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MHH weiht 80-Millionen-Euro-Neubau ein

18.06.2004 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

Gebäude für Forschung, Transplantationschirurgie und Frauenheilkunde offiziell eröffnet - Forschungstrakt erhält den Namen "Rudolf Pichlmayr"


Das Gesamtgelände der MHH mit dem Neubau (langes helles Gebäude in der Mitte)
Der Neubau (Mitte links) ist an die Kinderklinik (unten) und an das Zentralklinikum (oben) direkt angebunden. Er trägt die schlichte Aufschrift "K 11", doch im Neubau auf dem Gelände der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) verbirgt sich modernste Ausstattung: Der vierstöckige Gebäudekomplex mit 12.400 Quadratmetern für Krankenversorgung und Forschung wurde heute offiziell eingeweiht. Mit direktem Anschluss an das Hauptklinikum und die MHH-Kinderklinik bietet der Neubau Platz für die Transplantationsforschung, wesentliche Bereiche der Viszeral- und Transplantationschirurgie und für die gesamte Frauenheilkunde der MHH.

Der Präsident der MHH, Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann, begrüßte die Gäste im Neubau: "Den geistigen Grundstein für diese visionäre Verknüpfung von Krankenversorgung auf höchstem Niveau mit international konkurrenzfähiger Grundlagenforschung hat Professor Dr. Rudolf Pichlmayr, das unvergessene Mitglied unserer Hochschule, schon Anfang der 90er Jahre gelegt." Staatssekretär Dr. Josef Lange vom niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur betonte in seinem Grußwort die herausragende Stellung der Hochschule: "Die MHH ist eine der forschungsintensivsten medizinischen Hochschuleinrichtungen der Bundesrepublik Deutschland. Die Verbindung von immunologischer Grundlagenforschung und klinischer Organtransplantation hat die MHH konsequent zu einem bedeutenden Schwerpunkt entwickelt, der international hoch angesehen ist." Von den zukünftigen Nutzern des Gebäudes sprach zunächst Professor Dr. Reinhold Förster, Direktor des Instituts für Immunologie der MHH: "Mit dem interdisziplinären Forschungszentrum stehen den besten Nachwuchswissenschaftlern der MHH ausgezeichnete räumliche und apparative Rahmenbedingungen zur Verfügung, die es ihnen ermöglichen, international kompetitive Forschungsprojekte erfolgreich durchzuführen. Durch die Bündelung der Kompetenz unterschiedlicher Disziplinen aus Klinik und Grundlagenforschung wird sichergestellt, dass die MHH ihre nationale und internationale Spitzenposition im Bereich Transplantation, Regeneration und Immunologie sowie in der Entzündungsforschung weiter ausbauen kann." Professor Dr. Jürgen Klempnauer, Direktor der MHH-Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie, benannte den wichtigen Zusammenhang zwischen Mauern und Menschen: "Wir freuen uns über ein neues Gebäude mit modernster Medizintechnik und hohem Patientenkomfort. Dieses Haus muss jedoch - auch und gerade - in Zeiten knapper Ressourcen im Gesundheitswesen mit einer ausreichenden Zahl hoch qualifizierter und motivierter ärztlicher und pflegerischer Mitarbeiter ausgestattet werden. Insbesondere bei Organtransplantationen sind wir Tag und Nacht für unsere Patienten im Einsatz. Nur so kann unsere Leistungsstärke in der Transplantations- und Bauchchirurgie zum Wohle unserer Patienten voll ausgenutzt werden."

Professor Dr. Christof Sohn, geschäftsführender Direktor des Zentrums Frauenheilkunde, freute sich über die neuen Möglichkeiten für die Frauenheilkunde und Geburtshilfe: "Endlich haben wir in Hannover ein Perinatalzentrum unter einem Dach. Das neue Gebäude verpflichtet alle Beteiligten zu Höchstleistungen." Hannovers Bürgermeisterin Dr. Hilde Moennig hob hervor: "Mit der Einweihung des Neubaus wird die ohnehin schon hohe Qualität der Medizin in Forschung und Praxis in der Landeshauptstadt Hannover weiter gestärkt. Besonders freut mich, dass die MHH nun über ein Perinatalzentrum verfügt und so auch auf diesem Gebiet ihrem Anspruch auf eine optimale medizinische Versorgung von Mutter und Kind gerecht werden kann. Außerdem wird mit der Namensgebung ein Arzt und Wissenschaftler geehrt, der hier in Hannover Pionierarbeit in der Transplantationschirurgie geleistet und den international guten Ruf der MHH gefestigt hat." Michael Quentel von der Commerzleasing und Immobilien AG sagte als Bauherr und Finanzdienstleister, "dass die MHH nun die Früchte ihres Mutes und ihrer Innovationsfreude ernten kann. Heute sind PPP-Modelle (public-private-partnership) in vielerlei Munde, aber im Jahr 2000, als die MHH - gemeinsam mit den verantwortlichen Vertretern des Landes Niedersachsen diesen Schritt gegangen ist - waren integrierte Ausschreiben von Bau- und Finanzierungsleistungen echte Pionierarbeit. Aber Mut wird belohnt und ich bin davon überzeugt, dass dieses Haus nicht nur medizinisch eine 'bench mark' für andere sein wird, sondern auch betriebswirtschaftlich erfolgreich." Professor Dr. Günter Kirste, Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation, wies auf Folgendes hin: "Von den 1.400 Krankenhäusern mit Intensivstation in Deutschland nehmen die Transplantationszentren eine besondere Bedeutung für die Organspende ein, denn sie sind gleichzeitig auch Spenderkrankenhäuser. Um so wichtiger ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Transplantationschirurgen, damit die MHH ihre führende Rolle in der Transplantationsmedizin im Sinne der rund 12.000 Menschen, die bundesweit auf der Warteliste für eine Transplantation stehen, weiter ausbauen kann." Dafür plädierte auch Dr. Guido Persijn, Medizinischer Direktor der Eurotransplant Foundation im niederländischen Leiden. Anschließend erhielt der Forschungstrakt in Anwesenheit von Professorin Dr. Ina Pichlmayr einen neuen Namen: "Rudolf-Pichlmayr-Forschungszentrum für Transplantation".

