Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 1. August 2014 

Kindesmissbrauch: Wie lässt er sich verhindern?

29.06.2004 - (idw) VolkswagenStiftung

VolkswagenStiftung fördert Untersuchung zum Thema mit 517.700 Euro

Jeden Tag werden nach Schätzungen des Bundeskriminalamtes 550 Kinder in Deutschland sexuell missbraucht. Kindesmissbrauch hat viele Gesichter: Die Täter kommen aus allen Altersschichten, quer durch alle gesellschaftlichen Gruppen. Viele Opfer zeigen ihren Missbrauch nicht an, und nur wenige Fälle werden aufgeklärt. Aus vorliegenden Daten zur Häufigkeit von Sexualdelikten geht hervor, dass die meisten dieser Vergehen von Justiz- und Strafverfolgung unbemerkt und folglich im so genannten Dunkelfeld bleiben. Zum Schutz vor sexuellem Missbrauch muss es daher ein Ziel sein, vorbeugende Therapien zu etablieren, die in diesem Dunkelfeld greifen - und damit bevor ein potenzieller Sexualstraftäter eine Straftat begeht. Zurzeit gibt es über solche präventiven Interventionen keine wissenschaftlichen Untersuchungen.

Dem abzuhelfen, stellt die VolkswagenStiftung jetzt in ihrem Fördersegment "Offen - für Außergewöhnliches" 517.700 Euro bereit für das Forschungsprojekt "Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch im Dunkelfeld". Es wird geleitet von Professor Dr. Dr. Klaus Michael Beier, Direktor des Instituts für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité - Universitätsmedizin Berlin. Die Sexualwissenschaftler wissen aus klinischer Erfahrung und aus einer eigenen, aktuellen, epidemiologischen Untersuchung, dass Dunkelfeldtäter häufig ein Problembewusstsein haben und therapiewillig sind, dass jedoch die Versorgungsstrukturen - vor allem ambulante Therapieplätze - fehlen.

Ziel des Forschungsprojektes ist es, verschiedene, bei Sexualstraftätern im Hellfeld bereits etablierte Behandlungsmethoden hinsichtlich ihres Erfolges auch bei Dunkelfeldtätern zu prüfen. Dabei sollen standardisierte Therapieprogramme sowohl im Gruppen- als auch im Einzel-Setting miteinander verglichen werden. Zu Grunde liegen sowohl verhaltenstherapeutische als auch spezielle sexualmedizinische Behandlungskonzepte, deren Überlegenheit gegenüber anderen Therapiemethoden bei der Behandlung von Sexualstraftätern in den vergangenen Jahren zunehmend deutlich wurde. Die Studienteilnehmer (therapiewillige Dunkelfeldtäter) sollen mit Hilfe eines Aufrufs in den Medien gewonnen werden. Dabei zielt das Programm sowohl auf Täter, die bereits sexuelle Übergriffe auf Kinder begangen haben, aber den Strafverfolgungsbehörden nicht bekannt sind, als auch auf "potenzielle Täter", die befürchten, dass sie in Zukunft ihren sexuellen Impulsen nachgehen. Das verdeutlicht, dass die Ergebnisse der geplanten Untersuchungen nicht nur wissenschaftlich, sondern auch gesellschaftlich von großer Bedeutung sind.

Der Text der Presseinformation steht im Internet zur Verfügung unter
http://www.volkswagenstiftung.de/presse-news/presse04/29062004.htm


Kontakt

VolkswagenStiftung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Dr. Christian Jung
Telefon: 05 11/83 81 - 380, E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de

Kontakt

Förderinitiative der VolkswagenStiftung, Dr. Henrike Hartmann
Telefon: 05 11/83 81 - 376, E-Mail: hartmann@volkswagenstiftung.de

Kontakt:

Universitätsklinikum Charité Berlin, Campus Mitte
Zentrum für Human- und Gesundheitswissenschaften
Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin
Professor Dr. Dr. Klaus Michael Beier
Telefon: 0 30/4 50 52 93 05
uniprotokolle > Nachrichten > Kindesmissbrauch: Wie lässt er sich verhindern?

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/35957/">Kindesmissbrauch: Wie lässt er sich verhindern? </a>