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Wie Algen sich gefräßige Krebse vom Leibe halten

29.05.2004 - (idw) Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Meeresalgen behindern mit chemischen Waffen nachhaltig die Fortpflanzung ihrer Fressfeinde, berichtet ein internationales Forscherteam in "Nature".

Die üppige Planktonblüte, Kennzeichen nährstoffreicher Regionen und Jahreszeiten im Meer, wird weltweit von einigen wenigen Kieselalgen-Arten dominiert. Nach der Blüte sinkt ein bedeutender Teil ihrer Biomasse 'ungefressen' zum Meeresgrund, weil sich ihre Fressfeinde - Ruderfußkrebse oder Copepoden - erst nach der Blüte, also unter wesentlich schlechteren Nahrungsbedingungen, besser entwickeln als während der Planktonblüte selbst. Ein internationales Team, darunter Forscher vom Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena, hat jetzt dieses Paradox aufgeklärt: Die winzigen Kieselalgen sind in der Lage, durch chemische Abwehrstoffe die Vermehrung ihrer Fraßfeinde wesentlich zu beinträchtigen. Indem einige der Algen sich 'opfern' und die sie fressenden Krebse vergiften, wird der Rest der Population nachhaltig geschützt. Dieser raffinierte Mechanismus hindert also die Feinde nicht direkt am Fressen, sondern behindert ihre Vermehrung in der nächsten Generation (Nature, 27. Mai 2004).
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