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Gute Noten für die Medizinerausbildung

28.06.2004 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster


Patientenvorstellungen in Vorlesungen - wie hier in der Neurologie - erhöhen den Praxisbezug Mediziner, die an der Universität Münster studiert haben, sind mit der Ausbildung an dieser Hochschule durchweg sehr zufrieden. Dies geht aus einer in der jüngsten Ausgabe des Focus veröffentlichten vergleichenden Absolventenbefragung des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) hervor. Danach hat die Universität Münster in den alten Bundesländern neben den eigenständigen Medizinischen Hochschulen in Hannover und Lübeck von ihren Absolventen die besten Noten erhalten.

Grundlage dieses "CHE-Alumni-Ranking Medizin" war eine bundesweite Befragung von Medizinern, die zwischen 1998 und 2003 ihre Approbation als Arzt erlangt haben. Die Befragten bewerteten dabei im Rückblick auf ihr Studium und vor dem Hintergrund ihrer Berufserfahrung verschiedene Aspekte der Medizinerausbildung an der jeweiligen Hochschule. Der Fragenkatalog umfasste sowohl die Rahmenbedingungen der Ausbildung an der einzelnen Hochschule als auch die Einschätzung der Kompetenzvermittlung durch das Studium. In beiden Bereichen hat die Medizinische Fakultät der Universität Münster sehr gut abgeschnitten. In keinem einzigen der zahlreichen erfragten Punkte gehörte sie zur Schlussgruppe. Sehr häufig zählte sie vielmehr zur Spitzengruppe oder lag im Mittelfeld.

Hinsichtlich der Kompetenzvermittlung erhielt die Universität Münster insbesondere bei der Vermittlung praktischer ärztlicher Fähigkeiten und psychosozialer Kompetenzen besonders gute Noten. Bei den Rahmenbedingungen hoben die Absolventen vor allem die Struktur des Studiums, die zeitliche Koordination der Lehre, die Betreuung durch die Koordinationsstelle, den Zugang zu Praktika, die Ausstattung der Bibliothek sowie die technischen und räumlichen Gegebenheiten positiv hervor.

Für die Medizinische Fakultät der Universität Münster sind die Ergebnisse der CHE-Studie eine Bestätigung ihres großen Engagements im Bereich der Lehre. "Wir haben in Münster den Anspruch, neben unserer landesweiten Spitzenstellung im Bereich der Forschung auch eine qualitativ hochwerte Lehre anzubieten", betont der Studiendekan der Medizinischen Fakultät Dr. Bernhard Marschall. Ein Beispiel für die besonderen Anstrengungen, die gerade in jüngster Zeit für eine Optimierung der
Medizinerausbildung unternommen wurden, ist die seit drei Jahren praktizierte kontinuierliche Online-Evaluatation der Lehre. Durch die Kopplung der Scheinvergabe an die Beteiligung an der Evaluation werden nahezu alle Studierenden erfasst, so dass der Fakultät stets ein aktueller Überblick über mögliche Stärken und Schwächen im Bereich der Lehre aus Sicht der Studierenden vorliegt. Dies ermöglicht es, gezielt auf angesprochene Schwachpunkte zu reagieren. Deutlich wird die hohe Bedeutung, die der Qualität der Lehre in Münster beigemessen wird, auch an dem mit allen modernen multimedialen Techniken ausgestatteten zentralen Lehrgebäude, das gerade erst mit einem Kostenaufwand von 800.000 Euro renoviert wurde.

Strukturelle Weichenstellungen für eine gute Medizinerausbildung sind aber nicht erst eine Entwicklung der jüngsten Vergangenheit. Ein Beispiel für den hohen Stellenwert, der seit langem an dieser Fakultät der Lehre beigemessen wird, ist die bereits in den 80er Jahren erfolgte Einrichtung eines eigenen Instituts für Ausbildung und Studienangelegenheiten in der Medizin. Aus den Aktivitäten dieses Instituts, das sich speziell einer Optimierung der Medizinerausbildung widmet, sind verschiedene Leuchtturmprojekte hervorgegangen, die den Studierenden einen frühen Praxisbezug und entsprechende Patientenkontakte ermöglichten. Aber erst die Übernahme dieser positiven Ansätze in ein vollkommen neues, fächerübergreifendes und somit überaus innovatives Curriculum, wie es derzeit im Rahmen der Umsetzung der neuen Approbationsordnung geschehen ist, zeigt, wie ernst es der Fakultät mit dem Anspruch auf eine Spitzenstellung in der Lehre ist.

Fest davon überzeugt ist Studiendekan Marschall übrigens davon, dass bei einer aktuelleren Befragung die Universität Münster auch in vielen Punkten, wo sie im Urteil der Absolventen derzeit noch im Mittelfeld liegt, heute zur Spitzengruppe gehören würde. Denn gerade in jüngster Zeit sind erneut wichtige strukturelle Initiativen ergriffen worden, die zu einer weiteren Verbesserung der Qualität der Lehre in der Medizin beitragen. Die Einführung von so genannten Praxisnachmittagen bereits während der theoretischen Ausbildung, die Errichtung eines "Skill-Lab" zur Vermittlung von ärztlichen Fertigkeiten und ein regelmäßiger "Science Day" zur Motivation der Studierenden für ein frühes wissenschaftliches Arbeiten sind dabei nur einige von vielen Beispielen.

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