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Auszeichnung für die "Flüsterpost"

24.06.2004 - (idw) Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg

Das Projekt "Flüsterpost" ist mit dem Helmut-Wölte-Preis für Psycho-Onkologie ausgezeichnet worden. "Flüsterpost" war 2002 unter Federführung von Prof. Dr. Gerhard Trabert im Fachbereich Sozialwesen der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule ins Leben gerufen worden und beschäftigt sich mit der Lebens- und Informationssituation von Kindern, deren Eltern (oder Elternteil) an Krebs erkrankt sind (ist). Der Preis für Psycho-Onkologie, der von der Helmut-Wölte-Stiftung seit 2003 jährlich verliehen wird, ist mit 2.500 Euro dotiert und soll "innovative wissenschaftliche Initiativen zur Verbesserung der psychosozialen Versorgung von Krebspatienten und deren Angehörigen fördern".


Freuen sich über den Helmut-Wölte-Preis: Anita Zimmermann vom Verein Flüsterpost, Studentin Jasmin Axmann, Prof. Dr. Gerhard Trabert zusammen mit Dr. Schneider von dapo-ev (von links). Dabei werden von der Helmut-Wölte-Stiftung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Psycho-Onkologie (www.dapo-ev.de) nur solche Projekte berücksichtigt, die bereits erfolgreich realisiert werden. Ferner sollen sie innovativ sein und Modell-Charakter besitzen. Alles Kriterien, die auf die Flüsterpost zutreffen. Vor zwei Jahren hatte Prof. Dr. Gerhard Trabert, der an der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Sozialmedizin lehrt, mit seinen Studierenden begonnen, die Situation von Kindern krebskranker Eltern zu beleuchten. Ziel war und ist es, Informations- und Kommunikationshilfen zu entwickeln und diese sowohl betroffenen Eltern als auch deren Kindern und entsprechenden Multiplikatoren zur Verfügung zu stellen. So soll über die Wichtigkeit und Notwendigkeit einer sensitiven offenen Kommunikation mit den betroffenen Kindern informiert werden, was Patienten und Multiplikatoren wiederum ermutigen soll, den offenen Dialog mit den Kindern hinsichtlich des schwierigen Themas "Krebserkrankung" zu suchen und zu führen.

Wichtiger Beitrag für die Ausbildung
Besonderes Lob gab es von der Jury für die Tatsache, dass sich "Flüsterpost" einem bisher eher vernachlässigten Thema widmet. "Das Projekt zeigt Originalität und Innovation in der Verwendung von kreativen Medien zur Vermittlung der Botschaft", heißt es einer Laudatio. Weiterhin überzeugte das Stiftungs-Gremium, dass Studierende der Sozialarbeit/Sozialpädagogik konkret in das Projekt einbezogen werden, wodurch die in der psychosozialen Versorgung von Kindern relevanten Berufsgruppen integriert sind: "Dadurch wird eine wichtiger Beitrag auch für die Ausbildung geleistet", so die Juroren.

"Mir sagt ja keiner was..."
Innerhalb des Studienprojekts wurden zwei verschiedene Flyer mit dem Titel "Mir sagt ja keiner was..." entwickelt, die es jeweils in einer Version für Erwachsene und für Kinder gibt. Sie enthalten viele Infos und Fakten über den Umgang mit der Krebserkrankung und die Situation der Kinder, deren Eltern an einem malignen Tumor leiden. Aus ihrem Flyer können Kinder einen Würfel basteln, in dem sie "ihre eigenen Gedanken, Ängste usw. aufbewahren und reifen lassen können, um sie später herauszuholen und im Gespräch mit Eltern oder Freunden zu benennen und zu reflektieren" (so die konkrete Aufforderung im Text). Weitere Ergebnisse der Flüsterpost, die von der Hoffmann-La-Roche AG unterstützt wird, waren die Plakatserie "Mir sagt ja keiner was", eine eigene Homepage (www.kinder-krebskranker-eltern.de) mit Chat-Room, Forum und speziellen Kinderseiten sowie die Gründung des Vereins Flüsterpost e. V., der seit Ende 2003 in Mainz firmiert und sich um die Umsetzung der Konzepte der "Flüsterpost" kümmert.

Erkenntnisse gewinnen - Hilfe schaffen
Angestoßen hat das Projekt Prof. Dr. Gerhard Trabert, da die Situation von Kindern krebskranker Eltern zuvor einen weitgehend vernachlässigten Studienbereich dargestellt hatte. Die wenigen vorher existierenden wissenschaftlichen Untersuchungen deuteten darauf hin, dass einerseits die Lebenssituation der betroffenen Kinder durch ein solches familiäres Ereignis wesentlich beeinflusst wird. Weiterhin fühlen sich die erkrankten Eltern sowie das medizinische Fachpersonal oftmals hilflos, wenn sie die Krankheit und die Situation kindgerecht vermitteln sollen.

Nach einer internationalen Untersuchung erkrankt jede zwölfte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs, bei 30 Prozent dieser Patienten wird die Erkrankung diagnostiziert, während die Kinder noch zu Hause leben. Studien zeigen, dass die Erkrankungsquote betroffener Kinder und Jugendlicher zwischen fünf und 15 Prozent liegt. Ziel der Arbeiten von Prof. Trabert und seinen Studierenden war es, die Situation dieser Kinder zu analysieren und praktische Hilfen zum Informieren und Sensibilisieren zu schaffen. Weitere Infos über die Flüsterpost gibt es im Internet unter www.kinder-krebskranker-eltern.de und www.dapo-ev.de.

Rückfragen zu dieser Meldung richten Medienvertreter bitte an Prof. Dr. Gerhard Trabert. Sie erreichen ihn telefonisch unter 09 11 / 58 80 25 43 oder via Mail an gerhard.trabert@fh-nuernberg.de. Des Weiteren steht Ihnen auch die Pressestelle der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg (Telefon 09 11 / 58 80 41 01 oder presse@fh-nuernberg.de). Hier können Medienvertreter auch Bildmaterial zum kostenlosen Abdruck anfordern.

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