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Tagung zur Geschichte von Bergbaulandschaften

02.10.1997 - (idw) Universität Essen (bis 31.12.2002)

312/97 25. September 1997

Von Mittwoch, 24. September, bis Samstag, 27. September, führt der "Arbeitskreis für genetische Siedlungsforschung in Mitteleuropa" an der Universität-Gesamthochschule Essen seine 24. Jahrestagung zum Thema "Bergbau- und Industrielandschaften unter besonderer Berücksichtigung von Steinkohlenbergbau und Eisen- und Stahlindustrie" durch, die von Professor Dr. Hans-Werner Wehling, Institut für Geographie der Universität Essen, in Zusammenarbeit mit dem Vorstand des Arbeitskreises organisiert wurde. Integriert in die Tagung, die nach ihrer Eröffnung auf "Zeche Zollverein" mit den ersten Arbeitssitzungen am Donnerstag, 9 Uhr, im Glaspavillon der Universität begonnen hat, ist ein Workshop der Arbeitsgruppe "Angewandte Historische Geographie" des Arbeitskreises, der sich mit der "Angewandten Historischen Geographie in industriellen Ballungsräumen" beschäftigt. Zu den einzelnen Vorträgen und Diskussionen der fünftägigen Tagung werden etwa 120 Teilnehmer erwartet.

Der "Arbeitskreis für genetische Siedlungsforschung in Mitteleuropa" ist ein internationaler und interdisziplinärer Zusammenschluß von historisch orientierten Siedlungs- und Kulturlandschaftsforschern. Er wurde 1974 gegründet und hat seinen Sitz am Seminar für Historische Geographie der Universitat Bonn. Ihm gehören nahezu 600 Mitglieder aus zahlreichen Ländern und verschiedenen Fächern wie Geographie, Geschichtswissenschaft sowie Vor- und Frühgeschichte an.

Die Jahrestagungen des Arbeitskreises beschäftigen sich in der Regel mit einem an den jeweiligen Tagungsort gebundenen Rahmenthema und sind daher mit einer themenbezogenen Ganztagsexkursion verbunden. Vorbereitet werden die Tagungen von einem siebenköpfigen interdisziplinären Vorstand in enger Zusammenarbeit mit einem oder mehreren Fachleuten vor Ort, für die zur Zeit laufende Tagung hat Professor Dr. Hans-Werner Wehling vom Institut für Geographie der Universität diese Aufgabe übernommen. Neben Tagungen in West- und Ostdeutschland fanden auch bereits Treffen in Tschechien, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden statt.

Die Arbeitsgruppe "Angewandte Historische Geographie" wurde zusätzlich geschaffen, um gezielte Beiträge zur Lösung von Gegenwartsproblemen leisten zu können. So beschäftigt sich die Arbeitsgruppe mit der Kulturlandschaftspflege und arbeitet eng mit Raumplanern, Denkmalpflegern und Naturschützern zusammen. Ihr gehören derzeit etwa 150 Mitglieder an.

Auf der diesjährigen Jahrestagung beschäftigt sich der Arbeitskreis erstmalig ausführlich mit dem Vergleich mitteleuropäischer Bergbau- und Industrielandschaften zu verschiedenen Zeiten. Auch dieses Thema wird, mitten im ehemaligen Revier, "ortsgebunden" diskutiert werden: Das Ruhrgebiet hat in den letzten Jahrzehnten nicht nur einen bemerkenswerten Strukturwandel durchlaufen, sondern es verfügt auch im Vergleich zu anderen europäischen Altindustriegebieten noch über eine Fülle von Industriedenkmälern, die sich häufig noch inmitten einer industriellen Kulturlandschaft befinden. Die noch erhaltenen Teile der industriellen Kulturlandschaft unter dem Stichwort "Industrietourismus" in die sich entwickelnde Erlebnislandschaft Ruhrgebiet einzubringen, bietet in diesem Zusammenhang nicht nur zukunftsweisende Chancen für die Region, sondern erfordert auch die wissenschaftliche Aufarbeitung und anwendungsbezogene wissenschaftliche Begleitung dieser Ansätze eines erneuten Strukturwandels. Auch um diese aktuellen und praxisverwertbaren Themenfelder, die schon immer zu den Aufgabenbereichen des Arbeitskreises neben der Erarbeitung der historischen Grundlagen gehört haben, wird es auf der Essener Jahrestagung gehen. Aktuelles Anschauungsmaterial wird den Tagungsteilnehmern dann abschließend am Samstag, 27. September, geboten: Die alljährlich mit der Tagung verbundene Ganztagsexkursion wird die Tagungsteilnehmer diesmal von der Ruhr über das Ruhrtal, die Bergbaustandorte Kray, Katernberg und Oberhausen bis zur Emscher führen.

Redaktion: Norbert Weigend, Tel.: 02 01/1 83-39 83

Weitere Informationen: Prof. Dr. Hans-Werner Wehling, Tel.: 02 01/1 83-31 59


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