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Mit sanfter Naturmedizin in eine Versorgungslücke vorgestoßen

21.06.2004 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Naturheilkundliche Krebsambulanz am Uniklinikum Jena im erstem Jahr mit Riesenresonanz

(Jena) Das erste Jahr des Bestehens der naturheilkundlichen Tumorambulanz am Jenaer Uniklinikum hat eines überzeugend gezeigt: Eine Integration der Naturmedizin in die Krebstherapie ist notwendiger denn je. Seit der Eröffnung der ersten Fachambulanz für Naturheilkunde in der Onkologie an einem Universitätsklinikum meldeten sich hunderte von Krebskranken aus ganz Deutschland in der Jenaer Klinik. "Der Zuspruch der Patienten ist überwältigend", zieht Dr. Katja Zulkowski, Leiterin der onkologischen Fachambulanz für Naturheilkunde, nach dem ersten Jahr Bilanz. Ein Beleg dafür, dass das Jenaer Klinikum mit seinem Angebot in eine Versorgungslücke vorgestoßen ist.

Dabei zeigte sich in den zurückliegenden Monaten, dass die Krebspatienten nur selten eine Alternative zur schulmedizinischen Therapie ihrer Erkrankung erwarten. Vielmehr suchen die meisten in der Naturmedizin eine Ergänzung, um die Begleiterscheinungen einer Strahlen- oder Chemotherapie zu lindern. Oder sie möchten mit den Methoden der sanften Medizin einem Rückfall nach erfolgreicher Behandlung vorbeugen.

Kombination von Schul- und Naturmedizin statt "Entweder-Oder"

Diese Beobachtung hat die Jenaer Onkologen darin bestärkt, mit ihrem Angebot auf dem richtigen Weg zu sein. "Unsere Erfahrungen zeigen, dass Patienten sich nicht strikt für schulmedizinische oder alternative Therapien entscheiden", erläutert Katja Zulkowski. "Dass <Entweder-Oder> entschieden wird, ist ein Vorurteil. Die Patienten wollen lieber beides kombinieren."

Das Bedürfnis der Kranken nach Unterstützung im Kampf gegen Krebs durch die Heilkräfte der Natur ist groß. Fast 80 Prozent wenden bereits parallel zur Schulmedizin komplementäre Heilmethoden an. Einer der Gründe, die Ambulanz am Uniklinikum Jena trotz mancher Zweifel und Vorbehalte gegenüber der alternativen Heilkunst zu etablieren. Ein richtiger Schritt, wie sich zeigt. "Wir haben recht behalten mit unserer Auffassung, dass wir das Bedürfnis unserer Patienten nach einer Integration der Naturheilkunde nicht ignorieren dürfen", schätzt Prof. Dr. Klaus Höffken, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Jena und Direktor der onkologischen Klinik, rückblickend ein. "Unsere Fachambulanz ist eine Erfolgsgeschichte geworden".

Angebot erweitern und auf die Stationen im Klinikum ausdehnen

Noch ist es viel zu früh, um über Heilerfolge oder fundierte Ergebnisse sprechen zu können. Bereits eingestellt haben sich hingegen erste Erfolgserlebnisse. So hat sich im ersten Jahr seit Bestehen der Ambulanz das Gesundheitstraining zu einer festen Größe etabliert. Hier lernen die Teilnehmer jeweils zehn Wochen lang, Bewegung, Ernährung und Entspannungstechniken zu einer gesunden Lebensweise zu verbinden und die körpereigenen Abwehrkräfte zu stärken. Bewährt hat sich auch Akupunktur als Mittel zur Linderung der Folgeerscheinungen konventioneller Krebstherapien.

Nach diesen Erfahrungen soll das naturheilkundliche Angebot der Ambulanz künftig ausgedehnt werden - beispielsweise durch die Erweiterung des Therapieangebots um eine Behandlung von Gelenkschmerzen, die oft bei Tumorerkrankungen begleitend auftreten. "Wir planen auch eine engere Zusammenarbeit mit unseren Physiotherapeuten", so Katja Zulkowski. Bei all den Projekten steht aber unverändert ein Ziel der Ambulanz im Vordergrund: Die Untersuchung der Wirksamkeit der angewandten Therapien in wissenschaftlichen Studien.

(Helena Reinhardt)

Ansprechpartner:

Dr. Katja Zulkowski
Leiterin der Fachambulanz für Naturheilkunde in der Onkologie, Klinik für Innere Medizin II
Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641/9324259
E-Mail: katja.zulkowsk@med.uni-jena.de
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