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SnipSnap verbreitet keine Porno-Websites

24.06.2004 - (idw) Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik FIRST

Verstärkter Missbrauch von Wikitools durch kriminelle Webanbieter: Hintergrundinformationen zum Artikel "Biologie-Fakultät mit Porno Website" der Süddeutschen Zeitung vom 22. Juni 2004

Am 22. Juni 2004 berichtet die Süddeutsche Zeitung über den Missbrauch des SnipSnap-Servers der Ludwig-Maximilians-Universität München, von dem aus Links auf pornografische Seiten führten. Die Links sind wahrscheinlich durch so genannte denial service attacks entstanden, mit denen unseriöse Webanbieter Wikitools wie SnipSnap in den vergangenen Monaten verstärkt überschwemmen, um Verweise auf ihre eigenen Webangebote zu generieren. Diese ermöglichen insbesondere bei Suchmaschinen wie Google ein besseres Ranking. SnipSnap wurde von Fraunhofer FIRST schwerpunktmäßig für die interne Nutzung von Projektgruppen entwickelt. Es kann aber auch für die gemeinsame Verwaltung von Websites genutzt werden kann. Das ursprüngliche Wiki-Prinzip wurde bereits 1995 von Ward Cunningham erfunden. Die Idee: Statt Webseiten immer selbst zu aktualisieren, können Benutzer die Inhalte mitgestalten, indem sie in den Editier-Modus wechseln und die Seite selbst bearbeiten. Das größte deutschsprachige Wiki im Internet ist heute das Lexikon "Wikipedia" mit über 90.000 Artikeln. Ähnlich arbeitet auch SnipSnap, das als Opensource Software im Internet verfügbar ist und von Interessenten für die Erstellung eigener Websites frei genutzt werden kann. Da es zum Grundprinzip von Wikitools gehört, einer möglichst großen Gruppe einen unkomplizierten Zugang bereitzustellen, kann man einen Missbrauch der Technologie durch unseriöse Anbieter leider nicht ausschließen. Bei SnipSnap ist hiervon insbesondere eine Funktion betroffen, mit der die Besucher der jeweiligen Website zurückverfolgt werden. Die zehn häufigsten Besucher werden automatisch auf der entsprechenden Webseite angezeigt und verlinkt. In der Regel wird diese Funktionalität genutzt, um auch externen Nutzern die Akzeptanz der eigenen Seite zu verdeutlichen bzw. die Seite bei Google-Rankings auf die oberen Plätze zu treiben. Gerade dies ist für unseriöse Anbieter interessant.

"In der neuesten Version von SnipSnap können automatisch generierte Linklisten daher komplett abgeschaltet bzw. Sperrlisten für verdächtige Links eingerichtet werden", sagt Matthias Jugel, SnipSnap-Entwickler bei Fraunhofer FIRST. "Da uns das Problem in den vergangenen Monaten verstärkt aufgefallen ist, haben wir mit Hochdruck an einer Erweiterung von SnipSnap gearbeitet", so Jugel weiter. Die Kontrolle von Inhalten der Website liegt natürlich trotz der erweiterten Funktionalität auch weiterhin in der Verantwortung der Betreiber.

Sofern Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an die Pressesprecherin von Fraunhofer FIRST, Mirjam Kaplow
Tel.: +49 (0)30 6392-1808, mobil: 0151/12122-758, Fax: +49 (0)30 6392-1805, E-Mail: mirjam.kaplow@first.fraunhofer.de, Internet: http://www.first.fraunhofer.de
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