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Gedenkkolloquium zum 150. Todestag - Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule ehrt Namensgeber

24.06.2004 - (idw) Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg

Zum 150. Mal jährt sich in diesem Jahr der Todestag des weltbekannten Physikers Georg Simon Ohm. Zu Ehren ihres Namensgebers und ehemaligen Rektors lädt die Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg am 6. Juli innerhalb des "Mathema-tisch-Physikalischen Kolloquiums" zu einem Gedenkkolloquium, zu dem hochkarätige Referenten, wie der Direktor des Deutschen Museums Prof. Dr. Jürgen Teichmann und der Nobelpreisträger Prof. Dr. Klaus von Klitzing, gewonnen werden konnten. Beginn ist um 18 Uhr in Hörsaal D001 (Wassertorstraße 10, 90489 Nürnberg).

Der 1789 in Erlangen geborene Georg Simon Ohm erhielt 1833 eine Professur für Physik an der damaligen Staatlichen Polytechnischen Schule Nürnberg, einem Vorläufer der heutigen Fachhochschule. 16 Jahre war er hier tätig, davon zehn Jahre als Rektor des Polytechnikums. Vor seiner Nürnberger Zeit lehrte Ohm mehrere Jahre Mathematik und Physik an einem Kölner Gymnasium. Dort führte er die entscheidenden Experimente zur Elektrizität durch, die als Ohmsches Gesetz Weltruf erlangt haben. Jeder Schüler lernt heute diesen Zusammenhang zwischen Spannung und Stromstärke eines Leiters kennen; die Maßeinheit OHM für den elektrischen Widerstand ist sozusagen Bestandteil des elementaren alltäglichen Wissens. Für seine Forschungsarbeiten erhielt Ohm von der Royal Society in London die Copley-Medaille, eine Auszeichnung, die dem heutigen Nobelpreis entspricht.

Hochkarätige Referenten
1852 berief König Maximilian II. von Bayern den Physiker an die Universität München. Nur zwei Jahre später, am 6. Juli 1854, starb Georg Simon Ohm 65-jährig an den Folgen eines Schlaganfalls. An der Technischen Universität München erhielt der Wissen-schaftler ein Denkmal, das Deutsche Museum zeigt seine Instrumente. 1933 wurde zum hundertjährigen Jubiläum seiner Entdeckungen die Staatliche Akademie für angewandte Technik in "Ohm-Polytechnikum Nürnberg" umbenannt. Die heutige Fachhochschule schließlich, in die bei Gründung 1971 das Ohm-Polytechnikum als Ausbildungsrichtung Technik eingegliedert wurde, erhielt 1983 vom Bayerischen Landtag den Namen "Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg".

2004 jährt sich nun zum 150. Mal der Todestag von Georg Simon Ohm. Aus diesem Anlass findet am 6. Juli an der FH Nürnberg ein Gedenkkolloquium statt. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr in Hörsaal D001 (Wassertorstraße 10) mit einem Vortrag des Wissenschaftshistorikers Prof. Dr. Jürgen Teichmann zum Thema "Begriffe, Phänomene, Messtechnik - der lange Weg zum Ohmschen Gesetz". Jürgen Teichmann ist leitender Direktor am Deutschen Museum und Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Schwerpunkt seiner Forschungen ist die Geschichte der Physik, insbesondere der Elektrizität.

Mit einer Vielzahl wissenschaftlicher Aufsätze und Bücher hat Jürgen Teichmann historische Entwicklungen in der Physik reichhaltig aufgearbeitet. Es ist ihm ein wichtiges Anliegen, Einsichten in bedeutende Entdeckungen und Personen zu vermitteln, die den Bezug der Wissenschaftsgeschichte zur Gegenwart herstellen. Seine Publikationen und Vorlesungen machen deutlich, dass die Geschichte der Naturwissenschaften nicht nur zur Allgemeinbildung gehört, sondern auch grundlegend zu unserer kulturellen Entwicklung beiträgt. Professor Teichmann wird am 6. Juli am Beispiel des Ohmschen Gesetzes zeigen, wie der Weg einer Entdeckung aussieht, wer sich eigentlich Entdecker nennen darf und wovon historische Wirkung abhängt.

"Was man über den Quanten-Hall-Effekt wissen sollte"
Im Anschluss referiert dann der Nobelpreisträger und Direktor am Max-Planck-Institut Stuttgart Professor Dr. Dr. h.c. mult. Klaus von Klitzing zum Thema "25.812,807 Ohm: Was man über diesen Widerstand und den Quanten-Hall-Effekt wissen sollte". Der international hoch angesehene Physiker wird dabei über seine Entdeckung aus dem Jahr 1980 berichten, als er bei extrem tiefen Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt das Verhalten von Elektronen in einer mikroskopisch dünnen Halbleiterschicht untersuchte, auf die ein sehr starkes Magnetfeld wirkt. Er beobachtete, dass sich die elektrische Leitfähigkeit nicht kontinuierlich, sondern unerwartet sprunghaft verändert.

Der sogenannte Hall-Widerstand zeigt in Abhängigkeit vom Magnetfeld Quantensprünge, die sich stets als das Vielfache einer universellen Naturkonstanten herausstellten, unabhängig vom Material und von der Geometrie der untersuchten Proben. Ein völlig neues Arbeitsgebiet der Physik wurde damit erschlossen. 1985 erhielt Klaus von Klitzing für diese Entdeckung die höchste wissenschaftliche Auszeichnung. Zu den Grundlagen und Anwendungen des Quanten-Hall-Effektes gibt es weltweit jeden Tag eine neue Veröffentlichung mit Auswirkungen auf alle Gebiete der Physik. Ein für die Praxis wichtiges Ergebnis der Forschungen ist die inzwischen weltweit genutzte Möglichkeit, die Einheit OHM mit extremer Genauigkeit zu messen, viel exakter, als dies bisher möglich war.

Rückfragen zu dieser Meldung beantwortet die Pressestelle der Fachhochschule Nürnberg. Entweder telefonisch unter 09 11 / 58 80 41 01 (Marc Briele) oder via Mail an presse@fh-nuernberg.de.

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