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"Ideelle und religiöse Grundlagen des frühmittelalterlichen Königtums": Tagung an der Uni Passau

09.06.2004 - (idw) Universität Passau

"Ideelle und religiöse Grundlagen des frühmittelalterlichen Königtums" - unter diesem Titel laden der Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte der Universität Passau und die Arbeitsstelle Hoops (Reallexikon der Germanischen Altertumskunde) an der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen vom 1. bis zum 3. Juli zu einer Tagung an die Universität Passau ein. Bei der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützten Tagung treffen sich rund 20 Mittelalter-Forscher aus ganz Deutschland, aus Österreich, Schweden und Polen in Passau.

Das frühmittelalterliche Königtum hat immer das Interesse der historischen Forschung auf sich gezogen. In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts stand dabei vor allem die Frage nach seiner magisch-heidnischen Fundierung und dem Königsheil, also die Problematik des sog. Sakralkönigtums, im Zentrum, doch konzentrierte sich die Mediävistik seither stärker auf die materielle Basis des Königtums, auf Machtausübung und Machtsicherung, auf das Regelwerk der Herrschaftspraxis und auf das Eingebundensein des Königs in politische und soziale Wirk"systeme". Die ideengeschichtliche Betrachtung trat dabei nicht zuletzt deshalb zurück, weil manche ihrer Äußerungen vor 1945 in unheilvolle Verstrickungen geraten waren.

Nun jedoch, nachdem die Erforschung der praktischen Seite der Königsherrschaft wichtige neue Einsichten gebracht hat, ist es an der Zeit, auch wieder den ideellen, insbesondere den religiösen Grundlagen des frühmittelalterlichen Königtums eine verstärkte Aufmerksamkeit zu widmen, sie in nüchterner Betrachtung zu erfassen und ohne ideologische Überhöhung als besondere Ausformung eines weltweiten Phänomens zu begreifen. Im strukturellen Vergleich verschiedener Herrschaftsverbände soll dabei von der germanischen Frühzeit bis in die ottonische Epoche hinein vor allem das sog. Sakralkönigtum kritisch hinterfragt werden. Dabei wird auf der einen Seite eine starke Relativierung der von einer germanophilen Geschichtsforschung überhöhten Heilsidee des germanischen Königtums vorgenommen werden müssen (mit dem Verzicht auf die Vorstellung eines germanischen Sakralkönigtums) und auf der anderen Seite nach den Elementen zu fragen sein, die den Königen aufgrund eines Nahverhältnisses zu Gott (oder zu den Göttern) eine sakrale Dimension verliehen (sakraler König statt Sakralkönigtum).

Die Tagung "Ideelle und religiöse Grundlagen des frühmittelalterlichen Königtums" in Passau vom 1. bis 3. Juli 2004 an der Universität Passau (Hörsaal 9 im Hörsaalgebäude "Audimax", Innstraße 31) ist eine gemeinsame Veranstaltung von Professor Franz-Reiner Erkens (Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte der Universität Passau) und der Arbeitsstelle Hoops an der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Das genaue Tagungsprogramm ist zu finden unter http://www.phil.uni-passau.de/mittelaltgeschichte/tagung.htm. Anmeldungen zur Tagung sind noch möglich bis zum 20. Juni 2004. Eine Tagungsgebühr ist nicht zu entrichten.

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Hinweis an die Redaktionen:
Rückfragen zu dieser Presseeinladung richten Sie bitte an den Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte, Tel. 0851/509- 2701, E-Mail: franz-reiner.erkens@uni-passau.de, oder an die Pressestelle der Universität Passau, Tel. 0851/509-1430, E-Mail: pressestelle@uni-passau.de. Journalisten sind zu der Veranstaltung herzlich eingeladen.
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