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Trends bei Verbundwerkstoffen: Geringes Gewicht, wenig Reibung, hohe Steifigkeit

23.10.1995 - (idw) Universität Bayreuth

Trends bei Verbundwerkstoffen: Geringes Gewicht, hohe Steifigkeit, wenig Reibung

IMMER MEHR BEDEUTUNG FUER FUNKTIONSWERKSTOFFE

Bayreuth (UBT). Um den derzeitigen Entwicklungsstand bei den Verbundwerkstoffen und Werkstoffverbunden darzustellen und wissenschaftlich zu diskutieren, treffen sich am 24./25. Oktober 1995 rund 300 Wissenschaftler und Praktiker zu einer Tagung ueber solche Materialien an der Universitaet Bayreuth. Koordiniert von den Bayreuther Lehrstuhlinhaber fuer Keramik und Verbundwerkstoffe, Professor Dr. Ing. Guenther Ziegler, wird die Tagung von 7 Fachgesellschaften veranstaltet und von der Deutschen Gesellschaft fuer Materialkunde (Oberursel) organisiert.

Die Veranstaltung dient auch dazu, Werkstoffwissenschaftler, Verfahrensentwickler und industrielle Praktiker miteinander ins Gespraech zu bringen. Trotz erheblicher Fortschritte bei Forschung und Entwicklung von Verbundwerkstoffen in den letzten zehn Jahren ist nach Professor Zieglers Worten der anfaenglichen Euphorie Ernuechterung gefolgt. Zu den vielschichtigen Gruenden gehoeren hohe Herstellungskosten, die haeufig mit dem ebenfalls hohen Preis fuer die Verstaerkungsfasern verbunden sind. Bei den Polymer-Verbund- werkstoffen kommt das Problem der Wiederverwertbarkeit hinzu. Bei den Verbundwerkstoffen mit Metall und Keramik-Matrix macht sich das Fehlen einer hochtemperaturbestaendigen Faser negativ bemerkbar. Das es zudem noch technische Probleme gibt und sich die forschungspolitischen Prioritaeten geaendert haben, treten die Hochtemperaturanwendungen nach Auffassung Professor Zieglers zur Zeit in den Hintergrund. Die Entwicklungsarbeiten konzentrieren sich mehr und mehr auf schnell zu realisierende Anwendungen, z. B. in verschiedenen Bereichen der Transporttechnik. Neben der Gewichtseinsparung und hohen Steifigkeit spielen Beanspruchungen durch Reibung und Abnutzung, teilweise in Kom-bination mit mechanischen und physikalischen Eigenschaften, eine grosse Rolle. Dazu gewinnen Anwendungen als Funktionswerkstoffe immer mehr an Bedeutung.

Professor Ziegler: "Der Erfolg der Verbundwerkstoffe in den naechsten Jahren wird damit entscheidend davon abhaengen, ob es gelingt, neben der Loesung verschiedener technischer Probleme kostenguenstige Herstellungs- und Fertigungstechniken zu entwickeln und durch Konzentration der Forschungs- und Entwicklungsaktivitaeten auf Grund eines akzeptablen Leistungs-/Kosten- Verhaelt-nisses verschiedene Anwendungen gezielt zu erschliessen." Darueber hinaus sind neue Denkansaetze und unkonventionelle Verfahrenswege erforderlich, um die vielfaeltigen Probleme bei der Entwicklung und Anwendung sowie insbesondere bei der Herstellung der Verbundwerkstoffe zu loesen.

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