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Höchste internationale Auszeichnung für Mathematiker der TU Kaiserslautern

12.07.2004 - (idw) Technische Universität Kaiserslautern

Auf dem diesjährigen "Internationalen Symposium on Symbolic and Algebraic Computation (ISSAC)" in Santander, Spanien, wurde erstmals der "Richard D. Jenks Memorial Prize for Excellence in Computer Algebra Software Engineering" verliehen. Gewinner ist das SINGULAR Team der TU Kaiserslautern unter der Leitung von Prof. Dr. Gert-Martin Greuel, Prof. Dr. Gerhard Pister und Dr. Hans Schönemann aus dem Fachbereich Mathematik.

Die ISSAC ist die wichtigste jährliche internationale Tagung auf dem Gebiet der Computeralgebra. Der Jenks Memorial Prize erinnert an den im vergangenen Jahr verstorbenen Mathematiker Dick Jenks, einen der Hauptarchitekten des unter anderem von IBM entwickelten Computeralgebrasystems Scratchpad/Axiom.

Die zum ersten Mal nach hartem Wettbewerb verliehene Auszeichnung bedeutet für die Preisträger die höchste internationale Anerkennung auf diesem Gebiet. Die Mathematiker der TU Kaiserslautern setzten sich gegen schärfste internationale Konkurrenz durch: "... your winning the award is a result of which you can justifiably be very proud" erklärte das Preiskommittee unter der Leitung von Professor Bob F. Caviness, University of Delaware.

Das Team gewann den Preis für das von ihm seit etwa 15 Jahren in Kaiserslautern entwickelte Computeralgebrasystem SINGULAR, ein System zum symbolischen Bearbeiten und Lösen von polynomialen Gleichungssystemen unter anderem in der algebraischen Geometrie. Es findet Anwendung in Forschung und Lehre und wird weltweit an vielen Universitäten aber auch in Kooperation mit industriellen Partnern eingesetzt (zum Beispiel in der Chemie und Mikroelektronik).

Als speziell für polynomiale Rechnungen optimiertes System wird es vor allem wegen seiner Fähigkeit, symbolische Berechnungen extrem schnell durchführen zu können, aber auch wegen seiner Nutzerfreundlichkeit geschätzt. In der Mathematik wird es wegen seiner Funktionalität in Bezug auf tiefe mathematische Theorien (von gemischten Hodge Strukturen über Modulräume bis hin zur Auflösung von Singularitäten) zum Testen von Vermutungen und zum Beweisen mathematischer Sätze verwendet.

Ein Beispiel ist die vor wenigen Tagen von den Mainzer Mathematikern Oliver Labs und Prof. Dr. Duco van Straten, ehemals Mitarbeiter bei Professor Greuel in Kaiserslautern, entdeckte neue Fläche vom Grad sieben mit 99 Doppelpunkten. Dies bedeutet neuen Weltrekord und die umfangreichen Rechnungen dazu wurden mit SINGULAR durchgeführt.
SINGULAR ist eine freie Software und wird unter der GNU Public Licence gratis zum download bereitgestellt (www.singular.uni-kl.de). Die freie Verfügbarkeit des Systems ermöglicht einen einfachen Austausch zwischen Forschern weltweit, so dass die Weiterentwicklung inzwischen durch viele externe Gruppen unterstützt wird, so aus Deutschland (Saarbrücken, Mainz, Cottbus, Berlin), Europa (Frankreich, Spanien, Schweden, Russland, Ukraine) und aller Welt (USA, Japan).

An der TU Kaiserslautern wird SINGULAR nicht nur in der entwickelnden Arbeitsgruppe Algebraische Geometrie und Computeralgebra verwendet, sondern ebenso in Projekten des Forschungsschwerpunktes "Mathematik und Praxis" und des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM). Daneben gibt es im Rahmen des Zentrums für Computeralgebra seit Jahren eine Kooperation mit den Fachbereichen Informatik und Elektrotechnik und Informationstechnik der TU Kaiserslautern.
Die Entwicklung von Singular wurde und wird im Rahmen von Forschungsprojekten von der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Stiftung für Innovation des Landes Rheinland-Pfalz unterstützt.
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