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DJI Online: Entgrenzungen - Abschied von der Norm?

28.06.2004 - (idw) Deutsches Jugendinstitut e.V.

Das aktuelle Online-Schwerpunktthema des Deutschen Jugendinstituts befasst sich mit den Facetten und Ausprägungen von Entgrenzung: In verschiedensten Kontexten reden SoziologInnen und ErziehungswissenschaftlerInnen heute von "Entgrenzungen" und "Verflüssigungen" und versuchen mit diesen Metaphern, Entwicklungen zu beschreiben, deren Auswirkungen wir alle mehr oder weniger deutlich spüren und manchmal als Chance, manchmal aber auch als Bedrohung empfinden. Denn die Lebensweisen der Menschen können und müssen sich heute immer weniger an einer vorgegebenen Norm orientieren. Das Leben ist vielfältiger und uneindeutiger geworden. Die Grenzen zwischen ehemals klar abgegrenzten Feldern verwischen mehr und mehr.

Zum Beispiel verwischt die Trennlinie zwischen den Geschlechterrollen mit klar definierter Männlichkeit und Weiblichkeit. Gleichzeitig bestehen aber Asymmetrien und Ungleichheiten im Geschlechterverhältnis fort. Oder das Ineinanderlaufen der Lebensphasen, von Kindheit, Jugend, Erwachsenensein und Alter. Kinder werden früher erwachsen. In vielen Biografien dehnt sich die Jugend bis zum Ende des dritten Lebensjahrzehnts aus. Und viele 70-Jährige wollen heute nicht mehr als "alt" bezeichnet werden. Das lebenslange Lernen gerät als Schlagwort in die Bildungsdebatte. Neben den Wissenserwerb in der Schule tritt das Lernen vor, neben und nach der Schule.

Dass Frauen wie Männer heute stärker als früher ihre Bildungsgänge, Berufswege und Partnerschaftsmodelle individuell ausgestalten können, eröffnet viele Möglichkeiten, erfordert aber auch mehr Kraft. Umso größer ist der Wunsch nach Orientierungshilfen. Aber Vorbilder sind rar geworden. Rückhalt , Selbstvergewisserung und Experimentierchancen suchen die Menschen vor allem im sozialen Umfeld. Freunde werden dabei immer wichtiger, denn auch Familien sind längst keine stabile Größe mehr. Gleichzeitig funktioniert Familie kaum noch als geschützter Rückzugsraum. Arbeit wird aus dem Büro mit nach Hause genommen, um am Abend oder am Wochenende erledigt zu werden. Viele Menschen, vor allem Frauen, arbeiten dank der elektronischen Vernetzung von zu Hause aus. Das Arbeitsumfeld mischt sich mit dem Freizeitbereich. Feste Arbeitszeiten und langfristige Anstellungsverhältnisse gehören als fixe und verlässliche Größen der Vergangenheit an. Im Blick von außen erläutert Professor Gerd G. Voss von der TU Chemnitz die Entgrenzungen, die speziell das Erwerbsleben betreffen.
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