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Zentrum für Umweltforschung

22.05.1995 - (idw) Universität Kassel

Wissenschaftliches Zentrum fuer Umweltforschung der GhK

Zukunftsorientierte Universitaet: Staerkung der Umweltsystemforschung an der GhK Kassel.

Was haben Computer mit Waldsterben, Landwirtschaft mit Klima, Energieversorgung mit Umweltbelastung; Psychologie mit Umwelt zu tun? Es sind typische Inhalte von Systemstudien ueber Umwelt-und Zukunftsprobleme, wie sie einige Systemforscher, Ingenieure, Natur- und Sozialwissenschaftler der Universitaet Gesamthochschule Kassel (GhK) seit vielen Jahren gemeinsam bearbeiten. Inzwischen haben sie dank der Unterstuetzung von Hochschule und Landesregierung ein eigenes Wissenschaftliches Zentrum fuer Umweltsystemforschung, das jetzt in Raeumen des Technik-Neubaus III/2 an der Kurt-Wolters-Strasse seine Arbeit aufgenommen hat. Anlaesslich der Einweihung der neuen Raeumlichkeiten erlaeuterte der Geschaeftsfuehrende Direktor , der Umwelt- und Systemwissenschaftler Prof. Dr. Hartmut Bossel, Zielsetzung und Arbeitsbereiche des Zentrums.

Oberstes Ziel ist es, mit den Methoden interdisziplinaerer Systemforschung und computergestuetzten Instrumenten zur Loesung komplexer Umwelt- und Zukunftsprobleme beizutragen. Die Arbeitsbereiche umfassen u.a. die Systemanalyse in Land- und Forstwirtschaft und Energieversorgung, die Entwicklung von Computerprogrammen zur Entscheidungsunterstuetzung, die Computersimulation dynamischer Entwicklungen in Oekosystemen und Gesellschaft und Untersuchungen zur Umweltpsychologie.

Seit April 1994 besteht das Wissenschaftliche Zentrum fuer Umweltsystemforschung. Ihm sind fuenf Fachgebiete zugeordnet:

- Prof. Dr. Hartmut Bossel, Umweltsystemanalyse, Fachbereich Mathematik/Informatik

- Prof. Dr. Werner Kleinkauf, Fachgebiet Energieversorgungssysteme, Fachbereich Elektrotechnik

- Prof. Dr. Ernst- Dieter Lantermann, Fachgebiet Psychologie des Systemhandelns im Fachbereich Psychologie, Sportwissenschaft, Musik sowie

- Prof. Dr.Helmut Krauch , Fachgebiet Systemdesign im Fachbereich Produkt-Design und

- die neue C4-Professur Umweltsystemtechnik, die sich im Berufsverfahren befindet.

Mit seinen Arbeiten traegt das Zentrum z.B. zur Regeneration uebernutzter Tropenwaelder und schadstoffgeschaedigter europaeischer Waelder ebenso bei wie zur Klaerung der Psychologie umweltbewussten Verhaltens, zum besseren Umgang mit Wasser in Brasilien und Deutschland, zu sparsamer Nutzung von Energien und Rohstoffen oder zur Untersuchung und vergleichenden Bewertung zukuenftiger Entwicklungspfade. Im WZ fuer Umweltsystemforschung arbeiten derzeit etwa 20 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus fast einem Dutzend verschiedener Fachdisziplinen an interdisziplinaeren Projekten und Systemstudien im Bereich Umwelt- und Zukunftsforschung. Gemeinsames Arbeitsverfahren ist die Systemanalyse mit umfangreicher Computerunterstuetzung.

Ein wissenschaftlicher Beirat hat sich am 19. Mai erstmals getroffen. Er besteht aus:

- Prof. Dr. Dr. Guenter Altner, Biologe und Professor fuer Theologie, Universitaet Koblenz;

- Prof. Dr. Hans- Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam- Instituts fuer Klimafolgenforschung;

- Dr. Antje Vollmer, Bundestagsvizepraesidentin, Bonn/Kassel;

- Prof. Dr. Klaus Hasselmann, Direktor des Max-Planck-Instituts fuer Meteorologie, Hamburg;

- Prof. Dr. Dietrich Doerner, Psychologisches Institut, Universitaet Bamberg;

- Hermann Graf Hatzfeld, Schloss Crottorf;

