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Zweisprachiges Studium im Chemie-Ingenieur-Wesen an der FAU

14.07.1997 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Internationalisierung der Studiums

Zweisprachiges Studium im Chemie-Ingenieur-Wesen an der FAU

Die Studiengaenge Chemie-Ingenieur-Wesen und Computer-Ingenieur-Wesen an der Friedrich-Alexander-Universitaet Erlangen-Nuernberg erfahren in naechster Zeit einige strukturelle Aenderungen, um an Auslandsorientierung und Internationalisierung zu gewinnen. Die Gruende fuer diese Aenderungen und die Plaene fuer ihre Implementierung wurden jetzt im Rahmen eines Kolloquiums vorgestellt. Es sprachen Dr. Manfred Gross, verantwortlich fuer Kontakte zu Studenten aus Suedost-Asien bei der Siemens AG, Prof. Franz Durst, Inhaber des Lehrstuhls fuer Stroemungsmechanik, und Prof. Bernd Naumann, Prorektor der FAU.

Im Jahre 2000 wird der Raum Asien-Pazifik etwa 40 Prozent des Elektromarktes darstellen; um sich in diesem riesigen Markt behaupten zu koennen, brauchen deutsche Firmen Ingenieure, die ihre Partner in Suedost-Asien kulturell verstehen und mit ihnen kommunizieren koennen. Zudem ist es wichtig, dass auswaertige Ingenieure aufgrund ihrer Ausbildung in Deutschland die Produkte der deutschen Industrie kennen. Dass die Stellung Deutschlands in diesem Ausbildungsmarkt in den letzten Jahren stark zurueckgegangen ist, machen Zahlen deutlich: Von etwa 450.000 Studenten aus dem asiatischen Raum, die ihre universitaere Ausbildung im Ausland absolvieren, kommen nur etwa sechs Prozent nach Deutschland; dieser Anteil variiert zwischen den einzelnen Laendern stark. Aus Indonesien absolvieren trotz abnehmender Tendenz immer noch relativ viele Studenten ihre Ingenieurausbildung in Deutschland. Aus Hong Kong und Singapur jedoch, die sehr wichtige Handelspartner fuer die deutsche Wirtschaft sind und beide einen hohen pro Kopf Anteil an Studierenden im Ausland haben, kommen kaum Studenten nach Deutschland.

Ein wichtiger Grund fuer diesen Rueckgang liegt am Unterschied zwischen der universitaeren Ausbildung in Deutschland und in diesen Laendern. Studiengaenge nach angelsaechsischem Muster ermoeglichen einen Abschluss wahlweise mit dem Bachelor of Science (B. Sc.). nach sechs Semestern oder dem Diplom-Ingenieur (Dipl.-Ing.) beziehungsweise Master of Science (M. Sc.) nach acht Semestern.

Nach Ansicht von Prof. Franz Durst gibt es vor allem vier Gruende fuer die abnehmende Attraktivitaet eines Studiums in Deutschland: die Dominanz der englischen Sprache, Unterschiede zwischen dem deutschen Ausbildungssystem und dem eher bekannten angelsaechsischen System, unzureichende Werbung deutscher Universitaeten und der Mangel an Stipendien fuer Diplomstudien.

Um diesen Nachteilen entgegenzuwirken, wird ab dem Wintersemester 1997/98 ein zweisprachiges Studium im Chemie-Ingenieur-Wesen an der FAU angeboten. Hauptmerkmale sind eine Ausbildung zu je 50 Prozent in deutscher und englischer Sprache, ein paralleler Studiengang mit Abschluss Dipl.-Ing. oder M. Sc. und die Gewinnung auslaendischer Studenten durch die Vergabe von Stipendien im Wert von 1350 Mark monatlich, das zu Dreiviertel von der Industrie und zu einem Viertel vom betreuenden Lehrstuhl als Arbeitsentgelt bezahlt wird.

Die Vorteile dieses Studiums fuer deutsche Studenten liegen in der Marktwerterhoehung durch die Zweisprachigkeit, dem Abschluss mit Dipl.-Ing. sowie dem international anerkannten M. Sc., und einer Studienzeitverkuerzung. Die ersten Studenten am internationalisierten Studium werden im Wintersemester 1997/98 anfangen. Zunaechst wird das Grundstudium unveraendert bleiben, so dass formelle Huerden, z.B. in der Studienordnung, noch bis zum Eintritt ins Hauptstudium genommen werden koennen. Die auslaendischen Studenten werden aus deutschen Gymnasien im Ausland rekrutiert, so dass zunaechst keine sprachlichen Schwierigkeiten auftreten werden.

Als Ziel der Internationalisierung des Studiums nennt Prorektor Prof. Bernd Naumann, Vorsitzender der staendigen Kommission fuer Lehre und Studierende, eine Steigerung der wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Attraktivitaet Deutschlands. Zur Internationalisierung der FAU und der Hochschulen allgemein traegt entscheidend die Bildung internationaler Partnerschaften zwischen Universitaeten, Fakultaeten, Lehrstuehlen oder Hochschullehrern bei. Als Unterrichtssprache, insbesondere in den frueheren Jahren eines Studiums, wenn auslaendische Studenten mehrheitlich keine Deutschkenntnisse besitzen, wird Englisch jetzt generell akzeptiert. Der B. Sc. und der M. Sc. als fakultative Grade werden im Hochschulrahmengesetz akzeptiert; die Akzeptanz in den Laendern kann nur noch eine Frage der Zeit sein.

Auch wenn die FAU noch einige Huerden etwa bei den Studienordnungen ueberwinden muss, koennen das Studium in Chemical Engineering und ein aehnlich konzipiertes Studium in Computer Engineering mit Unterstuetzung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) im Herbst 1997 anlaufen.

Informationen zu den neuen Studiengaengen gibt es unter den Telefonnummern 09131/85 -9496 (Dr. Dubravka Melling) und -9506 (Dr. Ralf Metzler).

Kontakt: Lehrstuhl fuer Stroemungsmechanik, Cauerstrasse 4, 91058 Erlangen, Dr. Dubravka Melling, Tel.: 09131/85 -9496, Dr. Ralf Metzler, Tel.: 09131/85 -9506


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