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Herzkranke Zweijährige aus Bethlehem im Uniklinikum Göttingen erfolgreich operiert

07.07.2004 - (idw) Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen

Hilfe durch Hammer Forum e.v. und Runden Tisch der Religionen Abrahams, Göttingen


Prof. Thomas Paul, Prof. Wolfgang Ruschewski, Salwa Jamal und Mutter Khaula Takatka (ukg) Die zweijährige Salwa Jamal Takatka aus Bethlehem ist im Universitätsklinikum Göttingen erfolgreich am Herzen operiert worden. Bei dem Kind lag eine so genannte "Fallot'sche Tetralogie" vor. "Bei diesem nicht seltenen, angeborenen Herzfehler, der oft tödlich verläuft, besteht eine Kombination von verschiedenen Fehlbildungen," sagte Prof. Dr. Wolfgang Ruschewski, Abt. Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, Schwerpunkt Kinderherzchirurgie, Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen, der den Eingriff durchführte. "Die mittlere Lebenserwartung dieser Kinder lag früher, als diese Herzfehler noch nicht chirurgisch behandelt werden konnten, bei etwa zwölf Jahren. Zum Tode führen häufig so genannte akute Blausuchtsanfälle," sagte Prof. Dr. Thomas Paul, Direktor Abteilung Pädiatrie III, Schwerpunkt Kardiologie und Intensivmedizin, der das Kind betreut. Diese entstehen durch eine krisenhafte Verengung der Ausflussbahn der rechten Herzkammer. Dadurch wird der größte Teil des sauerstoffungesättigten Blutes aus der rechten Kammer in den Körper gepumpt. Bei Salwa wurde der Kammerscheidewanddefekt verschlossen und die Ausflussbahn der rechten Hauptkammer erweitert, so dass keine Blausucht mehr vorliegt. Das Kind konnte durch eine gemeinsame Aktion des Hammer Forums e.V. und des Runden Tisches der Religionen Abrahams, Göttingen nach Deutschland gebracht werden. Der Eingriff ist sehr gut verlaufen und Salwa wird die Universitätsklinik mit ihrer Mutter in den nächsten Tagen verlassen können. Die weitere medizinische Versorgung erfolgt in Bethlehem.

Bei der Erkrankung besteht ein großer Kammerscheidewanddefekt und der Ursprung der Körperschlagader ist so verlagert, dass die Körperschlagader aus dem Herzen weiter vorn entspringt, unmittelbar über dem großen Kammerscheidewanddefekt. Zusätzlich besteht eine bedeutsame Verengung im Bereich der Ausflussbahn aus der rechten Kammer mit einer daraus resultierenden deutlichen Verdickung der Muskulatur der rechten Kammer. Diese Kombination von Fehlbildungen des Herzens führt dazu, dass der Blut-Auswurf aus der rechten Kammer in die Lungenschlagader behindert ist. Dadurch tritt sauerstoffungesättigtes Blut aus der rechten Kammer über den Kammerscheidewanddefekt in die linke Kammer über. Das bedeutet, die kleinen Patienten leiden klinisch unter einer dauerhaften Sauerstoffuntersättigung. Da die Verengung der Ausflussbahn der rechten Kammer bei diesen Kindern zunimmt, bedeutet dies auch, dass mit zunehmendem Wachstum die Blausucht verstärkt wird. Als Gegenreaktion zu einer Sauerstoffunterversorgung des Körpers wird dann durch den Körper vermehrt Hämoglobin, also rote Blutkörperchen, gebildet mit dem Ziel, vermehrt Trägerstoffe anzubieten.

Weitere Informationen:
Georg-August-Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin
Abt. Pädiatrie III mit Schwerpunkt Kardiologie und Intensivmedizin
Prof. Dr. Thomas Paul
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen
Tel.: 0551 / 39 - 6203
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