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Volksleiden Osteoporose: Zahl der Knochenbrüche steigt

03.07.2002 - (idw) Bertelsmann Stiftung

"Bone and Joint Decade" will Patienten zu mehr Selbstverantwortung bewegen

Gütersloh, 3. Juli 2002. Osteoporose entwickelt sich zur Volkskrankheit: Die Zahl der da­durch bedingten Knochenbrüche in der EU hat sich seit 1996 um 25 Prozent erhöht. Dies wurde auf einer Expertentagung des deutschen Netzwerks der internationalen Organisation "Bone and Joint Decade" bekannt, die sich für eine verbesserte Aufklärung über Knochen- und Gelenkerkrankungen einsetzt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht die Osteo­porose weltweit als führende Gesundheitsbedrohung. Lediglich Herz-Kreislauferkrankungen haben eine noch größere Bedeutung. Das Risiko einer Frau, an den Komplikationen eines osteoporotischen Schenkelhalsbruchs zu sterben, entspricht dem Risiko, an Brustkrebs zu versterben. Die WHO zählt Osteoporose inzwischen zu den kostenintensivsten Krankheiten weltweit.

Trotzdem werden Schätzungen zufolge fast 50 Prozent aller Osteoporosefälle in Deutschland nicht diagnostiziert. Lediglich 20 Prozent aller Fälle werden nach dem neuesten Stand der Wissenschaft behandelt. "Noch immer sind die Möglichkeiten zur Vorbeugung von Osteopo­rose nicht hinreichend bekannt", betont Prof. Wolfhart Puhl, Vorsitzender des deutschen Netzwerks der "Bone and Joint Decade". Schon junge Menschen sollten sich selbstverant­wortlich um die Gesunderhaltung von Knochen und Gelenken kümmern, denn bereits ab dem 30. Lebensjahr nimmt die Knochenmasse ab. Wichtig seien bereits bei Kindern und Jugendli­chen regelmäßiger Sport und die richtige Ernährung mit ausreichenden Mengen an Kalzium und Vitamin D. So könnte Osteoporose in vielen Fällen verhindert werden.

Die "Bone and Joint Decade", die in Deutschland unter der Schirmherrschaft von Liz Mohn, Präsidiumsmitglied der Bertelsmann Stiftung, steht, will Patienten zu mehr Selbstverantwor­tung bewegen. Bei wichtigen Krankheiten des Stütz- und Bewegungsapparates soll eine ef­fektive Vorbeugung, eine frühzeitige Erkennung und bestmögliche Behandlung gefördert werden. Die weltweite Dachorganisation von über 750 Patientenvereinigungen und wissen­schaftlichen Institutionen hat das "Jahrzehnt der Knochen- und Gelenkerkrankungen", eine bis zum Jahr 2010 dauernde weltweite Öffentlichkeitskampagne, ausgerufen.


Rückfragen an: Prof. Dr. med. Wolfhart Puhl, Orthopädische Klinik der Universität Ulm, Telefon: 0 731 / 177 1101
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