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Universitätsklinikum Heidelberg beschließt BAT-Ausstieg

28.07.2004 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Modernes Tarifsystem soll Arbeitsplätze sichern / Neue Verträge in Abstimmung mit Universitätsklinika Tübingen, Freiburg und Ulm

Der Aufsichtsrat des Universitätsklinikums Heidelberg hat in seiner Sitzung am 28. Juli 2004 beschlossen, auch dem Universitätsklinikum Heidelberg zu ermöglichen, aus dem Arbeitgeberverband des Öffentlichen Dienstes (AVdöD) auszutreten. Die Mitgliedschaft wird fristgerecht zum 31. Januar 2005 gekündigt.

Die Universitätsklinika in Baden-Württemberg, die alle aus dem AVdöD aussteigen werden, werden sich bei der Entwicklung eines neuen Haustarifvertrags für ihre Mitarbeiter abstimmen und gemeinsam mit den Gewerkschaften verhandeln. Der BAT soll durch eine moderne Tarifstruktur ersetzt werden, die einfacher und transparenter als das bestehende System ist. Die Bezahlung soll sich an Leistung und Erfolg orientieren. Mit einem eigenen Haustarifvertrag wollen die Klinika in Zukunft flexibler auf den Arbeitsmarkt und auf die Erfordernisse einer modernen Krankenversorgung und eines modernen Klinikbetriebs eingehen.

Bei wachsendem finanziellen Druck leistungsfähig bleiben und Arbeitsplätze sichern

Die finanzielle Situation der Universitätsklinika hat sich in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert: Die Budgets der Krankenkassen sind seit 1995 gedeckelt. Wegen rückläufiger Steuereinnahmen wurden die Landeszuschüsse für Forschung und Lehre erheblich gekürzt. Weitere gravierende Ertragsrückgänge sind durch die Einführung der Fallpauschalen zu erwarten, da die besonderen Leistungen und Vorhaltekosten der Universitätsklinika noch nicht adäquat abgebildet sind. Der höhere Basisfallwert der Universitätsklinika ist auch durch die Bindung an den BAT und an die VBL-Alterversorgung bedingt. Durch Tariflohnsteigerung bei sinkenden Einnahmen würde die Schere zwischen Ausgaben und Erlösen weiter auseinandergehen. Für die vier Universitätsklinika des Landes in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm ergibt sich dabei von 1999 bis zum Jahr 2004 eine rechnerische Lücke von rund 80 Mio. Euro.

Durch den Ausstieg aus dem BAT sehen Aufsichtsrat und Klinikumsvorstand die Chance, die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit des Klinikums trotz sinkender Ressourcen zu erhalten. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um im immer härteren Wettbewerb der Kliniken zu bestehen und dadurch bessere Voraussetzungen zur Sicherung der bestehenden Arbeitsplätze zu schaffen.

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
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