Migration von Muslimen - Migration des Islam.03.07.2002 - (idw) Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)
Identität, Abgrenzung, Identifikation - ein Symposium / Förderung durch die Dresdner Bank
FRANKFURT. Die öffentliche Debatte um Zuwanderung und Migration, um nationale und kulturelle Identitäten hat eine neue Dimension erhalten, seit die Ereignisse vom September 2001 die westliche Welt erschütterten. In den Vordergrund ist dabei die Wechselbeziehung zwischen christlicher und isla-ischer Kultur gerückt, wobei in einer Ausbreitung des Islam vielfach eine Bedrohung westlicher Werte gesehen wird. Die Verbreitung islamischer Kultur, verbunden mit der Migra-ion islamischer Kulturträger, ist freilich kein neues Phänomen in der Geschichte. Vielmehr vollzieht sie sich in verschiedenen Weltreligionen als ein über mehr als tausend Jahre kontinu-ierlich verlaufender Prozess, bei dem Muslime mit Angehöri- gen anderer Kulturen in Kontakt traten. Hieraus resultierten nicht nur recht unterschiedliche lokale und regionale Aus- prägungen des Islam selbst, sondern es entwickelte sich viel- fach ein reger kultureller Austausch, bei dem sich islamische und nicht-islamische Kulturen gegenseitig befruchteten und funktionelle multikulturelle Gesellschaften entstanden. Ziel des Symposiums ist es, den umrissenen Fragenkomplex von verschiedenen Seiten aus zu beleuchten, um zu einem tieferen Verständnis der Wechselwirkungen, die beim Aufein- andertreffen islamischer und nicht-islamischer Kulturen auftreten, beizutragen. Berücksichtigt werden dabei aktuelle wie historisch zu erschließende Prozesse, die für die wichtigsten Verbreitungs- gebiete des Islam charakteristisch sind, wobei dem Phänomen der Migration besonderes Augenmerk gilt. Die Dresdner Bank AG unterstützt die Ausrichtung dieses Symposiums dankenswerterweise finanziell./2 Programm 9.00-9.15: Grußwort Prof. Rudolf Steinberg, Präsident der Johann Wolfgang Goethe-Universität Eröffnungswort Prof. Hans Daiber (Frankfurt) Morgenpanel: Der Islam im globalen Zeitalter: Identität und Wandlung. 9.15-10.00: Prof. Bert Fragner (Bamberg), einleitender Vortrag Die turko-persischen Gesichter des Islams in Asien - Ausbreitung einer Religion und kultureller Wandel. 10.00-10.45: PD Dr. Stephan Conermann (Kiel) Islam in Süd- und Südostasien. 10.45-11.00: Pause. 11.00-11.45: Prof. Thomas Heberer (Duisburg) Die Heterogenität des Islam in China - Bedrohungsperzeption und ethnische Konfliktmuster. 11.45-12.30: PD Dr. Roman Loimeier (Bayreuth) Gibt es einen afrikanischen Islam? Afrikanische muslimische Gesellschaften zwischen lokalen Traditionen und translokalen Rechtleitungsansprüchen. 12.30-14.00: Mittagspause. Nachmittagspanel: Der Islam in Europa und seine Metamorphosen. 14.00-14.45: Prof. Faruk Sen (Essen) Islam in Deutschland und Europa - Ein Hindernis für die Integration oder eine neue Dialogmöglichkeit. 14.45-15.30: Dr. Hans-Lukas Kieser (Zürich) Die Aleviten, der Islam und Europa. Heterodoxer Islam auf dem Weg aus der Marginalität in die Zivilgesellschaft. 15.30-16.15: HD Dr. Andrea Meyer-Fraatz (Frankfurt) Islamische Themen in der modernen bosnischen Literatur. 16.15-16.30: Pause. 16.30-17.15: Prof. Jacques Waardenburg (Lausanne) Intercultural Communication: Muslims and Islam in Europe. 17.15-18.15: Podiumsdiskussion Der Islam ein Konfliktherd? Feindbilder versus Integration und eigene Identität. Kontakt: Prof. Hans Daiber / Dr. Eva-Maria Kluge / Dr. Wim Raven; Tel.: 798 22855, 798 22857; Fax 798 24964; E-Mail: Orient@em.uni-frankfurt.de
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