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Ehrenring der TUM für Nobelpreisträger Rudolf Mößbauer

12.07.2004 - (idw) Technische Universität München

TU München ehrt Mitglied des Physik-Departments am "Tag der Physik"


Prof. Dr. Rudolf Mößbauer Die Technische Universität München (TUM) verleiht am "Tag der Physik" am 16. Juli 2004 den Ehrenring der TUM an Prof. Dr. Rudolf Mößbauer. Die Hochschule dankt damit ihrem herausragenden Wissenschaftler und Hochschullehrer für seine Verdienste, die dem Department für Physik zu internationalem Ansehen verholfen haben.

Prof. Rudolf Ludwig Mößbauer, emeritierter Ordinarius für Experimentalphysik der TU München, erhielt 1961 den Nobelpreis für Physik für den experimentellen Nachweis der rückstoßfreien Kernresonanzabsorption. Mit 32 Jahren war er einer der jüngsten Nobelpreisträger. Der so genannte "Mößbauer-Effekt", 1956 von Rudolf Mößbauer entdeckt, ist ein kernphysikalischer Effekt, welcher Messungen von Energieänderungen mit extrem hoher Präzision erlaubt. Die Mößbauer-Spektroskopie (MBS) wird in der Kernphysik und in der Erforschung von Festkörpern vielseitig angewandt. Etwa 40 Elemente besitzen die für die Beobachtung des Mößbauer-Effektes nötigen niederenergetischen Gammaübergänge. Ursprünglich auf rein kernphysikalische Anwendungen beschränkt, erlangte die MBS eine herausragende Bedeutung für viele Forschungsgebiete; von der Physik über die Chemie, Geologie, Mineralogie, Archäologie, bis hin zur Medizin.

Prof. Rudolf L. Mößbauer ist 1929 in München geboren und hat hier von 1935 bis 1948 die Grundschule und das Gymnasium besucht. Sein Studium an der damaligen Technischen Hochschule München (heute Technische Universität München) bei Prof. Heinz Maier-Leibnitz schloss er 1955 mit dem Diplom in Physik ab. Danach arbeitete er am Max-Planck-Institut in Heidelberg an seiner Dissertation "Kernresonanz-Fluoreszenz von Gammastrahlen im Iridium 191" und entdeckte dabei den später so genannten "Mößbauer-Effekt". Nach seiner Promotion im Jahre 1958 folgten Forschungsarbeiten an der TH München und von 1960 bis 1961 am California Institute of Technology (Caltech), Pasadena in Kalifornien/USA. Er habilitierte sich 1962 und blieb noch zwei Jahre in Kalifornien. 1965 kam er für sechs Jahre als Ordinarius für Experimentalphysik und Direktor des Physik-Departments an die TU München zurück, das auf seine Initiative nach amerikanischem Vorbild organisiert worden war. In den Jahren 1972 bis 1977 wirkte er als Direktor des Instituts Max von Laue-Langevin (ILL), das den deutsch-französisch-britischen Hochfluss-Reaktors in Grenoble/Frankreich betreibt. Anschließend war er bis zu seiner Emeritierung zum 31. März 1997 wieder an der TU München tätig. Neben dem Nobelpreis erhielt Rudolf L. Mößbauer viele weitere Auszeichnungen und Preise.

In den letzten 20 Jahren widmete er sich den Neutrinos, die als elementare Teilchen in Atomreaktoren, aber auch in der Sonne bei der Umwandlung von Wasserstoff in Helium entstehen. Erst in den letzten Jahren hat sich herausgestellt, dass Neutrinos Masse besitzen, was eine Erweiterung des Standardmodells der Elementarteilchen erforderlich macht.

Die Verleihung der Ehrenrings der TU München findet im Rahmen des "Tags der Physik" der Technischen Universität München am Freitag, den 16. Juli 2004, um 9.30 Uhr im Hörsaal 1 des Physik-Departments, James-Franck-Strasse, 85748 Garching statt.
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