- Dr. P. Krause, Forschungszentrum Juelich GmbH, Projekttraeger Biologie, Energie, Oekologie (BEO), Juelich;

- Dr.-Ing. Eberhard Jochem, Fraunhofer-Institut fuer Systemtechnik und Innovationsforschung FhG ISI, Karlsruhe;

- Prof. Dr. Ulrich Steger, European Business School (EBS), Oestrich-Winkel;

- Dr.-Ing. Tom Sommerlatte, Unternehmensberatung Arthur D. Little, Engenhahn-Wildpark;

- Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, Landesamt fuer Regionalentwicklung und Landwirtschaft, Wiesbaden.

Nur rund ein Fuenftel der Forschungsmittel werden von Hochschule und Land getragen; vier Fuenftel stammen aus Forschungsauftraegen von Bundesbehoerden und Bundesministerien, Bundestag, Europaeischer Union, Industrie und Stiftungen. Wie Bossel erlaeuterte, zwingt dies zu einer Orientierung an gesellschaftlich relevanten Problemen und konkreten Loesungen, und beides erhoeht auch die Motivation der beteiligten Wissenschaftler. Zwar leistet das Zentrum auch Grundlagenforschung, doch ist diese immer an der Problemloesung orientiert. Es sind seit der Gruendung bereits 16 Drittmittelprojekte mit einem Gesamtvolumen von drei Millionen Mark initiiert worden.

Das Zentrum kann bereits auf einige stolze Erfolge verweisen. So etwa bei der Entwicklung von Computerprogrammen fuer die Untersuchung und Simulation komplexer Umweltprobleme, zur Unterstuetzung nachhaltiger Forstwirtschaft in Europa und in den Tropen, zur Berechnung aller direkten und indirekten Umweltbelastungen der Energieversorgung und bei Studien zur Zukunft der deutschen Landwirtschaft. Mehrere Lehrbuecher und Computerprogramme werden im In- und Ausland verwendet.

Das Zentrum nimmt an der Universitaet Gesamthochschule Kassel auch wichtige Ausbildungsfunktionen wahr. In seine Lehrveranstaltungen in den Bereichen Umweltwissenschaft, Umweltpsychologie, Systemforschung und Systemanalyse, Modellbildung und Simulation, die von Studierenden aller Fachbereiche gut besucht werden, fliessen die neuesten Erkenntnisse aus der Zentrumsarbeit ein. Einen umfassenden Ueberblick ueber die Arbeit des Zentrums geben ein Dutzend Poster in den Gaengen, die auch Besuchern offenstehen. Und wenn man die Mitarbeiter von ihren Bildschirmen ablenken kann, geben sie auch gerne weitere Auskunft ueber ihre interessante Arbeit.

Kontakt: Prof. Dr. Hartmut Bossel, (0561) 804 2519; Prof. Dr. Ernst-Dieter Lantermann, 804 3580; Dr. Karl-Heinz Simon, 804 2273.

Anmerkung der Redaktion: Das Wissenschaftliche Zentrum fuer Umweltsystemforschung arbeitet derzeit an folgenden Projekten:

Umweltpsychologie

- Soziale Modellierung

- Interaktives Lernmedium "Umweltkompetenz"

- Handeln in computersimulierten Umwelten

Forstliche Systemanalyse

- Wachstumsdynamik von Tropenwaeldern

- Prozessmodelle und Simulation von Waldbestaenden

- Mischwaldmodell fuer mitteleuropaeische Waldbestaende

Kriterien und Szenarien

- Sicherheitsdimensionen von Telekommunikationstechniken

- Konzept fuer ein computergestuetztes Bewertungsverfahren

- Wasserkreislauf und urban-oekologische Entwicklung

- Simulation and systainability assessment of development paths

Systemstudien mit Umweltbezug

- Klimarelevanz der Sektoren Landwirtschaft und Ernaehrung

- Wirkungsanalyse staedtebaulicher Sanierungsmassnahmen

- Expertensysteme im Umweltbereich

- Energiebilanz eines umweltbewussten Gewerbebetriebs

- Situationsanalyse und Konzepterstellung, Umweltbelastungen in Bulgarien

Bei Interesse senden wir gerne eine ausfuehrliche Darstellung der einzelnen Projekte zu.


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