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13. ZEIT Forum der Wissenschaft - Innovationen in Deutschland

01.07.2004 - (idw) Veranstaltungsforum der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck GmbH

Edelgard Bulmahn: "Wir können nicht abwarten"

Zum Thema "Innovationen in Deutschland" zogen Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft auf dem gestrigen ZEIT Forum der Wissenschaft eine Halbjahresbilanz im Jahr der Innovation 2004. Edelgard Bulmahn, Bundesministerin für Bildung und Forschung, appellierte an die Verantwortung des Einzelnen: "Wir brauchen die Wissenschaft und die Wirtschaft, nicht nur Verbände, sondern Unternehmen, die mit persönlichem Engagement vorangehen."

Im internationalen Vergleich mangele es in Deutschland an der Umsetzung von guten Ideen, war sich das Podium einig. "Wir haben eine Beckenbauersche 'Schau'n-mer-mal-Kultur': Wenn was Neues da ist, dann lassen wir die anderen machen, und wir machen es eventuell, wenn wir es genau überlegt und diskutiert haben", stellte Walter Seemayer, National Technology Officer, Microsoft Deutschland GmbH, fest.

Innovationen seien nur durch Kapitalinvestitionen, auch von Seiten der Wissenschaft, zu erreichen: "Wenn frühe Entdeckungen von Risikokapitalgebern nicht mehr gefördert werden, müssen wir die Ideen weiter vorantreiben - das kann die Fraunhofer-Gesellschaft oder die Garching-Innovation der Max-Planck-Gesellschaft", sagte Prof. Dr. Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft e. V.. Das Podium stimmte überein, dass das Potenzial für Innovationen in Deutschland vorhanden sei. Daher sei nicht Jammern, sondern Handeln angebracht, bekräftigte Prof. Dr.-Ing. Karl-Heinz Brandenburg, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie und Erfinder des MP3-Kompressionsverfahrens für Musik.

Rahmenbedingungen für die Entwicklung von Innovationen muss die Politik schaffen. Ein Entwurf für ein Programm wird am 5. Juli 2004 in der Bund-Länder-Kommission erörtert. Ministerin Bulmahn mahnt zu raschem Handeln. "Wir können nicht abwarten. Wir haben weltweit eine rasante Entwicklung, und Föderalismus heißt ja nicht Separatismus. Wenn ich den Kern von Föderalismus - nämlich Wettbewerb - ernst nehmen will, dann muss ich diesen Vorschlag unterstützen." Das Ergebnis der Erörterung sei zwar offen, dennoch zeigte sich die Ministerin optimistisch: "Ich bin davon überzeugt, dass wir einen Wettbewerb der Spitzen-Unis erleben werden."


Hamburg, 30. Juni 2004


Pressekontakt
Iliane Weiß
DIE ZEIT, Leiterin Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 040 / 32 80 - 344
Fax: 040 / 32 80 - 558
Email: weiss@zeit.de
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