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Qualitätsmanagement in der Zahnärztlichen Chirurgie

18.06.2004 - (idw) Universität Ulm

Qualitätsmanagement in der Zahnärztlichen Chirurgie
Zertifizierung durch die Société Général de Surveillance

Seit einem halben Jahr ist die von Prof. Dr. Ferdinand Sitzmann geleitete Abteilung Zahnärztliche Chirurgie der Universität Ulm nach DIN ISO 9001/2000 zertifiziert. Sie ist damit in ihrer fachlichen Ausrichtung die dritte Abteilung in Deutschland (nach den Kliniken in Erlangen und Freiburg) mit diesem Qualitätszertifikat. Neben den Bereichen Forschung, Heilbehandlung, Konsultationen und Begutachtungen, Implantologie und Röntgenologie wurde zugleich die der Abteilung beigeordnete, von Prof. Dr. Dr. Stefan Haase geleitete Sektion für Plastische und rekonstruktive Kiefer- und Gesichtschirurgie in die Zertifizierung einbezogen.

Ausgestellt wird das Zertifikat von der Société Général de Surveillance (SGS), einer weltweiten Organisation für Qualitätssicherung, nach Begutachtung der Arbeitsabläufe und ihrer Übereinstimmung mit dem Qualitätshandbuch, Mitarbeiterbefragungen usw. Die Qualitätsmanagementbeauftragte der Abteilung, Dr. Margrit-Ann Geibel, hatte zuvor das Qualitätshandbuch in anderthalbjähriger Arbeit unter Berücksichtigung DIN ISO 9001/2000-konformer Übersetzungen der zahnärztlich-chirurgischen Handlungen geschrieben. Zertifiziert wurden mehrheitlich Behandlungsabläufe, die in der Abteilung bereits etabliert waren.

Strukturen und Prozesse der Abteilung sind seit längerem systematisiert. Besprechungen finden nach festen Regeln statt. Für jeden Eingriff ist das Instrumentarium "vorgepackt". Histologische oder bakteriologische Befunde werden standardmäßig erhoben. Jeder Assistent, der einen Patienten aufnimmt, ihn über eine Operation aufklärt und auch operiert, behandelt ihn bis zu seiner Entlassung. So konnte das Team über die Jahre eine konstante Qualität gewährleisten. Der Anteil der Wundheilungsstörungen beträgt weniger als 1,5 %.

Strukturen und Abläufe werden jetzt in Diagrammen dargestellt. Das Fehler- und Beschwerdemanagement samt Ursachenanalyse konnte verbessert werden. Problementstehung und -behebung sind transparenter. Der Mehraufwand für die Dokumentation wird ein halbes Jahr nach Einrichtung des Qualitätsmanagementsystems in der Abteilung als lohnend empfunden. Die anschauliche Darstellung von Schnittstellenproblematiken und Fehleranalysen sowie deren Dokumentation systematisiert zugleich die Problemlösungsstrategien. Daraus erwachsen einerseits neue Zielvorgaben, andererseits aber auch eine höhere Zufriedenheit der Mitarbeiter. Die Kommunikation wird intensiviert. Fazit der Qualitätsmanagementbeauftragten Dr. Geibel: "Früher wußten wir zwar auch, daß die Patienten und die überweisenden Ärzte unsere Arbeit schätzen, heute können wir dies aber zudem dokumentieren und bei eventuellen Defiziten besser auf die Anliegen der Patienten eingehen."
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