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Weltbürgerinnen mit Zwischenstopp an der TU Clausthal

09.06.2004 - (idw) Technische Universität Clausthal

Anna Boleininger und Melanie Jauernick aus Braunschweig, die beim Landeswettbewerb Jugend forscht im März an der TU Clausthal mit ihrer Arbeit über den viel zu hohen Nickelgehalt in den Euromünzen für Furore sorgten - der Grenzwert für Geberauchsgegenstände ist, so fanden sie heraus, rund um das Tausendfache überschritten - sind zur Zeit zu ihrem Forschungspraktikum im Institut für Physikalische Chemie zu Gast. Die Praktika stiftete die Sparkasse Goslar/Harz.


Anna Boleininger (li.) mit PD Dr. Jörg Adams und Melanie Jauernick im Institut für Physikalische Chemie. Beide haben schon einiges von der Welt gesehen: Anna Boleininger wurde im Ural in Tscheljabinsk geboren und wuchs in Kasachstan im Fernen Osten auf, bis sie als Deutschstämmige im Alter von sieben Jahren nach Berlin kam. Melanie Jauernick wurde in Ingolstadt geboren und lebte mit ihren Eltern, ihre Mutter ist Mexikanerin, im mexikanischen Puebla, der Stadt mit dem großen VW-Werk, bevor sie nach Braunschweig zurückkamen. So spricht Anna neben einem perfekten Deutsch Russisch, Englisch, Französisch - und weil sie später vielleicht einmal nach Japan gehen möchte - lernt sie Japanisch; und Melanie Jauernick fühlt sich im Spanischen wie im Deutschen zuhause.

Anna Boleininger wird zum Wintersemester Chemie in Oxford studieren, den Eingangstest für die angelsächsischen Elite-Universität bestand sie, wie auch ihr Bruder, vor einem Jahr, und Melanie Jauernick wird zum September mit der Ausbildung zum Werkstoffprüfer bei VW in Wolfsburg beginnen und für die Zukunft stellt sie vor, nach einem FH-Studium in Mexiko zu arbeiten.

Im Mai und Juni waren die beiden jungen Weltenbummlerinnen an der TU Clausthal zu Gast: Die Arbeit im Institut für Physikalische Chemie gefällt ihnen sehr gut. "Meine starken Fächer in der Schule waren Chemie, Biologie und Deutsch, so ist für mich ein Forschungspraktikum in der Physikalischen Chemie als Kontrastprogramm genau richtig, denn auf dem Gebiet kenne ich mich überhaupt nicht aus", sagt Anna Boleininger. Betreut von Privatdozent Dr. Jörg Adams, konnte sie an den Clausthaler Forschungen zu neuartigen Polymergelen teilhaben. Deren Besonderheit ist, dass sie nicht wie üblicherweise Polymere als Kette identischer "Bausteine", den Monomeren, über so genannte Brückenbindungen vernetzt sind, sondern netzartige Kunststoffe über kleine Tonpartikelchen miteinander verbunden sind. "Wie aber deren Bindung genau aussieht, ist unbekannt. Ich konnte die verschiedensten Methoden kennen lernen, wie man versucht, den Aufbau dieser seltsamen Stoffe, die sich glibberig aber nicht feucht anfühlen, heraus zu bekommen", sagt Anna Boleininger. "Es ist schon toll, wie man hier von Forschungen erfährt, von denen ich sonst nie etwas gehört hätte", sagt Melanie Jauernick, die in der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Diethelm Johannsmann mit Schwingquarzen Polymerfilme untersuchen konnte, die nur einige wenige Milliardstel Meter dick sind. "Alle hier im Institut sind sehr offen und bereit, ihre Arbeiten zu erklären", sagt Melanie Jauernick.

In ihrer Freizeit sind beide mittendrin im Clausthaler Studentenleben, sie wohnen auf den Häusern der Akademischen Vereinigung Kristall und der Turnerschaft Rheno-Germania. Melanie Jauernick hat noch eine Woche vor sich; Anna Boleininger, die etwas früher begann, schloss am vierten Juni ihr Praktikum ab. Sie wird allerdings Clausthal-Zellerfeld noch einige Zeit erhalten bleiben, denn sie kann noch ein Praktikum bei dem Clausthaler Hightech Unternehmen Sympatec anschließen, bevor es im Oktober dann zum Studium nach Großbritannien geht. Melanie Jauernick wird gleichfalls noch einmal nach Clausthal-Zellerfeld zurückkehren, denn Dieter Brinkmann wird ihr im Institut für Werkstoffkunde und Werkstofftechnik vorstellen, wie die Ausbildung des Werkstoffprüfers an einer Universität aussieht.

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