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Blühende Ackerlandschaften auf schwachen Böden: Projektvorstellung an der Humboldt-Universität

11.06.2004 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

PM 82/2004

Die Bewirtschaftung von Sandäckern verursacht der modernen Landwirtschaft große Sorgen: Mehr als zehn Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen gelten als ertragsschwache Ackerstandorte. Dürftige Erträge und hohe Kosten führen über kurz oder lang zur Nutzungsaufgabe. Dabei beherbergen die großflächig offenen Ackerlandschaften Nordostdeutschlands ein vielfältiges Mosaik unterschiedlicher Standorte. Das Bestreben nach einer langfristigen Sicherung der ackerbaulichen Bewirtschaftung erfordert neben der Beurteilung der Artenvielfalt auch eine ökonomische Bewertung.

Im Projekt "Erhaltung von offenen Ackerlandschaften auf ertragsschwachen Standorten durch Extensive Bodennutzung" wurde unter Leitung des Lehrstuhls für Landschaftsökonomie am Botanischen Institut der Universität Greifswald diesen Fragen nachgegangen. Beteiligt waren auch das Zoologische Institut der Universität Greifswald, das Institut für dauerhaft umweltgerechte Entwicklung von Naturräumen der Erde (DUENE) e.V. in Greifswald sowie das Institut für Landnutzung der Universität Rostock. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Projekt im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur Erhaltung von Offenlandbiotopen unter Beachtung naturschutzfachlicher Konzepte im Biotop- und Artenschutz gefördert.

Die Ergebnisse des Projektes werden am 16. Juni 2004 im Senatssaal der Humboldt-Universität zu Berlin vorgestellt. Die Präsentationen aus dem Projekt runden zwei Fachbeiträge zur Nutzungsgeschichte und Identifikation mit der Kulturlandschaft (Prof. Konold, Universität Freiburg) und zu den agrarpolitischen Rahmenbedingungen der Bewirtschaftung ertragsschwacher Standorte (Prof. Isermeyer, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig) ab.

Es herrscht weitgehende Übereinstimmung, daß der Nutzen der Landbewirtschaftung nicht ausschließlich in den erzeugten Produkten zu finden ist. Neben der Einkommenssicherung für die Landwirte sind z. B. die Erhaltung bzw. Förderung typischer Pflanzengesellschaften oder die Aufrechterhaltung der Grundwasserneubildung Nutzenstiftungen. Diese bedürfen, sollen sie honoriert werden, einer präzisen Beschreibung und Bewertung. Damit wird eine wichtige Voraussetzung für den Ersatz von Subventionen durch eine Leistungshonorierung, die auch international konsensfähig ist, erfüllt. Aufgrund nationaler und internationaler Verpflichtungen (Bundesnaturschutzgesetz, Biodiversitätskonvention) muß Lebensraum auch für die Ackerbegleitflora bereitgestellt werden. Im Vergleich mit möglichen Flächennutzungsalternativen sind die behandelten extensiven Verfahren konkurrenzlos günstig zu haben.

Die Ergebnisse des Projektes erscheinen im Herbst 2004 im Springer Verlag (aktuelle, historische Nutzung ertragsschwacher Standorte, Akzeptanz und Kosten extensiver Landnutzung, Ressourcenschutz, Artenvielfalt und Landnutzung, politische Bedingungen und Perspektiven der Bewirtschaftung von ertragsschwachen Ackerstandorten eingegangen.
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