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Zukunftschancen der Brennstoffzelle

05.05.1995 - (idw) DaimlerChrysler AG

UY-e Antriebe Brennstoffzelle als Antrieb der Zukunft? - Kraftstoffsynthese aus CO2? - Erdolversorgung wird unsicherer

Wien/Stuttgart, 05. Mai 1995 - Die Daimler-Benz AG bereitet sich langfristig auf eine eventuelle Ablosung des Erdols als Hauptenergielieferant fur den Verkehr vor. Dies deutete For schungsvorstand Prof. Dr. Hartmut Weule auf dem 16. Internationa len Wiener Motorensymposium an. Der Konzern arbeitet nach seinen Aussagen mit Hochdruck an Alternativen zur bisher fast ausschlieslich auf Erdol beruhenden Mobilitat unserer Gesellschaft. Neben dem Elektroantrieb hat die wasserstoff- oder methanolbetriebene Brennstoffzelle nach seiner Ansicht die besten Chancen, das Erdol als Treibstoffbasis in Industrie- und Entwicklungslandern abzulosen. Sie konnte daruber hinaus sogar zu einem Abbau des als "Klimagift" verdachtigten Kohlendioxids (CO2) in der Atmosphare beitragen.

Nach Prof. Weule werden die Risiken bei der nationalen Versorgung mit Erdol in den nachsten 20 Jahren ansteigen. Dies ergebe sich einerseits aus der sprunghaft steigenden Nachfrage der Entwick lungslander und andererseits aus dem kleiner werdenden Kreis von Erdol-Forderlandern.

Die von Daimler-Benz im April letzten Jahres vorgestellte Brennstoff zelle bringt nach Prof. Weules Meinung die besten Voraussetzun gen mit, konventionelle Motoren als Antriebe zu ersetzen, denn bei der Verbrennung entstehen keinerlei Abgase, sondern nur reinstes Wasser. Die Brennstoffzelle erzeugt aus Wasserstoffgas unmittelbar elektri schen Strom, der uber einen Elektromotor das Fahrzeug antreibt. Die bisher gewonnenen Erkenntnisse erlauben nach Prof. Weule jetzt die Voraussage, das bei entsprechenden politischen Rahmenbedingungen bis zum Jahr 2010 die Jahrespro duktion von Brennstoffzellenantrieben fur Automobile auf etwa 100.000 Stuck ansteigen konnte. Dann werde der Preis von heute noch uber 50.000 DM je Kilo watt Leistung auf hochstens noch 200 bis 400 DM/kW sinken. Sie lagen damit nur noch nur doppelt- bis viermal hoher als heutige Verbren nungsmotoren.

Ohne eine grundlegende Anderung der Energieversorgungsbasis sei das auf dem Weltklimagipfel 1989 in Toronto deklarierte Ziel der Teilnehmer staaten, den CO2-Ausstos bis zum Jahr 2050 weltweit auf die Halfte des Ausstoses von 1987 zu reduzie ren, eher skeptisch zu beurteilen. Prof. Weule teilt eher die Ein schatzung der Internationalen Energieagentur, die statt einer Verrin gerung bis zum Jahr 2020 eine Steigerung um 50 % bis 80 % erwar tet. Der Konzern beschaftigt sich deshalb intensiv mit alternativen Kraft stoffen. Am Grosversuch mit Rapsolmethylester hatte sich der Konzern beteiligt. Heute bietet er fur Taxiunternehmen Sereinfahrzeuge mit diesem Antrieb an. Daimler-Benz ist auch am seit 1991 laufenden Feldversuch mit Elektrofahrzeugen auf der Insel Rugen masgeblich beteiligt. Die Wasserstofftechnologie hat der Konzern seit 1975, als er ein erstes wasserstoffbetriebenes Versuchsfahrzeug vorstellte, konsequent weiterentwickelt.

Seit einiger Zeit befassen sich die Forscher von Daimler-Benz mit "CO2-neutralen Kreislaufen". Darunter sind Energiesysteme zu verstehen, die CO2 aus der Umgebungsluft zur Kraftstoffsynthese nutzen. Damit wird bei der Kraftstoffverbrennung nicht mehr CO2 in die Atmosphare abgegeben als aufgenommen wird.

Durch chemische Reaktionen von CO2 mit regenerativ gewonnenem Wasserstoff last sich Menthanol gewinnen, das zum Beispiel direkt oder indirekt in Verbindung mit dem Brennstoffzellenantrieb zum umweltfreundlichen Betrieb von Fahrzeugen eingesetzt werden kann. Die Konzernforschung denkt derzeit zusammen mit anderen Forschungsinstituten uber derartige Wege zur globalen CO2-Reduzierung nach.

Den Wortlaut der Rede zusammmen mit den Grafiken senden wir Ihnen auf Wunsch gern per Fax oder per Post zu.

Daimler-Benz AG, Stuttgart Presse Forschung und Technik (OWK) Wolfgang Scheunemann Tel.: (0711) 17 - 93307 Fax: (0711) 17 - 94365 e-Mail: 100106.566@compuserve.com


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