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DFG: Fünf Millionen Euro jährlich für Göttinger Gehirnforschungs-Zentrum

02.07.2002 - (idw) Georg-August-Universität Göttingen

Die Universität Göttingen wird ein bundesweit einmaliges Zentrum für Gehirnforschung einrichten, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit jährlich fünf Millionen Euro fördert. An dem Zentrum für Molekularphysiologie des Gehirns (ZMPG) sind die Fakultäten für Medizin, Biologie und Physik, das European Neuroscience Institute und das Zentrum für Molekulare Biowissenschaften sowie die Max-Planck-Institute für biophysikalische Chemie und für experimentelle Medizin, das Deutsche Primatenzentrum und Partner aus der Industrie beteiligt. In vier Schwerpunkten werden die Göttinger Forschergruppen molekulare Wechselwirkungen und deren Bedeutung für die Funktion neuronaler Zellen untersuchen, um so die Funktionsweise der komplexen Netzwerke hochspezialisierter Nervenzellen im menschlichen Gehirn und zugleich die Ursachen für deren pathologische Störungen zu entschlüsseln. Das ZMPG wird seine Arbeit noch in diesem Jahr aufnehmen.

Pressemitteilung
Göttingen, 2. Juli 2002 / Nr. 199/2002

DFG: Fünf Millionen Euro jährlich für Göttinger Gehirnforschungs-Zentrum
Präsident: Riesiger Erfolg - Neurowissenschaften auf internationalem Niveau weiterführen

(pug) Die Universität Göttingen wird ein bundesweit einmaliges Zentrum für Gehirnforschung einrichten, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit jährlich fünf Millionen Euro fördert. Das teilte am heutigen Dienstag (2. Juli 2002) die DFG mit. An dem Zentrum für Molekularphysiologie des Gehirns (ZMPG) sind die Fakultäten für Medizin, Biologie und Physik, das European Neuroscience Institute und das Zentrum für Molekulare Biowissenschaften sowie die Max-Planck-Institute für biophysikalische Chemie und für experimentelle Medizin, das Deutsche Primatenzentrum und Partner aus der Industrie beteiligt. In vier Schwerpunkten werden die Göttinger Forschergruppen molekulare Wechselwirkungen und deren Bedeutung für die Funktion neuronaler Zellen untersuchen, um so die Funktionsweise der komplexen Netzwerke hochspezialisierter Nervenzellen im menschlichen Gehirn und zugleich die Ursachen für deren pathologische Störungen zu entschlüsseln. Damit sollen diese Forschungsergebnisse auch in die Entwicklung neuer Therapien zur Behandlung neurologischer, insbesondere neurodegenerativer Erkrankungen, wie zum Beispiel Morbus Parkinson und Morbus Alzheimer, einfließen. Universitäts-Präsident Prof. Dr. Horst Kern wertete die DFG-Entscheidung als einen "riesigen Erfolg" für die Göttinger Forschung. "Die interdisziplinäre Verzahnung der hohen wissenschaftlichen Expertise auf dem Gebiet der Neurowissenschaften wird in dem neuen Zentrum auf international anerkannten Niveau weitergeführt und ausgebaut", so Prof. Kern. Das ZMPG wird seine Arbeit noch in diesem Jahr aufnehmen.

Wie der Koordinator des neuen Forschungsverbundes, Prof. Dr. Diethelm Richter, erläutert, kommunizieren die Nervenzellen des Gehirns über synaptische Verbindungen, wobei komplexe raum-zeitliche Aktivitätsmuster letztlich das Verhalten und Lernen, aber auch das Vergessen bestimmen. Viele dieser lebenswichtigen Anpassungsvorgänge in den neuronalen Netzwerken sind dabei, so der Göttinger Wissenschaftler, auf molekulare und zelluläre Prozesse zurückzuführen, die durch spezifische genetische Programme jeder einzelnen Nervenzelle bestimmt werden. "Basierend auf der Genomforschung werden wir daher mit der Beschreibung der Interaktionen auf der Ebene einzelner Moleküle beginnen, um von dort aus zu einer molekularen Definition der komplexen Signalwege innerhalb der Nervenzellen und schließlich zu einem fundierten Verständnis der Funktion dieser Zellen innerhalb von Netzwerken zu gelangen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Bearbeitung dieser Fragestellung ist die enge Vernetzung unserer Arbeitsgruppen und die Entwicklung innovativer molekularoptischer und molekularphysiologischer Untersuchungsmethoden", so Prof. Richter, Leiter der Abteilung Neuro- und Sinnesphysiologie am Göttinger Bereich Humanmedizin.

Nach den Worten von Prof. Richter basiert das "Göttinger Forschungskonzept" auf einer Integration der hervorragenden Kompetenzen in den naturwissenschaftlichen Fächern Physik, Biophysik, Molekulare Genetik, Biochemie, Molekularbiologie, Zellbiologie, Entwicklungsbiologie, Physiologie, Neurologie und Psychiatrie. Aus den DFG-Fördermitteln soll das bestehende Forschungspotenzial durch mehrere neue Professuren und Nachwuchsforschergruppen erweitert werden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft wird die Arbeit des Zentrums für Molekularphysiologie des Gehirns regelmäßig evaluieren. Die Finanzierung des Göttinger Forschungszentrums über einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahren ist Teil eines neuen Förderprogramms, das die DFG im vergangenen Jahr initiiert hat. Aus diesem Programm heraus soll international anerkannte Spitzenforschung in Deutschland gefördert werden. Die Mittel dafür stammen aus den Erlösen beim Verkauf der UMTS-Lizenzen und werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zur Verfügung gestellt.

Kontaktadresse:

Prof. Dr. Diethelm Richter
Georg-August-Universität Göttingen
Medizinische Fakultät
Zentrum Physiologie und Pathophysiologie
Abteilung Neuro- und Sinnesphysiologie
Humboldtallee 23, 37073 Göttingen
Tel. (0551) 39-5911, Fax (0551) 39-6031
e-mail: d.richter@gwdg.de
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