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Internationales Institut für Wald und Holz NRW, WWU Münster und Universidad de Chile kooperieren

24.06.2004 - (idw) Internationales Institut für Wald und Holz NRW e.V.

Das Internationale Institut für Wald und Holz NRW, der Fachbereich für Geowissenschaften der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie die Forstwissenschaftliche Fakultät der Universidad de Chile schließen eine strategische Partnerschaft. Ziel der Kooperation ist die akademische, wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit. Ab Oktober dieses Jahres startet das erste gemeinsame Forschungsprojekt zum Kohlenstoffhaushalt von Nothofagus-Wäldern in Patagonien, Chile.


Das Forschungsobjekt: Der Lengawald in Patagonien, Chile Münster, 24. Juni 2004

Umfassende Zusammenarbeit zum Thema: Wald und Klimawandel

Die Institutionen haben gemeinsame Abkommen unterzeichnet, nach denen sie auf dem Gebiet der Waldökologie und Forstwirtschaft akademisch und wissenschaftlich zusammenarbeiten wollen. So sollen neben dem wissenschaftlichen Austausch zu speziellen Fragestellungen gemeinsame Forschungsprojekte initiiert und durchgeführt werden. Ein erstes Forschungsprojekt setzt die vereinbarte Absichtserklärung der Partner in die Tat um.

Erforschung des Kohlenstoffhaushalts von Waldökosystemen Patagoniens

Am 1. Oktober 2004 startet das gemeinsame Forschungsprojekt zum Kohlenstoffhaushalt von Lengawäldern in Patagonien, Chile.

Basis für das Projekt sind die über zwei Jahrzehnte gesammelten Erfahrungen und Materialen der waldökologischen und waldbaulichen Grundlagenforschung im Lengawald durch die Universidad de Chile sowie die Erfahrungen der Mitglieder des Internationalen Instituts für Wald und Holz NRW im Bereich der Erforschung des Kohlenstoffhaushaltes von Waldökosystemen.

In Anbetracht der in den letzten Jahrzehnten weltweit gestiegenen CO2-Konzentration in der Atmosphäre interessiert das Forscherteam vor allem die Frage, wie viel Kohlenstoff in den Naturwäldern gebunden ist und wie sich unterschiedliche Bewirtschaftungsmethoden auf den Kohlenstoffhaushalt der Waldökosysteme auswirken.

Das Forschungsobjekt - die Lenga (Nothofagus pumilio) - gehört zu den endemischen, südamerikanischen Schein- oder Südbuchen. Ihr Holz wird in Deutschland unter dem Namen "Feuerlandkirsche" gehandelt. Mit gut 25 % Anteil an der Naturwaldfläche Chiles, das sind 3,3 Mio. ha und damit eine etwa 3,5-mal größere Fläche als der gesamte Wald in Nordrhein-Westfalen, stellen die Lengawälder den zweitwichtigsten Waldtyp im chilenischen Süden dar (nach dem immergrünen valdivianischen Regenwald, der etwa 30 % der Fläche einnimmt).

Die Feldarbeiten des Forschungsvorhabens werden schwerpunktmäßig in dem Forstbetrieb "Forestal y Ganadera Monte Alto Ltda." durchgeführt. Dieser Betrieb dehnt sich auf ungefähr 18.000 ha aus und liegt in der Gemeinde "Pu-erto Natales", Provinz "Última Esperanza", XII. chilenische Region (zwischen 52° 05' und 52° 10' südlicher Breite und 71° 35' bis 71° 55' westlicher Länge).

Während des Projekts ist der Austausch von jeweils einem Wissenschaftler aus Chile und Deutschland beabsichtigt. Zunächst beginnt das Projekt mit einer Startphase von einem Jahr und soll dann verlängert werden.

Neben diesem Forschungsvorhaben sind weitere internationale Projekte vom Internationalen Institut für Wald und Holz NRW in Planung, so unter anderem in Bolivien zum Thema einheimische Baumarten in ländlichen Dorfgemein-schaften der Anden.


