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RUB-Patientenforum mit Experten: Wer über Leben und Tod entscheidet

27.07.2004 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Mit einer Betreuungsvollmacht kann jeder selbst bestimmen, wer für ihn entscheiden soll, wenn er selbst es nicht mehr kann. In der Patientenverfügung wird der eigene Wille direkt festgeschrieben. Die Vor- und Nachteile beider Modelle können alle Interessierten mit Medizinern, Juristen und Ethikern beim Bürger- und Patientenforum der RUB "Patientenverfügung: Behandlungssicherheit und Rechtssicherheit" am 3. August 2004 diskutieren (17 Uhr, BG-Kliniken Bergmannsheil, Großer Hörsaal).

Bochum, 27.07.2004
Nr. 237


Wer über Leben und Tod entscheidet
Mit Experten diskutieren: Patientenverfügung, Betreuungsvollmacht
Bürger- und Patientenforum im Bergmannsheil


Zur rechtzeitigen Vorsorge für Entscheidungen an der Grenze von Leben und Tod haben sich zwei Modelle durchgesetzt: Mit einer Betreuungsvollmacht kann jeder selbst bestimmen, wer für ihn entscheiden soll, wenn er selbst es nicht mehr kann. In der Patientenverfügung wird der eigene Wille direkt festgeschrieben. Die Vor- und Nachteile beider Modelle können alle Interessierten mit Medizinern, Juristen und Ethikern beim Bürger- und Patientenforum "Patientenverfügung: Behandlungssicherheit und Rechtssicherheit" am 3. August 2004 diskutieren (17 Uhr, BG-Kliniken Bergmannsheil, Großer Hörsaal). Veranstalter sind das Zentrum für Medizinische Ethik der RUB und die BG-Kliniken Bergmannsheil, Klinikum der RUB. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Wie würden Sie entscheiden?

Ärzte müssen helfen - aber helfen sie wirklich, indem sie mit modernen Apparaten das Leben und womöglich das Leiden ein paar Tage verlängern? Würde der Patient das wünschen? Bestenfalls hat er für diese Situation vorgesorgt, seinen eigenen Willen aufgeschrieben. Doch der Gedanke an den eigenen Tod, zumal einen, dem eine schwere Krankheit oder ein Unfall vorausgeht, schreckt ab. Entscheidungen für eine solche Situation im Vorhinein zu treffen, ist schwierig: Wer weiß schon, was er wollen würde, wenn er an der Grenze zum Tod steht? Das Zentrum für medizinische Ethik der RUB hat daher narratives Vorbereitungsmaterial entwickelt, das dem Leser hilft, sich anhand von Erzählungen in die Rolle des Todkranken hineinzuversetzen und auf dieser Basis zu fundierten Entscheidungen zu gelangen.

Betreuungsvollmacht: Vertrauen und Verantwortung

Einfacher scheint es, jemand anderem die Entscheidung zu überlassen. Doch das Modell der Betreuungsvollmacht ist mit nicht weniger Schwierigkeiten verbunden: Jemand anderem die Entscheidung über das eigene Sterben zu überlassen, erfordert großes Vertrauen. Außerdem kann die Verantwortung für Leben und Tod eines anderen Menschen für den Bevollmächtigten auch eine Bürde sein.

Erfahrungen aus Klinik, Beratung und Gericht

Das Bürger- und Patientenforum bietet die Gelegenheit, mit Spezialisten zu diskutieren, die täglich mit diesen Fragen konfrontiert sind: Prof. Dr. Michael Zenz (Direktor der RUB-Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerztherapie im Bergmannsheil und im Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer) und Prof. Dr. Ludger Pientka (Direktor der geriatrischen Universitätsklinik im Marienhospital Herne) stellen ihre Erfahrungen mit beiden Modellen im klinischen Alltag vor. Die rechtliche Seite des Problems beleuchtet Prof. Dr. Wilhelm Uhlenbruck, Richter a. D. am Landgericht Köln. Nach den Kurzvorträgen stellen sich die Referenten der Diskussion mit dem Publikum.

Weitere Informationen

Juliane Brenscheidt, M.A., Zentrum für Medizinische Ethik der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-22749, Fax: 0234/32-14598, E-Mail: Med.Ethics@rub.de, Internet: http://www.ruhr-uni-bochum.de/zme/

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