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Abwasserkosten können deutlich gesenkt werden

17.06.1997 - (idw) Technische Universität Clausthal

Abwasserkosten können deutlich gesenkt werden

TU Clausthal führt den Carbocycle-Prozeß ein

Die Auflagen in der Abwasserentsorgung steigen, zusammen mit den Starkverschmutzerzuschlägen sind die Abwasserkosten in einigen Regionen Deutschlands für Industriebetriebe zu einem bedeutenden Kostenfaktor geworden. Am Institut für Thermische Verfahrenstechnik der TU Clausthal ist nun für die Getränkeindustrie eine Lösung ihres Abwassserproblems gefunden worden.

Ihre Abwässer sind in hoher Konzentration mit organischen Kohlstoffverbindungen, oft Zuckerverbindungen, belastet: Mehrwegflaschen müssen an der Flaschenspülmaschine entleert, die Sirupansatztanks gereinigt und über- oder unterfüllte Flaschen sowie vom Handel zurückgegebene überlagerte Getränke entleert werden. In vielen Fällen können die Abwässerteilströme separat erfaßt und mittels Membranverfahren aufkonzentriert und vom Abwassserstrom abgetrennt werden. Das Konzentrat ist lagerungsfähig und kann andererseits sehr gut biologisch abgebaut werden. Mit dem an der TU Clausthal entwickelten Carbocycle-Prozeß können diese Konzentrate einer sinnvollen Verwertung zugeführt werden.

In Technikumsversuchen wurden die hochbelasteten Abwasserteilströme eines Erfrischungsgetränkeherstellers mit Hilfe der Nanofiltration und der Umkehrosmose aufkonzentriert. Die Nanofiltration erlaubt eine Abtrennung von bis zu 75 Prozent des chemischen Sauerstoffbedarfes. Unter Einsatz der Umkehrosmose ist eine nahezu vollständige Abtrennung möglich. In Kläranlagen dient das hergestellte Konzentrat dosiert als externe Kohlenstoffquelle für die Stickstoffelimination und eignet sich hierfür besonders, weil es keine Stickstoffverbindungen enthält. Der Carbocycle-Prozeß ermöglicht, die Abwasserfracht des Getränkeherstellers zu halbieren, mit der Konsequnez einer deutlichen Verringerung der Abwassergebühren.

Zur Zeit wird ein Demonstrationsvorhaben zum Carbocycle-Prozeß im technischen Maßstab an zwei Standorten, einem Getränkehersteller und an einer Deponiesickerwasserkläranlage vorbereitet. Das Demonstrationsvorhaben beginnt im Herbst dieses Jahres.

Ansprechpartner: Institut für Thermische Verfahrenstechnik Dr.-Ing. Sven Geißen,Tel. 05323 72 30 03 Dipl.-Ing. Gerhard Schories,Tel. 05323 72 23 55 Fax. 05323 72 35 70, Leibnizstr. 15, 38678 Clausthal-Zellerfeld

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