Der Neubau besteht aus drei Teilen: Das MHH-Zentrum Frauenheilkunde (geschäftsführender Direktor: Professor Dr. Christof Sohn) ist am 31. Mai 2004 aus dem Klinikum Hannover Oststadt auf das Hochschulgelände umgezogen. Die MHH-Abteilung Viszeral- und Transplantations-chirurgie (Direktor: Professor Dr. Jürgen Klempnauer) zieht mit wesentlichen Bereichen Anfang Juli in das Gebäude ein. Die Abteilung Immunologie (Direktor: Professor Dr. Reinhold Förster) und die Frauenklinik nutzen bereits seit Mai 2004 Laborflächen im neuen Transplantations-Forschungszentrum (TPFZ). Weitere Abteilungen bieten Leistungen im Gebäude an (siehe unten).


Der Neubau - eine Chronologie

Frauenklinik
Als 1965 der Grundstein der MHH im Roderbruch gelegt wurde, plante man bereits, die Frauenklinik aus dem Oststadtkrankenhaus eines Tages auch hier anzusiedeln.

Transplantationszentrum
Vor 15 Jahren machte sich Professor Dr. Rudolf Pichlmayr, Pionier der Transplantationsmedizin und damaliger Direktor der Abteilung Abdominal- und Transplantationschirurgie der MHH, erstmals für den Neubau eines Transplantationszentrums in der MHH stark.

Planungen
1995 stellten die MHH und das staatliche Baumanagement erste konkrete Überlegungen zu einem Neubau an. Unter einem Dach sollten die Frauenheilkunde und Transplantationszentrum vereint werden. Am 29. August 1997 verunglückt Professor Pichlmayr auf tragische Weise.

Spatenstich und Richtfest
Der erste Spatenstich für den Neubau war am 29. Juni 2001. Das Richtfest feierte die MHH mit allen Beteiligten ein Jahr später, am 16. August 2002.

Schlüsselübergabe
Am 1. April 2004 übergab Harald Möller, Niederlassungsleiter der Bilfinger Berger AG den symbolischen Schlüssel für den Neubau an Christian Gorris, technischer Projektleiter der Commerzleasing und Immobilien AG, der ihn wiederum an das Präsidium der MHH weiterreichte.

Einzug
Seit Mitte Mai 2004 ist das Institut für Immunologie im neuen Gebäude, am 1. Juni 2004 nahm das Zentrum Frauenheilkunde dort seine Arbeit auf. Wesentliche Bereiche der Viszeral- und Transplantationschirurgie werden Anfang Juli folgen.


Der Neubau in Zahlen

Investitionskosten
- Gebäude: 60,58 Millionen Euro
- Einrichtung: 20,45 Millionen Euro

Entwurf
Architekten Bahlo, Köhnke, Stosberg & Partner, weiterführende Arbeiten durch das Staatliche Baumanagement Hannover II

Bauleistungen und Bauherr
Den Zuschlag für die Bauleistungen erhielt die Bilfinger Berger AG als Generalunternehmerin. Die eigens für dieses Vorhaben von der Commerzleasing und Immobilien AG gegründete Objektgesellschaft MOLITA fungierte als private Bauherrin.

Gesamtnutzfläche Neubau: 12.378 m²
- Frauenheilkunde: 4.606 m²
- Viszeral- und Transplantationschirurgie: 3.841 m²
- Lehr- und Forschungseinrichtungen: 3.193 m²
- gemeinsame Einrichtungen: 738 m²

Nutzer
- Zentrum Frauenheilkunde (drei Abteilungen):
Geburtshilfe, Pränatalmedizin und allgemeine Gynäkologie; Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin; Gynäkologische Onkologie
- Viszeral- und Transplantationschirurgie
- Immunologie
- Weitere Abteilungen bieten Leistungen im Gebäude an: Anästhesiologie; Diagnostische Radiologie; Nephrologie; Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie; Hämatologie, Hämostaseologie und Onkologie

Betten pro Zentrum/Abteilung

- Frauenheilkunde:
27 Betten Wöchnerinnen
27 Betten Säuglingszimmer
53 Betten Normal
20 Betten onkologische Chemo-Ambulanz
5 Kreißsäle
2 OPs (plus 1 OP gemeinsam mit Transplantationschirurgie)
1 Sectio-Saal (Kaiserschnitte)
- Viszeral- und Transplantationschirurgie:
18 Betten Intensiv
30 Betten Normal
3 OPs (plus 1 OP gemeinsam mit der Frauenheilkunde)

Personal (Vollzeitstellen gesamt): rund 375
(nach Einzug der Viszeral- und Transplantationschirurgie)
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