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Erstmals Wirtschaftsinformatiker verabschiedet

29.07.2004 - (idw) Fachhochschule Ulm

Insgesamt 174 Studierende der Fachhochschule Ulm (FHU) haben zum Ende des Sommersemesters 2004 ihr Studium erfolgreich abgeschlossen, unter ihnen der erste Studienjahrgang des Studiengangs Wirtschaftsinformatik, der gemeinsam mit der Fachhochschule Neu-Ulm angeboten wird. Die Verabschiedung fand erstmals nach eineinhalb Jahren Sanierung wieder in der von dem Olympia-Park-Architekten Günter Behnisch 1963 erbauten Aula statt. Zur ihrer Einweihung und der Verabschiedung der ersten Wirtschaftsinformatiker konnte Rektor Professor Dr. Achim Bubenzer den baden-württembergischen Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg als Festredner begrüßen. An seiner Ansprache hatte per Video-Übertragung auch die Universität Zilina, slowakische Partnerhochschule der FHU, teil.

Wir machen einfach, was vernünftig ist, so das knappe Statement des Rektors der Fachhochschule Ulm (FHU) in Anspielung auf die gemeinsamen Studiengänge mit der Fachhochschule Neu-Ulm. Professor Dr. Achim Bubenzer, der gemeinsam mit dem Präsidenten der Fachhochschule Neu-Ulm, Professor Dr. Gerhard Hack, die Gäste begrüßte, sieht in der langjährigen Kooperation eine Grenzüberschreitung der besonderen Art: die Verbindung zwischen zwei unterschiedlichen Disziplinen zum Beispiel Wirtschaftswissenschaften und Informatik wie im Falle des Studiengangs Wirtschaftsinformatik sowie die länderübergreifende Zusammenarbeit in der Lehre, in die jede der beiden Hochschulen ihre besonderen Stärken einbringt - zum Vorteil der Steuerzahler und der Studierenden. Neben der Wirtschaftsinformatik umfasst das gemeinsame Angebot den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen und ab dem kommenden Wintersemester einen Bachelor-Studiengang Wirtschaftsingenieur-Logistik.

Synergien in der Lehre zu schaffen, hat an der FHU eine langjährige Tradition. Auf diese Tatsache ging auch Professor Marian Dzimko, Prorektor der Universität Zilina, in seiner Grußadresse ein. Mit der slowakische Partnerhochschule, die per Video-Übertragung dem Festakt zugeschaltet war, hatte die FHU bereits vor zehn Jahren eine Zusammenarbeit begründet, aus der inzwischen der Master-Studiengang Industrial Engineering and Logistics hervorgegangen ist. Außerdem unterhalten beide Hochschulen einen regen Dozentenaustausch.

Der baden-württembergische Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg würdigte in seiner Festansprache die Kooperationsfähigkeit der Hochschulen über Ländergrenzen hinweg. In der Zusammenarbeit von Hochschulen sieht er vor allem auch einen wichtigen Baustein bei der Ost-Erweiterung der Europäischen Union. "Ich möchte die Fachhochschule Ulm ausdrücklich darin bestärken, die Kooperationen mit Universitäten und Hochschulen entlang der Donau weiter zu vertiefen", so der Minister, dem als Ziel der Donau-Kooperation die Bildung eines Hochschulnetzwerkes vorschwebt, in das auch Ungarn und Rumänien eingebunden sind. Frankenberg nutzte die mit der Abschlussfeier verbundene Einweihung der sanierten Aula, für die das Land 1,2 Mio. Euro aufgewendet hatte, zu Kritik an den Plänen der Bundesregierung, die Hochschulbauförderung zu kürzen. Neubauten werde es auf Jahre nicht mehr geben, wenn die bisher aufgebrachten Bundesmittel den Ländern nicht ungeschmälert und dynamisiert zur Verfügung gestellt würden, so der Minister.

Prof. Dr. Reinhold von Schwerin, Studiengangleiter Wirtschaftsinformatik, hob bei der Verabschiedung der ersten 13 Wirtschaftsinformatiker die positive Resonanz der Wirtschaft auf diesen Studiengang hervor, auch wenn die Einstellungssituation derzeit etwas schwierig ist. Auf regionaler Ebene hat sich vor allem die Zusammenarbeit mit dem Ulmer Software-Unternehmen Wilken erfreulich entwickelt, das für ein Projektwahlfach verantwortlich zeichnet. Außerdem wird in der Lehre das ERP-System von Wilken eingesetzt. Die Firma Wilken stiftet auch den Förderpreis für den jahrgangsbesten Absolventen, den Firmengründer Ernst Wilken Marc Schaffer als erstem Preisträger überreichte.

Ihr deutsch-französisches Doppeldiplom nahmen die folgenden Programmstudierenden der französischen Partnerhochschule Ecole Nationale d'Ingenieurs de Brest (ENIB) aus den Händen des Rektors der FHU entgegen: Jeanne Roze, Studiengang Mechatronik, Adrien Gille, Studiengang Mechatronik, und Thomas Negrerie, Studiengang Nachrichtentechnik.

Den Förderpreis der Firma Siemens für die beste Diplomarbeit des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik erhielt Markus Baranyai, Studiengang Nachrichtentechnik, aus den Händen des Dekans Professor Dipl.-Phys. Gerhard Forster. Der Preisträger entwickelte ein Toolkit zur Optimierung einer automatisch aus Matlab-Simulink generierten Steuergeräte-Software.

Die längste Tradition hat an der FHU die Verleihung des VDI-Preises für die besten Diplomarbeiten, die Dipl.-Ing. (FH) Stefan Kenner, Vorstandsmitglied der Donau-Iller-Gruppe des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), vornahm. Geehrt wurden Uwe Skerat für Entwurf und Bewertung eines alternativen Software-Prozesses zur Realisierung komplexer zustandsbehafteter Funktionen, Sven Köhler für seine Arbeit zur Simulation und Regelung eines Schwerstlast-Muldenkippers sowie Wolfgang Scheiffele, der die Einsatzmöglichkeiten der Minimalmengenschmierung beim Außenberippen von Hochleistungsrohren untersuchte.

Den Förderpreis der Firma Ferchau Engineering, den stets die drei besten Absolventen eines Studienjahrgangs erhalten, überreichte der Leiter der Ulmer Niederlassung, Dipl.-Ing. Walter Geiger, an Stefan Seitz, Studiengang Mechatronik, Simon Dietrich, Studiengang Mechatronik, sowie an Florian Welz, Studiengang Produktionstechnik und Organisation.

Den Förderpreis der Sparkasse Ulm für die besten Leistungen in der Zusatzqualifikation "Internationale Wirtschaft" überreichte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Guido Steeb an Anja Gotterbarm, Studiengang Digital Media, Nicole Ondraczek, Studiengang Medizintechnik, und Bernd Roller, Studiengang Mechatronik.

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