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Tumoren des Verdauungstraktes: Bessere Ergebnisse in erfahrenen Zentren

28.06.2002 - (idw) Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

(Berlin) Die minutiöse Operationstechnik des erfahrenen Chirurgen und eine sorgfältige Bestrahlungsplanung sind für die Überlebenschancen von Tumorpatienten mit entscheidend. Das belegen aktuelle Untersuchungen, über die Experten auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie in Berlin berichten.

In den Industrienationen gehört der Enddarmkrebs (Rektumkarzinom) zu den häufigsten Tumorarten. Eine minutiöse Operationstechnik und eine sorgfältige Bestrahlungsplanung sind für die Überlebenschancen der betroffenen Patienten mit entscheidend. Die Heilung steht und fällt mit der so genannten lokoregionären Tumorkontrolle, d.h. der Verhinderung eines erneuten Tumorwachstums an der ursprünglichen Stelle oder in deren Umgebung.

Hier spielt die Erfahrung der behandelnden Ärzte eine erhebliche Rolle. Gelingt es dem Operateur, den Tumor vollständig im Gesunden zu entfernen, ist die lokale Tumorkontrolle mit größerer Sicherheit zu erzielen, als wenn mikroskopische Tumorreste zurückbleiben. Dies bestätigt eine Analyse der strahlentherapeutischen Univer-sitätsklinik Tübingen. Die Ärzte untersuchten Patienten, die ihnen von verschiedenen chirurgischen Kliniken zur Strahlen-Chemotherapie zugewiesen worden waren. Bei 92 Prozent der Patienten, die in Zentren operiert worden waren, an denen die Chirurgen mehr als 20 derartige Eingriffen pro Jahr vornehmen, konnten die Ärzte keine Tumorreste mehr nachweisen. Von den Patienten aus Kliniken, an denen nur zwischen fünf und 20 Patienten mit Rektumkarzinom pro Jahr operiert werden, waren lediglich 81 Prozent tumorfrei.

Patienten mit Tumoren der Bauchspeichedrüse (Pankreaskarzinom) haben selbst nach ausgedehnter Operation ein hohes Risiko, dass die Geschwulst erneut zu wuchern beginnt. Diese Tumoren verursachen heftige Schmerzen, die Überlebenschancen der betroffenen Menschen sind besonders schlecht. Von einer zusätzlichen Strahlen-Chemotherapie -- entweder vor oder nach der Operation - erhoffen sich die Ärzte Fortschritte. Über erste Erfahrungen mit dieser Behandlung berichten Strahlentherapeuten der Universität Göttingen. Zehn operierte und drei inoperable Patienten wurden bestrahlt; außerdem erhielten sie eine Chemotherapie und zusätzlich Interferon. Die vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass diese Therapie gut verträglich ist und das Rückfallrisiko vermindert.

Speiseröhrenkrebs: durch Bestrahlung operabel?

Auch bei Tumoren der Speiseröhre (Ösophaguskarzinom) ist bislang die Prognose außerordentlich schlecht. Oft sind diese bei Diagnosestellung bereits so ausgedehnt, dass eine Operation nicht mehr möglich ist. An der Universität Magdeburg haben Ärzte 69 Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren der Speiseröhre darum mit einer Bestrahlung und gleichzeitigen Chemotherapie als Erstmaßnahme behandelt. Bei 57 Patienten war eine spätere Operation das Ziel der Therapie. Bei 60 Prozent dieser Patienten war eine Operation in der Tat drei Wochen nach Abschluss der Behandlung möglich. Bei den anderen Patienten wurde die Strahlendosis erhöht. Die Endauswertung steht derzeit noch aus, vorläufige Ergebnisse zeigen jedoch, dass die Tumoren sich unter der Behandlung deutlich verkleinerten.


Pressestelle:
Prof. Dr. Marie-Luise Sautter-Bihl, Klinik für Strahlentherapie, Städt. Klinikum Karlsruhe
Tel. (0721)974-4000, Fax (0721)974-4009,
Handy 0172-7326404
e-mail: Strahlentherapie@klinikum-karlsruhe.de

während des Kongresses:
Estrel Hotel, Sonnenallee 225, Berlin
Tel. (030) 6831-46101, Fax (030)6831-46102
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