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Das ostindische Abenteuer

07.07.2004 - (idw) Deutsches Schiffahrtsmuseum

Deutsches Schiffahrtsmuseum legt grundlegende Arbeit über Deutsche in Diensten der Vereinigten Ostindischen Kompanie der Niederlande in leicht überarbeiteter deutscher Fassung vor


Roelof van Gelder: Das ostindische Abenteuer
Frontispiz aus dem "Ost-Indianische Fünfzehenjährige Kriegsdienste" von Johann Jacob Saar, 1672. (Deutsches Schiffahrtsmuseum) Presse-Info Nr. 14/04 vom 07.07.2004

Unter dem Titel "Das ostindische Abenteuer" legt das Deutsche Schiffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven als Band 61 seiner wissenschaftlichen Schriftenreihe eine bemerkenswerte Arbeit über Deutsche in Diensten der Vereinigten Ostindischen Kompanie der Niederlande (VOC) vor. Der Autor Roelof van Gelder hat für das ursprünglich nur in niederländischer Sprache vorliegende Buch 47 Reiseberichte deutscher VOC-Angestellter aus dem 17. und 18. Jahrhundert gesichtet und ausgewertet. Entstanden ist eine wissenschaftliche Arbeit, die durch ihren leicht und angenehm lesbaren Stil - gerade in der nun vorliegenden deutschen Fassung - auch für die breite Öffentlichkeit interessant ist.

Die 1602 in Amsterdam gegründete Verenigde Geotroyeerde Oostindische Compagnie - Vereinigte Ostindische Kompanie, kurz VOC - baute in Ostasien rasch ein geradezu koloniales Imperium auf, das fast zwei Jahrhunderte Bestand hatte. In dieser Zeit dominierte die VOC mit staatsgleichen Befugnissen den Handel mit Gewürzen, Textilien, Porzellan, Kaffee, Tee und anderen Luxusgütern und hatte einen entsprechend gigantischen Bedarf an Arbeitskräften. Gebraucht und geworben wurden nicht nur Matrosen, sondern vor allem auch Kaufleute, Schreiber, Chirurgen, Packhausknechte usw. Der Reiz der fernen Welten, Abenteuerlust, aber auch finanzielle Not und andere Motive lockten oder trieben Männer aus ganz Europa auf die zwei- bis dreimal jährlich nach Ostasien auslaufenden Flotten der VOC. Mehr als eine Million Menschen beschritten diesen Weg. Die meisten von ihnen waren jedoch keine Niederländer, sondern zum überwiegenden Teil Deutsche.

Nur einige von ihnen haben Reiseberichte verfaßt, in denen das Erlebte bildreich resümiert wird. Ihre Schilderungen sind nicht nur nach den Maßstäben der damaligen Zeit in vielfacher Hinsicht außergewöhnlich. Sie beleuchten aufschlußreich, wie tief und nachhaltig der Eindruck dieser fremden Welten auf unsere Vorfahren war. Für die wissenschaftliche Aufarbeitung der Frühen Neuzeit sind die Aufzeichnungen für uns heute von großer Bedeutung, da es zu diesem Zeitabschnitt nur vergleichsweise wenige überlieferte Quellen gibt.

Der niederländische Autor Roelof van Gelder, der mit dieser Arbeit 1997 an der Universität Amsterdam promoviert wurde und bereits wiederholt als Verfasser von Büchern zur Geschichte Amsterdams und der Geschichte der VOC in Erscheinung getreten ist, arbeitet dieses bislang nicht hinreichend beachtete Gebiet mit wissenschaftlicher Gründlichkeit auf hohem Niveau auf. Die besondere Bedeutung der ursprünglich auf niederländisch erschienenen Arbeit van Gelders gerade für die deutsche Forschungslandschaft hat das Deutsche Schiffahrtsmuseum bewogen, sich für eine leicht überarbeitete deutsche Ausgabe einzusetzen, die von Stefan Häring aus dem Niederländischen übersetzt und von Dr. Albrecht Sauer und Erik Hoops, Wissenschaftler am DSM, herausgegeben wurde.

Das großformatige Buch "Das ostindische Abenteuer. Deutsche in Diensten der Vereinigten Ostindischen Kompanie der Niederlande (VOC), 1600-1800" von Roelof van Gelder ist als Band 61 der wissenschaftlichen "Schriften des Deutschen Schiffahrtsmuseums" im Convent Verlag, Hamburg, erschienen (ISBN 3-934613-57-8). Der Band umfasst 272 Seiten und ist durchgehend illustriert. Er ist zum Preis von EUR 39,90 im Buchhandel oder im Museumsshop des DSM erhältlich.

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