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DGIM: Inhalte internistischer Weiterbildung neu definieren

30.07.2004 - (idw) Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

DGIM und Fachgesellschaften entwickeln Inhalte für
internistische Weiterbildung -
Die Innere Medizin ist mehr als die Summe ihrer Schwerpunkte

Die Innere Medizin ist mehr als die Summe ihrer Schwerpunkte: Darin sind sich die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) und insgesamt 10 wissenschaftlichen Fachgesellschaften in der Inneren Medizin einig. Bei ihrer 3. Konferenz ging es um die Rolle und Bedeutung der allen Internisten gemeinsamen, allgemeinen Inneren Medizin. Ein Ergebnis: Hierfür steht der für alle Internisten verbindliche "Truncus communis" als Grundlage für Weiter- und Fortbildung in der Inneren Medizin. Bis Ende des Jahres werden die DGIM und Schwerpunktgesellschaften gemeinsam einen Vorschlag für die konkreten Inhalte der internistischen (Basis)-Weiterbildung erarbeiten.

In unserer Gesellschaft wächst die Zahl der alten und mehrfach kranken Menschen. Für eine gute Betreuung ist es nicht ausreichend, einzelne Symptome oder Organe zu therapieren. Der Arzt muss den Gesundheitszustand des gesamten Menschen berücksichtigen. Außerdem sind viele Krankheiten nur im Verbund mehrerer Fachdisziplinen zu behandeln.

Die Innere Medizin ist das zentrale diagnostische Fach. Deswegen benötigt auch der später spezialisierte Internist zunächst eine solide Basis internistischen Wissens. Sie sollte Ursachen, Entstehung und Verlauf, Diagnostik und Therapie der wichtigsten internistischen Krankheitsbilder umfassen. Dieses internistische Basiswissen muss Grundlage jeder Spezialisierung in einem der internistischen Schwerpunkte sein.

Um die Qualität der Weiterbildung zu sichern, sollte sie an den künftigen Anforderungen des späteren Internisten in Klinik und Praxis orientiert sein. Entsprechend müssen auch die Qualitätskriterien definiert werden. "Die Qualität der Weiterbildung lässt sich nicht an der Zahl angewandter Methoden prüfen, sondern daran, ob ein internistisches Krankheitsbild vollständig verstanden wird", erklärte Professor Dr. med. Hans-Peter Schuster, Generalsekretär der DGIM. "Wir müssen gemeinsam die ärztlichen Inhalte festlegen, die ein Internist vor seiner Spezialisierung erlernen muss", forderte Professor Dr. med. Thomas Meinertz, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie.

Bis Ende des Jahres werden jetzt die Fachgesellschaften der Inneren Medizin den klinischen Stoff aus ihrem Schwerpunktgebiet sammeln, der aus wissenschaftlicher Sicht im Rahmen der Weiterbildung vermittelt werden soll. Grundlage hierfür kann der ICD 10-Schlüssel sein. Mit berücksichtigt werden darin nicht nur die wichtigen Wissensinhalte und Techniken, sondern auch eine bestimmte Form des ärztlichen Denkens und Handelns, die der angehende Internist verinnerlichen sollte.

Entsprechend der neuen Weiterbildungsordnung für Allgemeine und Innere Medizin sollte dieses Wissen in den ersten drei Jahren vermittelt werden - bevor die Spezialisierung beginnt. Die DGIM hält die angesetzten drei Jahre Weiterbildung nur für akzeptabel, wenn sie auf Grundlage eines strikten und verbindlichen Weiterbildungscurriculums stattfindet. Darüber hinaus hält sie eine Qualitätskontrolle der Weiterbildungsstätten für unverzichtbar. Die DGIM wie ihre Schwerpunktgesellschaften fordern darüber hinaus, die dreijährige Basis-Weiterbildung mit einer Prüfung zu zertifizieren.

Die acht wissenschaftlichen Fachgesellschaften der DGIM vertreten die Interessen von Kardiologen, Pneumologen, Angiologen, Endokrinologen, Rheumatologen, Nephrologen, Hämato-Onkologen und Gastroenterologen. Die Infektiologen und Intensivmediziner waren als "Quasi"-Schwerpunkte aus der Sicht der DGIM ebenfalls an der Fachkonferenz beteiligt. Die Repräsentanten der jeweiligen Fachgesellschaften treffen sich auf Einladung der DGIM jedes Jahr, um wichtige Fragen zu Klinik, Struktur- und Wissenschaftspolitik zu beraten und daraus Empfehlungen und Maßnahmen abzuleiten.

Kontakt für Rückfragen:

DGIM Pressestelle
Anna Voormann
Postfach 30 11 20
D-70451 Stuttgart
Tel: 0711 89 31 552
Fax: 0711 89 31 566
E-Mail: info@medizinkommunikation.org
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