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DFG richtet Forschungszentrum in Göttingen ein

02.07.2002 - (idw) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat heute beschlossen, in Göttingen ein DFG-Forschungszentrum "Molekularphysiologie des Gehirns - Molecular Phy-siology of the brain" einzurichten. Im Mittelpunkt stehen die molekularen Grundlagen von Hirnfunktionen und ihrer Störungen bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen.

Das Konzept des Göttinger Forschungszentrums beruht auf der Forschungskooperation von molekularer Neurobiologie und der Neurophysiologie. Erstes Ziel ist eine umfassende Be-schreibung der neuronalen Zellfunktionen. Dazu soll eine Übersichtskarte der funktionalen Proteinverbindungen von Neuronen und Gliazellen (Stützzellen) erarbeitet werden. Unter Einsatz neuester Technologien wird angestrebt, die Mechanismen der Informationsverarbei-tung innerhalb und zwischen neuronalen Zellen auf molekularer Ebene aufzuklären. Diese Informationen sollen dann für die Entwicklung neuer diagnostischer und therapeutischer Stra-tegien für Neuroprotektion und -regeneration sowie für die Behandlung neurologischer und psychiatrischer Krankheiten genutzt werden. Als international einzigartig wird die Verbin-dung innovativer Methodenentwicklung mit Anwendungsfeldern in der Neurobiologie und der Klinik gesehen. Trotz Fortschritten in der Neurobiologie bleibt die Entwicklung von The-rapien für psychiatrische, neurologische und neurodegenerative Erkrankungen eine große Herausforderung in der Neurowissenschaft.

Eingebunden in das DFG-Forschungszentrum sind die Universität Göttingen, das Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, das Max-Planck-Institut für experimentelle Me-dizin sowie das Deutsche Primatenzentrum. Es wird zudem die Kooperation mit Industrie-partnern angestrebt.

Der Antrag wurde aus 13 eingegangenen Konzepten zum Thema "Neurowissenschaften: Von den molekularen Grundlagen bis zur Kognition" ausgewählt, von denen drei in die engste Wahl gekommen und von einer international zusammengesetzten Wissenschaftlergruppe ver-gleichend begutachtet worden waren.

Das Programm DFG-Forschungszentren will auf vorhandenen kooperativen Schwerpunkten an Hochschulen und außeruniversitären Instituten aufbauend dazu beitragen, einerseits dem internationalen wissenschaftlichen Nachwuchs eine attraktive Alternative zu den USA oder England zu bieten und andererseits eine Magnetwirkung auf Spitzenwissenschaftler aus dem Ausland auszuüben. Diese Exzellenzzentren sollen national führend und international sichtbar werden. Ziel ist es daher auch, die unmittelbaren Voraussetzungen erfolgreicher, interdiszipli-närer Forschung zu verbessern und die besten Ideen zur Optimierung der Ausbildungs-, Kar-riere-, Fächer- und Organisationsstrukturen an den Hochschulen zu realisieren. Im Rahmen eines Forschungszentrums werden dafür bis zu sechs zusätzliche Professuren und deren Aus-stattung sowie Nachwuchsgruppen gefördert. Jedes Zentrum wird mit rund fünf Millionen Euro pro Jahr unterstützt, wobei der DFG für die ersten drei Jahre der Laufzeit dieses Pro-gramms insgesamt Mittel in Höhe von 47 Millionen Euro von der Bundesregierung aus den UMTS-Geldern zur Verfügung gestellt werden.

Im vergangenen Jahr hatte die DFG bereits vier Forschungszentren eingerichtet: "Ozeanrän-der" (Bremen), "Funktionelle Nanostrukturen" (Karlsruhe), "Experimentelle Biomedizin - Target Protein Research" (Würzburg) und "Mathematik für Schlüsseltechnologien: Modellie-rung, Simulation und Optimierung von real-world-Prozessen" (Berlin).


Nähere Informationen zum Göttinger Zentrum erteilt:

Prof. Dr. Diethelm W. Richter
Zentrum Physiologie und Pathophysiologie
Abteilung Neuro- und Sinnesphysiologie
Universität Göttingen
Tel. 0551/395911/2
Fax 0551/396031
e-mail g.richter@gwdg.de
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