Die Universidad de Chile in Kürze

Die Universidad de Chile ist die älteste und traditionsreichste Universität des südamerikanischen Andenstaates. Sie wurde offiziell 1843 mit fünf Fakultäten gegründet. Im forstlichen Bereich nimmt die Hochschule eine Vorreiterrolle ein, da sie 1952 die Laufbahn des Höheren Forstdienstes für Chile begründet hat.

Weitere Informationen unter: www.uchile.cl

Das Wald-Zentrum, Westfälische Wilhelms-Universität, in Kürze

Das Wald-Zentrum, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, wird gebildet aus dem Fachgebiet für Waldökologie, Forst- und Holzwirtschaft im Institut für Landschaftsökologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und dem Internationalen Institut für Wald und Holz NRW e. V. an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Inhaber des Lehrstuhls für Waldökologie, Forst- und Holzwirtschaft ist Prof. Dr. Andreas Schulte. Vorrangiges Ziel ist es, den Studierenden der Landschaftsökologie, Geografie und Geoinformatik am Fachbereich Geowissenschaften einen Einblick in die nachhaltige Waldbewirtschaftung zu ermöglichen. Dazu werden grundlegende waldökologische sowie forst- und holzwirtschaftliche Themen zunächst in Vorlesungen vermittelt und anschließend das erlernte Wissen in der Praxis erprobt. Durch die interdisziplinäre Lehre soll das gegenseitige Verständnis für die unterschiedlichen Ansprüche von Natur- und Artenschützern auf der einen Seite und Waldbesitzern bzw. der Forstwirtschaft auf der anderen Seite gefördert werden.

Das Internationale Institut für Wald und Holz NRW wurde im Oktober 2003 auf Initiative der Landesregierung Nordrhein-Westfalens und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster als gemeinnütziger Verein gegründet. Es hat seinen Sitz an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
Das Institut fungiert als eigenständige Einrichtung und arbeitet im Rahmen eines Kooperationsvertrages mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zusammen. Es ist nach § 32 Hochschulgesetz Nordrhein-Westfalen anerkanntes An-Institut dieser Hochschule und versteht sich als Bindeglied zwischen Wissenschaft und Praxis. Vor-standsvorsitzender ist Prof. Dr. Andreas Schulte.
Zu den Hauptaufgaben gehören die anwendungsbezogene, regional und international ausgerichtete Forschung und Beratung sowie die Fort- und Weiterbildung in allen Bereichen, die den Wald, die Forstwirtschaft und den Roh- und Werkstoff Holz betreffen.
Neben den vielfältigen Aufgaben in der Ausbildung von Studierenden des Wald-Zentrums haben sich bisher folgende Arbeitsschwerpunkte herausgebildet:
* Forst- und Naturschutzpolitik, multifunktionale Waldbewirtschaftung (insbesondere Erholungsnutzung im Wald), Waldnaturschutz und Nachhaltigkeitsevaluation von Forstwirtschaft (Kriterien und Indikatoren, Zertifizierung)

* Struktur- und Marktanalysen der Forstwirtschaft und Holz verbrauchenden Industrie (Cluster-Studien, Cluster-Management)
* Wald und Klimawandel (Kyoto-Prozess), Energiewälder, Energieholznutzung
* Waldökosystemforschung (Stoffhaushalt von Waldökosystemen, z. B. Kohlenstoff, Schwermetalle; Einfluss von Megaherbivoren auf die Waldentwicklung)
* Rehabilitation degradierter Waldökosysteme in verschiedenen Regionen der Welt: z. B. Südamerika und Südostasien
* Entwicklung eines modularen, vierdimensionalen Informationssystems Wald

Das Wald-Zentrum hat mit acht Mitarbeitern seine Arbeit im Januar 2004 aufgenommen.

Stand: Juni 2004
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