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IN IRAK HERRSCHEN HUNGER UND UNTERERNÄHRUNG

10.10.1997 - (idw) Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen

Rom, 10. Oktober - In Irak sind trotz der jüngsten Importe von Nahrungsmitteln Hunger und Unterernährung weit verbreitet. Zu diesem Schluss kommt ein gemeinsamer Bericht der Welternährungsorganisation (FAO) und des Welternährungs- programms (WFP), der am Freitag veröffentlicht wurde.

Zwar werde sich das Nahrungsangebot im Rahmen der Resolution Nr. 986 des UN-Weltsicherheitsrates, wonach das Land in begrenztem Umfang Öl exportieren und davon Nahrungsmittel bezahlen könne, voraussichtlich verbessern, hiess es in dem FAO/WFP-Bericht. Dennoch sei "die allgemeine Ernährungslage nach sieben Jahren Knappheit schlecht und Unterernährung ist offensichtlich im ganzen Land verbreitet"- Besonders die in Krankenhäusern untergebrachten Kinder seien stark unterernährt.

Die Ernten sind nach Angaben der UN-Organisationen niedrig, da es an landwirtschaftlichen Geräten, Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln fehle. Die Bodenqualität nehme ab, Bewässerungsanlagen seien in schlechtem Zustand und Schädlinge breiteten sich immer stärker aus. Iraks Nahrungsmittelerzeugung wird in diesem Jahr auf 2,2 Millionen Tonnen geschätzt, das ist das niedrigste Ergebnis seit 1991.

Irak durfte seit Dezember 1996 begrenzt Öl im Wert von zwei Milliarden Dollar verkaufen und Nahrungsmittel für 805 Millionen Dollar sowie landwirtschaftliche Betriebsmittel in Höhe von 44 Millionen Dollar einführen. Im Juni verlängerte der Weltsicherheitsrat die Öl-für-Nahrung-Vereinbarung um weitere sechs Monate.

FAO/WFP befürchten allerdings, dass die Geberländer aufgrund der Entscheidung des Sicherheitsrates die Ernährungsprobleme als weitgehend gelöst betrachten und die Nothilfe für die besonders betroffenen Gruppen deshalb verringern könnten. Die UN-Organisationen betonten, dass die Nothilfe weiter dringend gebraucht werde, da die Resolution des Weltsicherheitsrates besonders gefährdete Gruppen wie unterernährte Kinder nicht speziell berücksichtige.

In dem Bericht hiess es weiter: "Zwischen 1991 und 1997 konnte eine Ernährungskatastrophe in Mittel- und Südirak nur durch die weit verbreiteten staatlichen Nahrungsmittelrationen und im Nordirak mit Hilfe der WFP-Nahrungsmittelhilfe und die Nothilfe vieler Nicht-Regierungsorganisationen vermieden werden". Das WFP unterstützt derzeit rund 275 000 Menschen im Norden des Landes, sowie 597 000 Iraker in Zentral- und Südirak. Seit 1991 hat das WFP rund 490 000 Tonnen Nahrungsmittelhilfe nach Irak geliefert.

FAO/WFP empfahlen der internationalen Gemeinschaft, besonders gefährdete Gruppen, deren Versorgung mit Nahrungsmitteln unzureichend sei, weiter zu unterstützen. Dazu gehören Kinder unter fünfJahren,Kranken- und Waisenhäuser, soziale Einrichtungen sowie Flüchtlinge und Vertriebene weiter zu unterstützen. Die Nahrungsrationen für Schwangere und stillende Mütter sollten erhöht werden.

Ausserdem gelte es, mit Vorrang Wasser- und Sanitärsysteme wiederaufzubauen. Die für die Einfuhr von landwirtschaftlichen Betriebsmitteln dringend benötigten finanziellen Mittel seien aber verglichen mit dem Investitionsbedarf "völlig unangemessen".

Die Bauern sollten Anreize erhalten, mehr Früchte, Gemüse und Tierprodukte zu erzeugen.

Hinweis: Sie finden den FAO/WFP-Bericht auf der FAO-Homepage http://www.fao.org unter Economics/GIEWS.

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