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DFG - Graduiertenkolleg "Identifikation von Material- und Systemeigenschaften"

02.07.2002 - (idw) Universität Kassel

Nach zweimaliger Verlängerung läuft das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte und von Wissenschaftlern der Kasseler Universität betriebene Graduiertenkolleg "Identifikation von Material- und Systemeigenschaften" nun aus. Das Graduiertenkolleg wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit insgesamt 1,89 Millionen Euro (3,7 Millionen DM) gefördert. Aus dem dortigen Forschungsprogramm sind bisher 14 abgeschlossene Promotionen hervorgegangen, neun weitere Promotionen stehen bevor.

Kassel. Nach zweimaliger Verlängerung läuft das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte und von Wissenschaftlern der Kasseler Universität betriebene Graduiertenkolleg "Identifikation von Material- und Systemeigenschaften" nun aus. Das Graduiertenkolleg wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit insgesamt 1,89 Millionen Euro (3,7 Millionen DM) gefördert. Aus dem dortigen Forschungsprogramm sind bisher 14 abgeschlossene Promotionen hervorgegangen, neun weitere Promotionen stehen bevor. Das Graduiertenkolleg verabschiedet sich mit einer Abschlusstagung am 15. Juli, auf der einige seiner Nachwuchswissenschaftler ihre spannenden Forschungsarbeiten vorstellen und so Beispiele der geleisteten Arbeit zeigen. (15. Juli, Gießhaus, Mönchebergstraße 5,
ab 10 Uhr; ausführliches Programm s. unten).
Ob "Simulationsgestützte Untersuchungen zum Fahrkomfort von Reisezugwagen", "Windkanaluntersuchungen zur aeroelastischen Stabilität von Triebwerksbeschaufelungen" oder "Thermalanalyse der Rumpftonne des Airbus A380 in Glasfaser-Verbundbauweise" - die Themen der Arbeiten aus der Forschung und Entwicklung, die bei der Abschlussveranstaltung vorgestellt werden, zeigen das Arbeitsspektrum und den Anspruch des Graduiertenkollegs. Das Ziel des Graduiertenkollegs "Identifikation von Material- und Systemeigenschaften" ist ein Beitrag zur Weiterentwicklung und Intensivierung der Forschung auf speziellen Gebieten der Ingenieurwissenschaft in Verbindung mit einer fächerverbindenden und zielorientierten Doktorandenausbildung.

Zum Hintergrund
Professoren aus den Fachbereichen Bauingenieurwesen und Maschinenbau gründeten das Graduiertenkolleg, das seine Arbeit zum 1. Januar 1993 aufgenommen hatte. An der Arbeit des Graduiertenkollegs waren folgende Kasseler Wissenschaftler beteiligt: Prof. Dr.-Ing. Andrzej Bledzki, Kunststoff- und Recyclingtechnik, Prof. Dr. rer. nat. Hubert Hahn, Regelungstechnik, Prof. Dr.-Ing. Friedel Hartmann, Baustatik, Prof. Dr.-Ing. Peter Haupt, Kontinuumsmechanik, Prof. Dr.-Ing. Horst Irretier, Maschinendynamik, Prof. Dr.-Ing. Michael Link, Leichtbau, Prof. Dr.-Ing. Anton Matzenmiller, Numerische Mechanik, Prof. Dr.-Ing. Gerhard Mehlhorn, Massivbau, Prof. Dr.-Ing. Berthold Scholtes, Werkstofftechnik/Metallische Werkstoffe, Dr.-Ing. Lothar Schreiber, Experi-

mentelle Mechanik und Prof. Dr.-Ing. Frieder Thiele, Stahlbau.
Die gemeinsame Idee war der für die Ingenieurwissenschaft grundlegende und fächerübergreifende Begriff der Identifikation, der innerhalb der einzelnen Fachgebiete jeweils mehr oder weniger unterschiedlich strukturiert ist: Bei der Identifikation von Werkstoff- oder Bauteileigenschaften bzw. bei der Identifikation der Eigenschaften eines Regelkreises kommen Verfahren zur Anwendung, die in ihrer methodischen Struktur grundsätzliche Gemeinsamkeiten aufweisen.
Es gehört zu den Aufgaben der Ingenieurwissenschaften, das Verhalten von technischen Systemen zu berechnen, das heißt durch mathematische Modelle darzustellen. Der Begriff des Systems umfasst im Sinne der Ingenieurwissenschaften Werkstoffe, Bauteile, Strukturen und Maschinen. Die erfolgreiche Anwendung eines mathematischen Modells zur Vorausberechnung der Verhaltensweisen eines Systems erfordert die Kenntnis der wesentlichen Eigenschaften, von denen das Systemverhalten abhängt. Dabei ist die Entscheidung, welche konkreten Eigenschaften dies im Einzelfall sein sollen, für den Aufbau des verwendeten mathematischen Modells bestimmend. Jedes speziell ausgewählte Modell enthält Parameter, deren Zahlenwerte die Eigenschaften des zu beschreibenden Systems konkret darstellen. Die Ermittlung der Systemeigenschaften (d.h. der Systemparameter) auf der Grundlage geeigneter Versuchsdaten wird als Identifikation bezeichnet. Jede Modellierung eines technischen Systems steht prinzipiell im Zusammenhang mit den Grundgesetzen der Mechanik, Thermodynamik und Elektrodynamik.

Aus der engen Verflechtung von Materialeigenschaften und Systemeigenschaften ergaben sich vielfältige Möglichkeiten der gemeinsamen fächerübergreifenden Forschung und Doktorandenausbildung.

Das Programm der Abschlussveranstaltung
Das Programm der Abschlussveranstaltung am 15. Juli im Gießhaus der Universität im einzelnen:

10.00 Uhr Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep, Präsident der Universität Kassel: Begrüßung
10.10 Uhr Prof. Dr.-Ing. Peter Haupt, Sprecher des Graduiertenkollegs
10.30 Uhr Dirk Helm: Formgedächtnislegierungen - Experimentelle Untersuchung und Modellierung der thermomechanischen Materialeigenschaften
11.00 Uhr Carsten Speicher: Röntgenographische Ermittlung von Mikroeigenspannungen in mehrphasigen Werkstoffen
11.30 Uhr Joachim Belz: Windkanaluntersuchungen zur aeroelastischen Stabilität von Triebwerksbeschaufelungen
12.00 Uhr Sebastian Gerlach: Materialmodellierung und Parameteridentifikation von viskoelastischen Verbundwerkstoffen
12.30 Uhr Pause
14.00 Uhr Konstantin Sedlan: Simulation des mechanischen Verhaltens von Elasto- merlagern in PKW-Fahrwerken unter statischer und dynamischer Belastung

14.30 Uhr Ulrich Gücker u. Falk Hecker: Identifikation von dynamischen Systemen mit Parameterunsicherheiten
15.45 Uhr Sven Rudorff: Simulationsgestützte Untersuchungen zum Fahrkomfort von Reisezugwagen
16.15 Uhr Stefan Waitz: Thermalanalyse der Rumpftonne des Airbus A380 in Glasfaser-Verbundbauweise
17.00 Uhr Trio Dounia: Musik für Violine, Akkordeon und Violoncello von Luigi Boccherini, John Cage und Astor Piazzolla
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Kontakt und weitere Information:
Universität Kassel
Prof. Dr.-Ing. P. Haupt
-Sprecher des Graduiertenkollegs-
Tel.: (0561) 804-2820, -2819
Fax: (0561) 804-2720
email: haupt@ifm.maschinenbau.uni-kassel.de
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