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Minimalmengenschmierung verringert Bedarf an Kühlschmierstoff

22.04.1997 - (idw) DaimlerChrysler AG

Minimalmengenschmierung verringert Bedarf an Kuehlschmierstoffen drastisch

Ein Schnapsglas Oel fuer die Umwelt

Stuttgart, im April 1997 - Wuerde einem Ulmer Daimler-Benz-Forscher zu Hause mal das Speiseoel ausgehen, dann koennte er sich im Prinzip in der Abteilung fuer Trockenbearbeitung von Bauteilen bedienen. Denn dort setzen die Wissenschaftler ein Oel mit Lebensmittelqualitaet ein, um beim Fraesen, Bohren und Reiben auf den oekologisch bedenklichen Kuehlschmierstoff verzichten zu koennen.

Ganze zwanzig Milliliter, das entspricht etwa einem Schnapsglas, eines biologisch abbaubaren Spezialoels genuegen, um bei der mechanischen Bearbeitung von Flugzeugbauteilen aus Aluminium Bauteil und Werkzeug zu schmieren. Das Absaugen der Spaene ist deutlich leichter, da sie quasi trocken bleiben und einfach wegfliegen. Herkoemmliche Verfahren schmieren dagegen mit Kuehlschmierstoffen, die wegen ihrer starken Konservierungsmittel und Hochleistungsadditive fuer Mensch und Umwelt ein Gefaehrdungspotential darstellen. Dabei fliessen Stunde um Stunde 3000 Liter Kuehlschmierstoff durch die Anlage. Das ist 150 000 mal mehr als bei der neu entwickelten Minimalmengenschmierung (MMS).

Theoretische und experimentelle Untersuchungen zur trockenen Bearbeitung von Bauteilen aus der Flugzeugindustrie haben gezeigt, dass sich mit der Minimalmengenschmierung die besten Ergebnisse erzielen lassen. Wegen der geringen eingesetzten Oelmengen bleiben an den Spaenen nur geringste Mengen haften, so dass sie ohne weitere Behandlung direkt dem metallurgischen Recycling zugefuehrt werden koennen.

Die Forschungsaktivitaeten erfolgen in enger Zusammenarbeit mit den Produktionswerken der Daimler-Benz Aerospace (Dasa) und verschiedenen Hochschulen. Im Dasa-Werk Augsburg laeuft dieses Verfahren seit Juli 1996 in Serie. Die Qualitaetspruefung der bisher "nahezu trocken" gefertigten Bauteile zeigt nach Aussage des Unternehmens Messwerte, die innerhalb der ueblichen Toleranz liegen.

Die wirtschaftliche Randbedingung des Verfahrens sei, dass die Trockenbearbeitung insgesamt nicht teurer sein darf als die Nassbehandlung. Der vollstaendige Verzicht auf Kuehlschmierstoff koenne insbesondere den Aufwand fuer die Kuehlschmierstoffanlage, aufbereitung und -entsorgung einsparen.

Bildunterschrift: Wo bei der Nassbearbeitung von Bauteilen stuendlich 3000 Liter Kuehlschmierstoff noetig sind (linkes Bild), reicht bei der von Daimler-Benz-Forschern entwickelten Trockenbearbeitung (rechtes Bild) ein Schnapsglas Oel (20 Milliliter pro Stunde). Gleichzeitig bleiben die Spaene trocken, so dass einer direkten Wiederverwertbarkeit nichts im Wege steht.

Info: Daimler-Benz AG, Presse Forschung und Technik (KOM/P) Burkhard Jaerisch Tel.: (0711) 17- 93271, Fax: -94365 e-Mail: 100106.566@compuserve.com Bild und Text: http://www.daimler-benz.com/presse/foto.htm (oder auf Anfrage per Post)

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