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"Wald-Lehrstuhl" beendet erste studentische Übungsreihe mit großer Exkursion

03.06.2004 - (idw) Internationales Institut für Wald und Holz NRW e.V.

Der Lehrstuhl für Waldökologie, Forst- und Holzwirtschaft am Institut für Landschaftsökologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster beendet diese Woche seine erste praktische forstliche Übungsreihe mit einer großen Exkursion. Vom 1. bis 4. Juni präsentieren die Studierenden der Landschaftsökologie vor Ort in den Forstämtern Arnsberg, Münster, Schmallenberg, Steinfurt und Warendorf sowie in der Arenbergschen Forstverwaltung die Ergebnisse ihrer praktischen Arbeiten. Insgesamt 42 Hochschüler nutzten in den vergangenen zwei Semestern die Möglichkeit, ihre theoretischen forstlichen Kenntnisse in die Praxis umzusetzen.


42 Studierende präsentieren ihre Untersuchungsergebnisse auf der Exkursion vor Ort im Wald wie hier im "Vinnenberger Busch" im Forstamt Warendorf
Einblick in einen Sägewerksbetrieb: Die Weiterverarbeitung des Rohstoffes Holz erleben die Studierenden der Landschaftsökologie der Universität Münster "hautnah" mit Münster, 2. Juni 2004

Praxisnaher Lehransatz schafft umfassendes Verständnis

In Zusammenarbeit mit den Forstämtern und der Arenbergschen Forstverwaltung wurde die Übungsreihe im Wintersemester 2003 / 2004 und Sommersemester 2004 durchgeführt. Insgesamt zwölf Gruppen mit jeweils zwei bis vier Studierenden haben sich intensiv mit den heimischen Baumarten - Buche, Eiche, Fichte, Kiefer und anderen Laubhölzern, unter anderem Esche / Bergahorn sowie Pappel / Birke - befasst. Die jeweiligen Gruppen führten ihre Untersuchungen in ausgewählten Übungsgebieten der Forstämter und der Arenbergschen Forstverwaltung durch, die für die zu untersuchenden Baumarten besonders typisch sind. Im Herbst und Winter erhoben sie dort forstliche Kennzahlen und ermittelten betriebswirtschaftliche Größen und führten im Frühjahr vegetations- und bodenkundliche Aufnahmen durch. Während der Übungen wurden die Studierenden durch Fachleute der beteiligten Forstämter sowie Wissenschaftler der Hochschule betreut. Besuche im zuständigen Forstamt und bei zugehörigen Forstbetriebsbeamten gehörten ebenfalls zum Programm der Übungsreihe und erlaubten einen Einblick in die bestehenden Verwaltungsstrukturen.

Untersuchungsergebnisse und -erkenntnisse von Studierenden für Studierende

Innerhalb einer großen Exkursion werden nun in vier Tagen die Ergebnisse der Untersuchungen und Erhebungen durch die Studierenden vor Ort allen Beteiligten der Übungsreihe präsentiert. Darüber hinaus werden während der Exkursion weitere Flächen und Besonderheiten der Forstämter Warendorf und Schmallenberg in Augenschein genommen. Außerdem werden Holz be- und verarbeitende Betriebe wie beispielsweise eine Schreinerei und ein Sägewerksbetrieb besucht, um den Studierenden die weitere Verwendung des Rohstoffes Holz aufzuzeigen.

Schaffung von gegenseitigem Verständnis

Die Übungsreihe ist die erste, die vom im Oktober 2003 eingerichteten Lehrstuhl für Waldökologie, Forst- und Holzwirtschaft in Zusammenarbeit mit den genannten Forstämtern und der Arenbergschen Forstverwaltung durchgeführt wurde. Der Lehrstuhl vermittelt zukünftigen Landschaftsökologen, Geographen, Biologen etc. einen Einblick in die nachhaltige Waldwirtschaft. Dies wird vor allem über interdisziplinäre Lehre realisiert. So werden grundlegende waldökologische sowie forst- und holzwirtschaftliche Themen zunächst in Vorlesungen vermittelt und anschließend das erlernte Wissen in der Praxis erprobt wie beispielsweise in der Übungsreihe. Auf diese Weise soll das gegenseitige Verständnis von Natur- und Artenschützern auf der einen Seite und Waldbesitzern beziehungsweise der Forstwirtschaft auf der anderen Seite gefördert werden.


Das Wald-Zentrum, Westfälische Wilhelms-Universität, in Kürze

Das Wald-Zentrum, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, wird gebildet aus dem Fachgebiet für Waldökologie, Forst- und Holzwirtschaft im Institut für Landschaftsökologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und dem Internationalen Institut für Wald und Holz NRW e. V. an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Inhaber des Lehrstuhls für Waldökologie, Forst- und Holzwirtschaft ist Prof. Dr. Andreas Schulte. Vorrangiges Ziel ist es, den Studierenden der Landschaftsökologie, Geografie und Geoinformatik am Fachbereich Geowissenschaften einen Einblick in die nachhaltige Waldbewirtschaftung zu ermöglichen. Dazu werden grundlegende waldökologische sowie forst- und holzwirtschaftliche Themen zunächst in Vorlesungen vermittelt und anschließend das erlernte Wissen in der Praxis erprobt. Durch die interdisziplinäre Lehre soll das gegenseitige Verständnis für die unterschiedlichen Ansprüche von Natur- und Artenschützern auf der einen Seite und Waldbesitzern bzw. der Forstwirtschaft auf der anderen Seite gefördert werden.

Das Internationale Institut für Wald und Holz NRW wurde im Oktober 2003 auf Initiative der Landesregierung Nordrhein-Westfalens und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster als gemeinnütziger Verein gegründet. Es hat seinen Sitz an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
Das Institut fungiert als eigenständige Einrichtung und arbeitet im Rahmen eines Kooperationsvertrages mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zusammen. Es ist nach § 32 Hochschulgesetz Nordrhein-Westfalen anerkanntes An-Institut dieser Hochschule und versteht sich als Bindeglied zwischen Wissenschaft und Praxis. Vorstandsvorsitzender ist Prof. Dr. Andreas Schulte.
Zu den Hauptaufgaben gehören die anwendungsbezogene, regional und international ausgerichtete Forschung und Beratung sowie die Fort- und Weiterbildung in allen Bereichen, die den Wald, die Forstwirtschaft und den Roh- und Werkstoff Holz betreffen.

Neben den vielfältigen Aufgaben in der Ausbildung von Studierenden des Wald-Zentrums haben sich bisher folgende Arbeitsschwerpunkte herausgebildet:
* Forst- und Naturschutzpolitik, multifunktionale Waldbewirtschaftung (insbesondere Erholungsnutzung im Wald), Waldnaturschutz und Nachhaltigkeitsevaluation von Forstwirtschaft (Kriterien und Indikatoren, Zertifizierung)

* Struktur- und Marktanalysen der Forstwirtschaft und Holz verbrauchenden Industrie (Cluster-Studien, Cluster-Management)
* Wald und Klimawandel (Kyoto-Prozess), Energiewälder, Energieholznutzung
* Waldökosystemforschung (Stoffhaushalt von Waldökosystemen, z. B. Kohlenstoff, Schwermetalle; Einfluss von Megaherbivoren auf die Waldentwicklung)
* Rehabilitation degradierter Waldökosysteme in verschiedenen Regionen der Welt: z. B. Südamerika und Südostasien
* Entwicklung eines modularen, vierdimensionalen Informationssystems Wald

Das Wald-Zentrum hat mit derzeit acht Mitarbeitern seine Arbeit im Januar 2004 aufgenommen.

Stand: Juni 2004
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