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Mehr Sicherheit für Brustkrebs-Patientinnen: LBK-Brustzentrum geprüft und zertifiziert

16.06.2004 - (idw) LBK Hamburg (Landesbetrieb Krankenhäuser)

Jede neunte Frau in Deutschland erkrankt an Brustkrebs, im Alter zwischen 35 und 55 Jahren ist Brustkrebs die häufigste Todesursache von Frauen. Allein in Hamburg werden jedes Jahr 1200 Frauen mit der Diagnose "Mammakarzinom" konfrontiert, davon wird etwa jede vierte Patientin im LBK Hamburg Brustzentrum der Frauenklinik Barmbek-Finkenau behandelt.


TÜV-Auditor Dr. Wolfgang Tiedemann überreicht Prof. Dr. Peter Schmidt-Rohde die Zertifizierungs-Urkunde.
Die Drei vom Brustzentrum: Dr. Maximilian Wollny, Dr. Ursula Scholz, Prof. Dr. Peter Schmidt-Rohde Die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller beteiligten Abteilungen und die qualitätsgesicherte Diagnostik und Therapie nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft hatten in der Frauenklinik Barmbek-Finkenau immer einen hohen Stellenwert. Dabei orientiert sich das LBK Brustzentrum an den S3-Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und den EUSOMA-Richtlinien der Europäischen Gesellschaft für Senologie. "Nun lässt sich das erreichte Niveau auch für die Patientinnen nachvollziehbar nachweisen", freut sich der Ärztliche Leiter des Brustzentrums, Prof. Dr. Peter Schmidt-Rohde.

Für die betroffenen Frauen ist die Auswahl der für sie optimalen Klinik ein ebenso entscheidender wie schwieriger Prozess. Wie können Frauen vor der Behandlung die Qualität der Kliniken und Zentren beurteilen? Inzwischen gibt es mehrere Kriterien in Deutschland, nach denen sich Patientinnen richten können:

1. Disease Management Programme (DMP) der Krankenkassen zur integrierten Versorgung. Diese Programme haben das Ziel, die Versorgung von Patientinnen mit Mammakarzinomen auf der Basis evidenzbasierter Standards zu verbessern, die Lebensqualität der Patientinnen zu steigern, die Dauer des rezidivfreien Überlebens zu erhöhen und die brustkrebsbedingte Sterblichkeit zu verringern. Sowohl die teilnehmenden Brustzentren als auch die behandelnden Ärzte müssen dabei relativ strenge Qualitätskriterien erfüllen, die regelmäßig überprüft werden. So muss jedes Zentrum mindestens 150 Brustkrebspatientinnen pro Jahr behandeln, jeder einzelne Operateur muss mindestens 50 Brustkrebsoperationen pro Jahr vorweisen können. Im LBK Hamburg Brustzentrum in Barmbek erfüllen gleich drei erfahrene Ärzte diese hohen Anforderungen: Chefarzt Prof. Dr. Peter Schmidt-Rohde und die Oberärzte Dr. Ursula Scholz und Dr. Maximilian Wollny. Sie behandeln pro Jahr rund doppelt so viele Patientinnen wie in den Richtlinien gefordert.

2. Ein noch deutlich anspruchsvolleres Qualitätskriterium ist die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2000. Dieses neutrale und überregionale Gütesiegel wird nach aufwändiger Überprüfung der Arbeitsabläufe, der Medizintechnik, des Ausbildungsstandes der Mitarbeiter, der Hygiene, der diagnostischen Qualität, der medizinischen Dokumentation und vieler weiterer Punkte mehr von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Senologie in Zusammenarbeit mit dem TÜV Süd verliehen. Dabei werden auch die an der Brustkrebsbehandlung beteiligten Fachabteilungen (Pathologie, Strahlentherapie (AK St. Georg), Nuklearmedizin und Radiologie (AK Barmbek/Praxis Dr. Broemel)) intensiv geprüft. Nach sechsmonatiger intensiver Vorarbeit und erfolgreich bestandenen Prüfungen erhält das LBK Hamburg Brustzentrum am heutigen Dienstag das begehrte Zertifikat.

3. Darüber hinaus hat das LBK Hamburg Brustzentrum als einziges Brustzentrum in Hamburg ein so genanntes Risikoaudit durchlaufen, bei dem die Klinik von externen Gutachtern eindringlich auf mögliche Fehlerquellen und Schwachstellen geprüft wurde. Auch hier hat sich die sehr professionelle Arbeit der Barmbeker Brustkrebsspezialisten bestätigt. An einigen Stellen fanden die externen Prüfer Anlass zur weiteren Optimierung, aber keine groben Fehlerquellen. Die Qualitätshandbücher des Brustzentrums wurden nach der Analyse ergänzt, die Beseitigung potentieller Schwachstellen wird von den Gutachtern kontrolliert.

Eine wichtige Voraussetzung qualitativ hochwertiger Arbeit sei der Vergleich mit den Leistungen anderer zertifizierter Brustzentren, betont Professor Schmidt-Rohde. Dieses so genannte Benchmarking zur externen Qualitätssicherung erreicht das LBK Hamburg Brustzentrum durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Brustzentrum (WBC) in Nordrhein-Westfalen. Der anonymisierte Vergleich sämtlicher Leistungsdaten und eine absolute Transparenz der Handlungsnormen sichere eine Versorgung der Patientinnen auf höchstem medizinischem Niveau, so Schmidt-Rohde: "Unser Team und unsere Kooperationspartner haben durch ihr Engagement den erreichten Standard ermöglicht und die sehr umfangreichen und arbeitsintensiven Prüfungen über sich ergehen lassen, damit unsere Patientinnen optimal behandelt werden und sich dessen auch sicher sein können."


Das LBK Hamburg Brustzentrum mit dem Hauptstandort in der Frauenklinik Barmbek-Finkenau am Allgemeinen Krankenhaus Barmbek wurde am 1. März 2003 gegründet. Mit mehr als 300 Behandlungen von neu erkrankten Frauen, den neuesten diagnostischen und therapeutischen Strategien und einem spezialisierten Behandlungsteam unter Beteiligung der Selbsthilfegruppen ist die Frauenklinik Barmbek-Finkenau seit Jahren auf die Behandlung von Brustkrebserkrankungen spezialisiert. Das medizinische Repertoire im operativen Bereich wird ergänzt durch die ästhetisch plastische Chirurgie der Brust. Dies beinhaltet nicht nur die brusterhaltenden Operationsverfahren, sondern auch die rekonstruktive Mammachirurgie einschließlich des Wiederaufbaus der Brust mit körpereigenem Gewebe. Je nach Krankheitssituation wird das Konzept durch die integrierte Versorgung mit prä- und postoperativer Hormon- und Chemotherapie ergänzt. Das Brustzentrum ist routinemäßig an nationalen und internationalen Studienkonzepten beteiligt. Gegebenenfalls notwendige strahlentherapeutische Behandlungen werden in enger Zusammenarbeit im Hermann-Holthusen-Institut am AK St. Georg durchgeführt.

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