kindes und somit seine Wahrnehmung verdeutlichen sollte. Die Augenhöhe wurde bei der Kameraeinstellung auf 1,20 bzw. 1,40 m festgelegt. Die Filme stellen Themen dar wie Höhe, Schulweg, Einkaufszentrum, Videospiele etc. Die Filme der Projektvorbereitung werden am 'Tag der offenen Tür' der Domsingschule Köln am 05. Juni 2004 präsentiert.
Aus der Vorbereitung entstanden für die Projektwoche 8 Einzelprojekte mit den Themen:
- Baukasten
- Stadttheater
- Bauen der Tiere
- Archi-Mobile
- Klangräume - Raumklänge
- Puzzle
- Raumraupe
- Raumpfad

Die angebotenen Themen sind in ihrer Aussage sehr vielfältig und unterschiedlich. Eine Gruppe besucht eine Lehrbaustelle und hat dadurch die Möglichkeit, selbst aktiv zu bauen. Eine andere baut aus leeren Getränkekästen Traumzimmer und erhält die Möglichkeit, eine Nacht dort zu verbringen.
Nach der intensiven Projektvorbereitung war allen Beteiligten, den 42 Studierenden und den Betreuerinnen Prof. Dipl.-Ing. Sibille Wirtz und Dipl.-Ing. Eva Maria Juncker, klar, dass Architektur nicht erst mit dem Studium beginnt, sondern wichtiges Allgemeingut ist. Jeder lebt in Architektur und jeder ist ihr zwangsläufig ausgeliefert. 'Grund genug, sie als Kind schon verstehen zu lernen'.
Während der Projektwoche haben die Schüler zwei Betreuergruppen, ihre Lehrerinnen und Lehrer und die Studierenden. Von diesem Pluralismus werden letztlich alle profitieren: den Studierenden eröffnen sich neue Sichtweisen auf bekannte Sachverhalte und sie werden mit den unkonventionellen Ideen der Kinder konfrontiert, die Lehrkräfte und die Schülerinnen und Schüler gewinnen Einsichten in architektonisches Handeln und Denken.

Sibille Wirtz und Eva Maria Juncker sehen diese Projektwoche als einen ersten Schritt, bei dem aus den Erfahrungen gelernt und weiterführende Ansätze zur Kooperation von Schule und Universität entwickelt werden sollen. Ein besonderer Dank gilt dabei der Domsingschule Köln, die dieses Projekt erst ermöglicht hat.
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