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Wissenschaftler: BST-Hormon ungefährlich

05.03.1998 - (idw) Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen

Rom, 5. März

Die Anwendung des Wachstumshormons BST (bovine somatotropins) mit dem sich die Milchleistung von Kühen bis zu 15 Prozent steigern lässt, ist ungefährlich. Dies hat ein unabhängiger, wissenschaftlicher Experten- ausschuss der Welternährungsorganisation (FAO) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekräftigt. Das Komitee hatte neue wissenschaftliche Ergebnisse ausgewertet, berichtete die FAO am Donnerstag.

Bereits 1992 hatte das Gremium entschieden, dass BST-behandelte Tiere und Tierprodukte für den Menschen ungefährlich seien. Die Wissenschaftler kamen jetzt erneut zu dem Schluss, dass "es hinsichtlich der BST-Rückstände in Milch und Fleisch keine Bedenken in Bezug auf die Nahrungsmittel- sicherheit und die Gesundheit" gäbe.

Während in den Vereinigten Staaten Kühe in grossem Umfang mit BST behandelt werden, widersetzt sich die Europäische Union dem Gebrauch des Hormons. Dies hatte den Handel mit Milch- produkten zwischen der EU und den USA belastet.

Das Gemeinsame FAO/WHO-Expertenkomitee für Nahrungsmittelzusätze (JECFA) beurteilt die Risiken bei Rückständen von Tiermedikamenten in der Nahrung.

Hinsichtlich der zulässigen Höchstrückstandsmengen (maximum residue limits) für BST urteilte das JECFA, dass die verfügbaren Daten über die Art und Konzentration von BST-Rückständen in Tiergewebe eine grosse Sicherheitsmarge böten, wenn das Hormon vorschriftsgemäss benutzt werde. BST-Rückstände in Tierprodukten stellten kein Gesundheitsrisiko dar.

Die Wissenschaftler befassten sich auch mit der Möglichkeit, dass aufgrund von BST die Euterinfektion Mastitis zunimmt und - bei einer Behandlung der Tiere - die Milch mit Antibiotika belastet werden könne. Der Gebrauch von BST und die Vergabe von Antibiotika zur Bekämpfung von Mastitis erhöhe das Gesundheitsrisiko beim Menschen nicht; die zunehmende Möglichkeit von Medikamentenrückständen in der Milch könne durch Praktiken begrenzt werden, wie sie die Milchindustrie heute bereits anwende, sowie durch das Einhalten der Anwendungsvorschriften der Medikamente.

Die Wissenschaftler befassten sich auch mit dem erhöhten Risiko von Zuckerkrankheit (insulin- abhängiger Diabetes mellitus) in Verbindung mit BST. Studien haben nämlich ergeben, dass wenn Neugeborene Kuhmilch erhalten, das Diabetes-Risiko um das 1,5fache steigt. Die Milch von BST-behandelten Kühen sei hinsichtlich der Zuckerkrankheit kein zusätzliches Risiko.

Der JECFA-Bericht soll nun der Codex Alimentarius Kommission vorgelegt werden, die sich mit der Harmonisierung von Standards im internationalen Handel befasst. Die Codex-Kommission soll verhindern, dass Nahrungsmittel in den Handel gelangen, die für den menschlichen Verzehr ungeeignet sind. Codex hat 237 Nahrungsmittelstandards sowie 40 Richtlinien und Kodizes für die Nahrungsmittelherstellung und -verarbeitung entwickelt.

Die Ergebnisse der JECFA-Tagung können Sie im Internet auf der FAO-Homepage www.fao.org/ WAICENT/FAOINFO/Economic/ESN/jecfa/ jecfa.htm finden.

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