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Das vierte Leben des Schinkel-Tores

11.06.2004 - (idw) Universität Leipzig

Das Schinkel-Tor, eines der wenigen geretteten Zeugnisse des 1968 gesprengten Leipziger Universitäts-Hauptgebäudes, des Augusteums, wird ab 14.6.2004 im Zuge der Baumaßnahmen zur Neu- und Umgestaltung des Campus durch die Bildhauerfirma Markus Gläser abgebaut. Nach der Einrüstung erfolgt unter Einsatz eines Kranes die Demontage der großen Einzelstücke. Noch offen ist, wie und wo das Bauwerk, das seit 1981 zwischen Seminar- und Hauptgebäude in der Universitätsstraße steht, in den bis 2009 fertigzustellenden neuen Campus integriert wird. Bis dahin wird es nach einer konservatorischen Vorbehandlung durch Markus Gläser an sicherem Ort gut verwahrt.

Seit mehr als 20 Jahren erfüllte das mit reichem Reliefschmuck versehene Tor eher dekorative Zwecke. Ursprünglich besaß das 1830 von dem berühmten Berliner Baumeister Karl Friedrich Schinkel entworfene und von dem Dresdner Bildhauer Ernst Rietschel ausgeführte Tor die Funktion des Hauptportals für das 1836 bis 1838 erbaute Augusteum. Auf den Sandstein-Pfeilern mit dem an die Renaissance angelehnten Reliefschmuck von Pflanzen, Vögeln und figürlichen Allegorien standen als krönender Abschluss vollplastische Statuen der Musen Melpomene und Kalliope aus einem wetterfesten Stuckmaterial.

Mit dem Umbau des Augusteums 1895 bis 1897 durch Arved Rossbach musste das Schinkel-Tor seinen Platz verlassen, wurde dreizügig erweitert und südlich an das Augusteum angebaut, womit es zu einem Hofeingang umfunktioniert war.
13 Jahre nach der Sprengung des Augusteums begann die dritte Lebensphase des Schinkel-Tores, das nach einer Restaurierung 1981 als völlig separater Baukörper aufgestellt wurde. Aber ohne die inzwischen stark verwitterten Musen, deren Restaurierung bzw. die Anfertigung von Kopien zwar begonnen, aber nicht vollendet wurde. Durch das Tor oder an ihm vorbei gingen nunmehr täglich Tausende Studierende auf dem Weg zur Vorlesung oder zum Seminar. Auch diese Ära geht nun zu Ende, und das Schinkel-Tor kann sich auf seine vierte Lebensphase in völlig neuer Umgebung vorbereiten.
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